- Berichte
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- DIE JAHRESWANDERFAHRT 2005
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- Für unsere
Jahreswanderfahrt hat Jürgen Hauf, eine Fahrt auf der Werra, Fulda und Weser,
von Creuzburg bzw. Kassel bis zur Porta Westfalica ausgeschrieben. Der
Einladung folgten auch 2 Australier, Jürgen hatte das Ehepaar in 2001,2002 u.
2003 auf der Donau durch Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien
kennengelernt. In 2004 hatten sie sich auf der Elbefahrt von Schmilka nach
Hamburg wieder getroffen. Maureen und Normen Jackson haben sich für das
Befahren deutscher und französischer Flüsse Einerkajaks gekauft. Um noch
weitere Flüsse in Norddeutschland zu befahren, wurde dann für 2005 diese Tour
vereinbart. Sie lieben die etwas größeren Flüsse, weil sie dann ihre Stärken
auf dem Wasser voll ausspielen können. Beide sind noch aktive
Wettkampfsportler und betreiben den Marathonsport. Die größte Herausforderung
ist in Australien immer der Marathon auf dem Murrey River. In 4 Tagen muss
eine Strecke von 404 km bewältigt werden. Ferner zählt auch ein Wettbewerb in
Perth dazu. Für 2 Regattatage müssen sie von Brisbane eine Strecke mit dem
Auto von 2.500 km in 2 Tagen bewältigen und dann wieder zurückfahren. Ihre
Leidenschaft ist halt der Kajaksport.
- Weitere 8 Teilnehmer
waren: das Ehepaar Helga und Winner Arnemann und Albin Müller, alle PKH
Hannover, Rolf Eiser vom TSV Nienhagen, Peter Wrulich vom OYK Oldenburg,
Günter Nitzsche, sowie Wolf Gutschke und Jürgen Hauf vom MSV.
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- Die Gesamtstrecke (340
km) auf Werra, Fulda und Weser, von Creuzburg bzw. Kassel nach Minden, also
vom Rande des Thüringer Waldes bis zur Norddeutschen Tiefebene, der Porta
Westfalica, solle in 11 Tagen bewältigt werden. Gleichzeitig soll uns die
Fahrt durch vier Bundesländer führen, nämlich Thüringen, Hessen, Niedersachen
und Nordrhein – Westfalen.
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- Terminplan
- Anfahrt mit PKW
SA, den 18.06.2005 nach Eschwege zum 1. Standquartier
- 1. Paddeltag
S0, den 19.06.2005 Creuzburg
Treffurt 29 km
- 2. Paddeltag
MO, den 20.06.2005 Treffurt
Eschwege 22 km
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anschließend Vorsetzen der Fahrzeuge nach Hann.-
Münden
- 3. Paddeltag
DI, den 21.06.2005 Eschwege
Witzenhausen 39 km
- 4. Paddeltag
MI, den 22.06.2005 Witzenhausen
Hann.-Münden 23 km
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anschließend Aufstieg zur Tillyschanze,
Stadtbesichtigung
- 5. Paddeltag
DO, den 23.06.2005 Kassel- Wolfsanger
Hann.-Münden 23 km
- 6. Paddeltag
FR, den 24.06.2005 Hann.-Münden
Beverungen 54 km
- 7. Paddeltag
SA, den 25.06.2005 Beverungen
Grave 47 km
- 8. Paddeltag
SO, den 26.06.2005 Grave
Hameln 36 km
- Ruhetag MO
den 27.06.2005 Stadtbesichtigung und Fahrzeugtransport Ha Mü nach Minden
- 9. Paddeltag
DI, den 28.06.2005 Hameln
Rinteln 27 km
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anschließend Stadtbesichtigung
- 10. Paddeltag
MI, den 29.06.2005 Rinteln
Minden 40 km
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anschließend Stadtbesichtigung
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- Abschlussfahrt
auf der Aller
11. Paddeltag FR,
den 01.07.2005 Winsen Essel
27 km
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- Treffpunkt am
SAMSTAG, den 18.06.2005 beim Kanu Klub in Eschwege bis 16:00 Uhr.
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- Alle Teilnehmer sind
pünktlich eingetroffen.
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- Sonntag, den 19.06.
- Nach einem guten
Frühstück, Brötchen hat G. Nitzsche geholt, fahren wir mit den Kanus beladenen
Pkws nach Creuzburg.
- Es geht gleich los,
denn der gewählte Einsatzort liegt etwas oberhalb des Ortes. Aussteigen und
die Burg ansehen möchten wir nicht, deshalb ein kleiner Abriss von diesem
Städtchen:
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Die Burg entstand im 12.
Jahrhundert und weist im Kern eine romanische Anlage auf, die später mehrmals
erweitert wurde. Im 13. Jahrhundert hat Creuzburg den Rang einer Nebenresidenz
der Ludowinger, verlor aber unter den Wettinern an Bedeutung. Als Herzoghaus
diente der ehemalige Palas. Im Laufe der Zeit waren Heinrich Raspe, Philipp
Melanchthon, Martin Luther und Johann Wolfgang von Goethe Gäste auf der
mittelalterlichen Burg. Nach mehrfachem Herrscherwechsel kam Creuzburg von
1741 - 1920 zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Die strategisch bedeutende
Lage brachte der Stadt immer wieder Krieg und Zerstörung.
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- Die alte Bausubstanz
wurde davon stark in Mitleidenschaft gezogen, z.B. die Kirche St. Nikolai von
1215, die Klosterapotheke und die Gottesackerkirche. Eine wirtschaftliche
Besonderheit des Ackerbaustädtchens Creuzburg stellte die von 1758 - 1808
betriebene Seidenraupenzucht dar. Ein Heimatmuseum in Creuzburg gibt Auskunft
zur wechselvollen Geschichte der einstigen landgräflichen Residenz. Es ist von
April bis Oktober geöffnet. Der parkähnliche Burghof mit Brunnen und
Freilichtbühne, Festsaal und Marstall werden für verschiedenartige
Veranstaltungen genutzt.
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- Beim Durchfahren der
alten steinernen Brücke gibt es leicht Grundberührung. Hier beginnt der
landschaftlich schönste Teil unserer Tour. In diesem engen Tal führt uns nun
die Werra in weiten Schleifen von Prallhang zu Prallhang. Die blanken
Felsenwände sind leicht bemoost. Es ist zu vergleichen mit der Altmühl und
seinen 12 Aposteln vor Dollenstein. Die Fließgeschwindigkeit der Werra lässt
nach und langsam kommen wir in den Staubereich der Wehranlage Mihla. Hier
haben wir auch gleich den ersten Bademeister, weiter geht es in Richtung
Norden. Die Werra wird an den Ufern von Büschen und kleinen Bäumen umsäumt. An
ihnen kann man durch Restbestände von Treibgut noch den Wasserstand bei
Hochwasser erkennen.
Aber auch Algenbewuchs befindet sich auf der Werra. Es soll von der Kali und
Salzgewinnung aus Herringen zu diesem Bewuchs kommen.
Die Werra schlängelt sich an den Bergrücken an Ebenhausen und Frankenroda
vorbei und wir erreichen den km 0 bei Probstei Zella unser Ziel für die
Mittagspause. Der idyllisch gelegene Landgasthof mit Hotel liegt zwischen den
Falkener Klippen und der Werra. Der Werra – Radweg führt ebenfalls direkt
vorbei.
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Zur Geschichte der
Probstei Zella:
- 777 unserer Zeit soll sich ein Eremit,
wahrscheinlich ein Mönch namens Martin und Gefolgsmann des heiligen
Bonifatius, hier an dieser Stelle zwischen Fels und Fluss niedergelassen und
eine Zella (kleines Kloster) gegründet haben. Ludwig der Eiserne, Landgraf von
Thüringen, hob 1170 das Benediktinerkloster auf dem Creuzberg an der Werra
auf, um an dieser Stelle des Klosters sich eine den Übergang über die Werra
sichernde Burg zu erbauen - die heutige Creuzburg. Er hatte zuvor seinen
Besitz des Petersstifts zu Erfurt um einige Ländereien an der Werra zwischen
Falken und Frankenroda vermehrt und zur Verwaltung einen Probst auf den
Klosterhof gesandt, der so seinen Namen „Probstei Zella„ erhielt. Dann ließ er
die Mönche des Petersklosters zu Creuzburg in die Probstei Zella versetzen. Zu
dieser Zeit gab es in Frankenroda noch keine Kirche, so dass die Einwohner in
die Probstei Zella eingepfarrt wurden. Später, wahrscheinlich erst nach dem
Bauernkrieg, bekamen die Frankenrodaer durch den hiesigen Probst eine eigene,
von den Mönchen bediente, Kapelle, aus Dankbarkeit für treue Tagelohndienste.
in einer Fehde gegen das Erfurter Petersstift zerstörten Mühlhäuser 1417 erst
das Kloster Zella und danach auch noch die Stiftskirche des heiligen Martin zu
Falke». Diese wurde erst um 1500 wieder aufgebaut. Am 28.4.1525, der
Bauernkrieg war bereits in vollem Gange, flohen Mönche aus der Probstei Zella
und anderen Außenstellen des Erfurter Peterskloster, aus Angst vor Anschlägen
der revolutionären Bauern, nach Erfurt. Nach dem Bauernkrieg war die Probstei
Zella durch Bauern völlig zerstört wurden. Zu dieser Zeit soll auch Thomas
Müntzer unweit von hier, an der legendären Bauernkanzel, gepredigt haben. So
soll am 1.5.1525 der „vereinigte Haufen„ aus der Langensalzaer Gegend durchs
Eichsfeld gezogen sein. Sie kamen auf ihrem Marsch, unter der Führung Thomas
Müntzers, bis zur Bauernkanzel unter den Falk‘ner Klippen. Von diesem
Kalkfelsen herab soll Müntzer die Bauern zum Kampf gerufen haben. Beweise
dafür, ob wirklich Müntzer von der Kanzel predigte, oder ob es sich „nur„ um
LIPS König, einen Falkener Pfarrer, der sich zur Lehre Müntzers bekannte,
handelte, gibt es nicht.
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Weiterhin ist bekannt
dass der Landgraf Friedrich der Ernsthafte 1531 die Zella erneuern ließ. Um
1715 lebten etwa 25 Mönche in der Zella, die Einwohnerzahl Frankenrodas betrug
240.
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- Nach der Enteignung
durch die Protestantisierung, im Zuge der Reformation, hat das Klostergut die
Herren öfters gewechselt. So gehörte es 1803 zu Preußen, 1806 fiel es an
General Napoleon, 1813 wieder an Preußen und 1815 an Sachsen - Weimar. Zu
dieser Zeit wurde es z.B. als Forsthaus genutzt. Eine Steintafel über der
Eingangstür des früheren Gerichtshauses von Frankenroda stammt noch aus der
Probstei Zella. Diese ist 1873 von Heinrich Möller dort angebracht wurden. Sie
zeigt gemeißelt das Wappen des Erfurter Petersklosters, welches damals die
Gerichtsobrigkeit über Frankenroda innehatte.
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Viel später zu DDR-
Zeiten befand sich ein Ferienobjekt von Laborchemie Apolda im heutigen
Landgasthof Probstei Zella. Diese betriebliche Erholungseinrichtung wurde
ganzjährig genutzt. Erst nach der Wende blieb sie geschlossen.
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1996 erwarb Familie Groß
das Anwesen. In den folgenden zwei Jahren wurde das Gebäude von Grund auf
renoviert, so dass am 1.5.1998 der Landgasthof „Probstei Zella„ eröffnet
werden konnte.
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- Das Landgasthaus mit
seiner guten Küche und dem "Wernesgrüner Bier" überzeugen uns hier anzulegen.
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- Die Werra ist ab hier
nun eine "Bundeswasserstraße“, auch wenn sie nicht mehr der allgemeinen
Schifffahrt dient. Nach einer großen Schleife sind wir am Wehr in Falken
angelangt. Ein sehr bequemer Ein- und Ausstieg erleichtert das Umtragen. Es
geht auch gleich weiter. Von weitem grüßt uns die Adolfsburg und nach 2 km
erreichen wir die Stadt Treffurt, unser heutiges Ziel. Die Autos werden von
Creuzburg geholt, beladen und zurück geht es nach Eschwege.
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- Montag, den
20.06.17.06.2001
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- Am nächsten Morgen dann
Start in Treffurt. Die Werra fließt nun bei Heldra kurzfristig durch
"hessisches Land". Links liegen das thüringische Großburschla und rechts das
hessische Altenburschla. Bei km 20 erreichen wir die Stauanlage Wanfried und
machen erst einmal eine kleine Mittagspause. Man sucht den Schatten alter
Bäume auf. Nach dem Umtragen werden wir von einem Schwan, der nur seine
Familie schützen will, angegriffen. Nachdem wir ihm unsere friedlichen
Absichten klargemacht haben, lässt er uns in seiner bedrohlichen
Angriffsstellung passieren. Die Staustufe Wanfried hat noch eine Schleuse,
früher –vor 100 Jahren - ist bis hierher die Schifffahrt noch gegangen,
hauptsächlich Getreide wurde hier umgeschlagen.
- Die Berge ziehen sich
etwas zurück und die Landschaft öffnet sich. Eschwege ist erreicht. Beim
Kanuclub nehmen wir die Boote heraus, hier ist unser Quartier. Die Autofahrer
bringen noch die Autos nach Hann.-Münden und sind schon mit dem Zug um 15:30
Uhr wieder in Eschwege.
- Die schöne saubere
Fachwerkstatt Eschwege und der Kanuklub mit seinem neuen schönen, erweiterten
Bootshaus sind uns durch die jährlichen Wochenendfahrten auf der Werra so
richtig ans Herz gewachsen. Nach einem Abstecher in der "Krone" zum Abendessen
gehen wir wieder zurück zum Kanu Klub.
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- Dienstag, den 21.06.
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- Unsere Boote sind heute
für die Gepäckfahrt voll beladen. Das Umtragen an der Wehranlage in Eschwege
würde uns viel Mühe machen. Winner und Helga Arnemann fahren mit ihrem
Zweierkajak zur Schleuse vor, um sie mit Wasser zu befüllen. Wir anderen, die
etwas später aufs Wasser gehen, können gleich in die Schleuse einfahren. Nach
der Wehranlage hat die Werra jetzt wieder flotte Strömung. Bis Albungen hat
sich der Fluss tief eingegraben. Dann führt er wieder an den Bergrücken in
kleinen Schleifen auf Bad Soden – Allendorf zu. Umtragen möchten wir nicht
gern. Wir machen erst einmal eine Mittagspause mit Stadtbesichtigung von
Allendorf. Gleichzeitig werden der Proviant und die Getränke aufgefüllt. Die
Boote werden wieder zu Wasser gelassen und Jürgens Boot macht sich
selbständig, kann aber von Günter und Maureen gesichert werden. Während Rolf
Eiser das Wehr mit seinem Boot fährt, hat Winner sich geopfert und bedient die
Schleuse. Es geht an Wahlhausen vorbei und wir erreichen die Hufeisenschleife
bei Lindewerra. Hier verlief vor der Wiedervereinigung die Grenze zwischen der
BRD und der DDR in Flussmitte. Nichts ist davon noch zu sehen. Eine neue
Brücke verbindet wieder Lindewerra mit Oberrieden. Die Narben sind verheilt.
- Links guckt die Burg
Ludwigstein und rechts die Burg Hanstein hervor. Nach 8 km erreichen wir das
Bootshaus des Kanuklubs in Witzenhausen. Wir werden sehr freundlich empfangen.
Heute ist Selbstversorgung angesagt. Der Himmel bezieht sich und ein Gewitter
zieht auf. Die Betreuer vom Kanu Klub sagen uns aber kein großes Gewitter
voraus. Tatsächlich nach einem kurzen Regenschauer ist es an uns
vorbeigezogen. Witzenhausen ist auch eine sehr schöne Fachwerkstadt mit
Wehrtürmen auf den Mauern und der Liebfrauenkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Zum Abschluss des Tages sitzen wir noch fröhlich bei den Witzenhäusern auf der
Terrasse bei frisch gezapftem Bier aus Eschwege und dem heimischen
Kirschbrand. Die beiden Australier verewigen sich im Gästebuch des Klub´s und
erhalten als Präsent eine Medaille der alten Grenzland Rallye,
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- Mittwoch, den 22.06
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- Das heutige Ziel ist
Hann. – Münden und das liegt schon in Niedersachsen. Jeden Morgen der gleiche
Rhythmus nach dem Frühstück: Zelte abbauen, Boote laden und zu Wasser bringen.
Wir werden in Witzenhausen mit Glockengeläut verabschiedet und es geht mit
flotter Strömung zum nächsten Wehr. Die Werra führt uns an Gertenbach und
Blickershausen nach Hedemünden. Dem Gertenbacher Kampfschwan können wir
ausweichen und benutzen vor dem Wehr Hedemünden die Lache, im unteren Teil
Wildwasser. Das war bislang die schnellste Wehrüberquerung und es hat viel
Spaß gemacht, wenn es so richtig strömt. Die Werra drängelt sich am Kaufunger
Wald vorbei und nach der Autobahn- und DB- Brücke kommen wir zum Wehr "Letzter
Heller". Vor dem Wehr hat sich ein Riesen großer Teppich von Algen
angesammelt.
- Mit den vorhandenen
Bootswagen geht auch hier das Umtragen recht flott und weiter geht es bis wir
die ersten Häuser von Hann. – Münden sehen. Das erste Überlaufwehr lassen wir
links liegen und bleiben ganz rechts, unterfahren die alte steinerne
Werrabrücke bis zum Wehr und können dann unter Beobachtung von Touristen
unsere Boote mit dem hier vorgehaltenen Bootswagen zum Unterwasser fahren.
Wieder mit flotter Strömung geht es dann in die Weser und am Weserstein gleich
links in den Schleusenkanal der Fuldaschleuse. Es kommt gerade ein
Fahrgastschiff aus der Schleuse und wir können gleich einfahren und werden
geschleust. Nach einem Kilometer gelangen wir zu unserem Etappenziel, dem Kanu
Klub in der sieben schönstgelegenen Städte der Welt (A. von Humboldt),
erreicht. Durch die Vereinigung der Werra mit der Fulda müssen nun beide
Flüsse ihren Namen büßen. Am Weserstein ist dieses für jedermann schriftlich
festgehalten. Bei einem anschließenden Stadtgang haben wir uns davon
überzeugt. Die herrlichen Fachwerkhäuser (700 aus 6 Jahrhunderten) mit der
Renaissance - Rathaus, dem Welfenschloss und auch das Haus des Dr. Eisenbart
begeistern uns sehr. In der Drei – Flüssestadt - Münden endet unsere
Werrafahrt, die nun morgen auf der Fulda fortgesetzt werden soll.
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- Donnerstag, den
23.06.
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- Unsere Autos bringen uns
nach Kassel. Im Stadtteil Wolfsanger finden wir eine Einsatzstelle. Wir fahren
heute mit leeren Booten, gut so, denn hier läuft nichts. Wir befinden uns im
Bereich der neu ausgebauten Bundeswasserstraße Untere Fulda. Die Strecke ist
bis Hann. Münden Stau geregelt. Drei Wehre müssen überwunden werden. Das
Wasser der Fulda ist wesentlich klarer als das der Werra, hier gibt es keine
Algenbildung. Wir durchfahren wieder eine wunderschöne Landschaft. Die
Kammermauer der alten Schleuse Wolfsanger ist auf der linken Seite noch gut zu
erkennen.
- Die Kanus tragen uns nun
zwischen den Waldbergen des Kaufungerwaldes und dem linksseitigen
Reinhardswald an der Grauen Katze und dem Roten Kater vorbei zur
Kragenhofer-Schleife. Die drei Inseln des Naturschutzgebietes werden von uns
selbstverständlich weiträumig in der Außenkurve umfahren.
- Die erste neue
Wehranlage auf dieser Strecke erreichen wir in Wahnhausen. Links neben der
Einfahrt zur Schleuse wird per Knopfdruck die Schleusung angemeldet. Nachdem
die Schleusentore sich geöffnet haben und die Signalanlage auf grün
umgesprungen ist, können wir in die Schleusenkammer einfahren. Aber die Gunst
der Stunde können nur die beiden Australier nutzen und mit einem
Fahrgastschiff geschleust werden. Wir anderen müssen leider Umtragen. Aber mit
dem Bootswagen auch kein Problem. Der eigentliche Schleusenvorgang wird nun
von einer Selbstbedienungsanlage, die auf einem Schwimmkörper - sehr gut vom
Boot zu erreichen - installiert ist, ebenfalls per Knopfdruck gesteuert. Alles
ist bedienerfreundlich für den automatischen Schleusenvorgang eingerichtet.
Die Schleusung dauert ca. 10 Minuten und wir haben einen Höhenunterschied von
bis zu 8,50 m überwunden. Das Wasser in der Schleuse ist kaum in Bewegung.
- Bei Flusskilometer
101.425 erreichen wir die nächste neue Wehranlage der Unteren Fulda in
Wilhelmshausen. Wir freuen uns schon auf die Fahrt in der Bootsgasse. Mit dem
Ziehen der Reißleine für die Benutzung der Anlage senkt sich der
Verschlusskörper und die Einfahrt wird durch ein grünes Signalzeichen
freigegeben. Während der Öffnungszeit können bequem 2 Kanus abfahren.
- Da die Bootsgasse sehr
breit angelegt ist werden unsere Boote im unteren Teil nach links abgedrängt
und bekommen an der Kammerwand Berührung. Für Boote mit einer Steueranlage wie
bei den Zweierkajaks ist eine Steuerkorrektur deshalb angebracht, obwohl in
der Bedienungsanweisung auf die Nichtbenutzung der Steueranlage ausdrücklich
hingewiesen wird. Zwei Kameraden entschließen sich doch umzutragen. Wir sind
wieder auf dem Wasser; gestärkt nach einem Mittagsmahl und mit flotten
Schlägen geht es vorwärts bis zur nächsten Wehranlage in Bonaforth.
Auch hier ist die Überquerung des Hindernisses mit einer Bootsgasse möglich.
Durch unsere Erfahrung mit der letzten Anlage befahren wir sie etwas
vorsichtiger und aufmerksamer. Alle Boote kommen sehr gut durch die Anlage,
kein Abdriften in der Gasse und keine Unterströmung im Unterwasserbereich -
eine ausgereifte Bootsgasse.
- Ohne Halt geht es weiter
nach Hann. - Münden. Rechts noch die Ausläufer des Kaufungerwaldes, der
Reinhardswald soll uns noch weiter begleiten. Wir befinden uns nun in
Niedersachsen und beim Kanu Klub.
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- Freitag, den 24.06.
Wir starten mit unseren Booten um 9:00 Uhr und können in unseren Booten
bleiben, weil wir von einem freundlichen Schleusenwart bedient werden. Am
Weserstein vereinen sich Fulda und Werra zur Weser. Die Fließgeschwindigkeit
der Weser ist doch erheblich höher, schätzungsweise 1 m/s so zwischen 3 und 4
km/h. Das nächste Wehr befindet sich nach 135 km erst in Hameln.
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- Wir fahren an Gimte
vorbei und erreichen nach Hilwartshausen die Ballertasche, die erste
Engtalstrecke der Weser. Links der Reinhardswald und rechts der Brahmwald, die
Weser trennt hier Hessen von Niedersachsen - das hessische Veckerhagen und das
niedersächsische Hemeln sind aber durch eine Fähre miteinander verbunden. Nach
der Veckerhagener Talweite müssen wir die zweite Engtalstrecke durchfahren.
- Die Sonne meint es heute
gut mit uns, also schöne Aussichten. Die herrliche Landschaft können wir so
richtig genießen.
Im Bramwald haben früher die alten Rittersleute ihr Unwesen getrieben. Die
Ruine des sagenumwobenen Raubritternestes ist leider nicht zu erkennen und von
Dornröschen in der Sababurg links oben im Reinhardswald können wir nur
träumen.
- Bei Weser-km 28
erreichen wir Gieselwerder, die Zwischenstation. Nach einer längeren
Mittagsrast brechen die ersten drei auf. die anderen eine halbe Stunde später.
- Rechts liegt
Lippoldsberg mit der frühromanischen Kirche eines ehemaligen Schlosses. In
diesem Ort lebte einer der Gebrüder Grimm. Weiter nach Bodenfelde und schon
ist der Solling unser Begleiter.
- Unterhalb von Wahrmbeck
beginnt die dritte Engtalstrecke mit dem Sollingdurchbruch.
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- Mit Bad Karlshafen
erreichen wir eine der schönsten Städte an der Weser. Der Landgraf Karl von
Hessen nahm die in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgten
Hugenotten hier auf und ließ sie diese Stadt mit ihrer Hafenanlage bauen. Ein
ganz anderer Baustil als die uns bekannten Fachwerkhäuser. Leider ist die
Hafenanlage nicht mehr befahrbar - vielleicht auch ganz gut so. Es würde nur
so von Sportbooten wimmeln.
- Von hier wurden die
Hessen, die von ihren Landesherren dem Kurfürst von Hessen - Kassel, an die
Engländer für den Kampf gegen die Unabhängigkeitsbewegung in Amerika verkauft
wurden, eingeschifft.
Vor uns ist der Julius-Turm oberhalb der Weser zu erkennen. Die Diemel mündet
von links in die Weser und die „Hannoverschen Klippen“ werden überwunden.
Weiter geht es nach Herstelle, dem ersten Ort in Nordrhein-Westfalen. Das Land
Hessen haben wir nun auch hinter uns gelassen.
In Würgassen endet der Sollingdurchbruch und „Am Totenkopf“ beginnt der große
Weserbogen. Mit dem Totenkopf könnte auch das Atomkraftwerk gemeint sein. Es
liegt so friedlich und still in der schönen Landschaft. Kein Wasserdampf
steigt aus den Kühltürmen.
Alles so ungefährlich? Ist es schon stillgelegt? Wo bleibt nur der Atommüll?
Gegen 16.00 Uhr ist das Ziel - das Bootshaus des WSV Beverungen - erreicht.
Eine vorbildliche Anlage mit einer guten Küche. Schnell sind die Zelte
aufgestellt und dann unter die Dusche und den Schweiß abgespült. Was für eine
Wohltat!
- Die ersten sitzen im
Schatten auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen.
Zum Abendbrot werden wir von der Küche mit einer reichhaltigen Speisekarte und
gutem Essen verwöhnt. Auch das Bier läuft gut. Fassbrause gibt es leider nicht
mehr.
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- Samstag, den 25.06.
Am nächsten Morgen geht es bei spärlichem Sonnenschein aufs Wasser.
- Oberhalb der Weser, in
einem engen Bogen, sehen wir das Schloss Fürstenberg mit seiner staatlichen
Porzellanmanufaktur.
- In der Ferne sind schon
die Türme der Kilianskirche von Höxter zu sehen. Auch hier in Höxter sollte
man aussteigen und die reizvolle westfälische Kreisstadt, welche von einer
Stadtmauer - von drei Seiten - umgeben ist, einmal ansehen. Wir lassen Höxter
hinter uns und nach einer Strombiegung liegt links neben uns die Benediktiner
- Abtei Corvey mit ihrer Kirche. Hier ist auch die Grabstätte des Hoffmanns
von Fallersleben, dem Dichter des Deutschlandliedes. Es ist doch wieder ganz
schön warm geworden. Eine kleine Pause ist angesagt. Zur Besichtigung des
Klosters besteht wenig Lust.
Durch die „Südenbucht“, eine unübersichtliche Stelle bei Schiffsverkehr,
kommen wir nun nach Holzminden. Den Getreidespeicher haben wir schon von
weitem gesehen.
- Die ersten dunklen
Wolken kommen auf und der Wind nimmt kräftig zu. Der Köterberg, der höchste
Berg des Weserberglandes, liegt im Regen. Die Weser wechselt in weiten
Windungen von Prallhang zu Prallhang. Um 16.00 Uhr sind wir in Polle. Oberhalb
der Fähre steht trotzig die Burg der Grafen von Everstein. Hier ist eigentlich
die zweite Pause vorgesehen, schlechte Aufstiegsmöglichkeit und wegen des
Regens wollen wir weiterfahren. Mit flottem Schlag geht es an Brille vorbei
und wir erreichen den Campingplatz in Grave. Wieder ist Selbstversorgung
angesagt bzw. eine Bratwurst und Bier ist zu bekommen. Anschließend dürfen wir
das Fußballspiel Deutschland – Brasilien in einem kleinem mit Rauchschwaden
verhangenden Raum ansehen. Es ging leider 2:3 verloren. Das Beste und
Lustigste aber waren die Fachkommentare anderer Campinggäste zum Spiel.
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- Sonntag, den26.06.
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- Nach einer unangenehmen
Nachtruhe, um 2:00 Uhr Weserüberquerung von jungen Leuten, die von einem
Feuwehrfest Heim wollten und um 5:45 Uhr Einteilung der Angler für einen
Wettbewerb, tragen uns die Boote wieder auf der Weser. Es geht weiter über
Steinmühle und der Rühler Schweiz nach Bodenwerder. Noch hinauf einen Blick
zur Königszinne, der Aussichtsplattform auf dem Vogler oberhalb Bodenwerders,
und schon tragen uns wieder die Fluten der Weser durch die Kemnader-Brücke in
Richtung Nordwest. Links liegt das Schlosses Hehlen, ein Renaissance - Schloss
mit Zwiebeltürmen. Wir erreichen jetzt die fünfte Engtalstrecke der Weser.
Schon von weitem sind die Wasserdampfschwaden des Atomkraftwerkes Grohnde
sichtbar. Die Weser ist hier schon sehr breit und durchfließt ein weites Tal.
Wie ein riesiger Klotz in der Landschaft steht vor uns das Atomkraftwerk
Grohnde mit seinen riesigen Kühltürmen. Von der Kühlwassereinleitung über eine
Berieselungsanlage hat sich ein gelbgrüner Teppich aus den Schwebstoffen des
Weserwassers ausgebreitet. Wir stampfen mit unseren Booten durch diese Brühe.
Es geht weiter immer Richtung Nordwesten bei etwas Gegenwind und Sonnenschein.
An Kirchohsen vorbei erreichen wir Emmerthal mit dem Zufluss der Emmer.
Die Fließgeschwindigkeit der Weser lässt erheblich nach und am Ohrberg
befinden wir uns im Staubereich der Wehranlage Hameln. Von rechts mündet die
Hamel in die Weser, links ein Wasserübungsplatz der britischen Pioniere. Wir
halten uns mit unseren Booten auf der rechten Weserseite und erreichen den
Kanu Klub in Hameln. Das Ziel Hameln ist erreicht. Drachenbootfahrer machen
sich zum Training bereit.
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- Montag, den 27.06.
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- Ruhetag
- Hameln ist eine der
schönsten Städte Norddeutschlands mit zahlreichen Bauten der Weser -
Renaissance, dem Rattenfängerhaus und dem Hochzeitshaus. Während die
Autofahrer die Autos von Hann.-Münden holen und sie gleich nach Minden
vorfahren. besuchen die Anderen die Altstadt von Hameln. Aus Anlass seines
baldigen „29.06.“ Geburtstages werden wir von Günter freundlicherweise zu
einem Spanferkelessen beim Kanu Klub eingeladen. Dankend haben wir die
Einladung angenommen, Essen und Trinken war hervorragend.
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- Dienstag, den 28.06.
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- Um 9:00 Uhr sind wir zum
Schleusen angemeldet. Um kurz vor 9:00 Uhr können wir in die Schleuse
einfahren. Die Schleusenkammer ist leicht gewölbt und sehr lang. Der
Schleusenvorgang dauert daher sehr lange. Der starke Seitenstrom des
Kraftwerkes lässt uns auf der linken Weserseite bleiben. Von rechts mündet der
zweite Weserarm ein und die Weser hat wieder ihre alte Fließgeschwindigkeit.
Nach 4 km ist rechts Fischbeck mit der ehemaligen Klosterkirche zu sehen.
- Das breite Wesertal wird
links von den einsamen Wäldern des Rumbeckers Berges und rechts vom Süntel und
dem Wesergebirge begrenzt. Die Hohensteiner Klippen und auch das Schloss
Schaumburg sind gut auszumachen. In der Ferne ist schon der Kirchturm von
Rinteln zu sehen; noch eine Schleife, dann haben wir es erreicht und sind am
Bootshaus des Rintelner Kanu - Klubs bei Weser-km 163. Auch hier sind wir
angemeldet und ein Lager auf dem Boden des Bootshauses für unsere
Luftmatratzen steht uns für eine geringe Gebühr zur Verfügung. Aber bei diesem
warmen lauen Wetter bleiben wir auf dem Gelände des Kanu-Klubs. Mit unseren
Zelten sind wir die einzigen Gäste hier.
- Nach dem Duschen machen
wir die obligatorische Stadtbesichtigung mit anschließendem Abendessen beim
„Italiener“.
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- Mittwoch, den 29.06.
(letzter Tag)
7.00 Uhr wecken, waschen, aufräumen, Boote klarmachen,
8.00 Uhr Frühstück - Brötchen bringt der Bootshaus – Wirt.
- Um 9.00 Uhr sitzen wir
wieder in unseren Booten und verlassen Rinteln. Wir fahren am Doktorsee, einem
großen Wassersport- und Freizeitzentrum, vorbei und erreichen nach einigen
Fehl - km (mit alphanumerischen Zeichen versehen), weil die Weser einmal von
Bremen am Beginn der Unterweser und dann wieder von der Entstehung in Münden
kilometriert wurde, bei km 174 die Veltheimer Bucht. Mit km 177 beginnt die
sechste Engtalstrecke der Weser, rechts erscheint das große Kohlekraftwerk
Weser. Wir fahren an Vlotho vorbei. Wir befinden uns nun in
Nordrhein-Westfalen im Kreis Minden-Lübbecke und unterfahren die beiden
Autobahn- und Eisenbahnbrücken. Links liegt das berühmte Staatsbad Oeynhausen.
Die Werre mündet bei Rehme von links in die Weser ein.
Die Weser macht nun einen großen Bogen und fließt in Richtung Osten. Vor uns
steht das Wiehengebirge. Wie kommt das Gebirge zu seinem Namen? Weil es wie
`n Gebirge aussieht, behaupten die Mindener. Die Wittekindsburg ist zu sehen.
Die Stammburg des Sachsenherzogs Widukind. Der Sage nach wurde Widukind von
den Franken Karls des Großen verfolgt, nachdem sie in Verden 7 000 heidnische
Sachsen, die nicht den christlichen Glauben annehmen wollten, niedergemetzelt
hatten. Widukind war durch die Verfolgung so durstig geworden, dass er sich
entschloss, wenn er jetzt Wasser finden würde, trete er zum christlichen
Glauben über. Sein Pferd schlug aus und aus dem Fels entsprang eine Quelle. So
soll dieser Herzog mit seinen Sachsen zum neuen Glauben gekommen sein. Aus
dieser Quelle sprudelt noch heute frisches kühles Nass.
Die berühmte Weserscharte, die Porta Westfalica, der Durchbruch zur
Norddeutschen Tiefebene ist erreicht. Links oben begrüßt uns Kaiser Wilhelm I.
mit ausgestreckter Hand und auf der anderen Seite auf dem Jakobsberg im
Wesergebirge streckt der Fernsehturm sich in den Himmel.
Vor uns ist eines der Wahrzeichen von Minden, die Marienkirche, zu sehen und
nach 4 km haben wir die alte westfälische Kreisstadt, die im 9.Jahrhundert
schon als Bischofssitz gegründet worden ist. Beim Faltboot und Ski Klub (Weser
km 202,2) legen wir an. Das Endziel unserer Wanderfahrt Minden ist erreicht.
-
- Unsere hier abgestellten
Autos werden beladen. Wir sind um 13:00 Uhr angekommen. Natürlich ist Niemand
von den Kanuten des FuS Minden anwesend.
- Nach der Besichtigung
der Altstadt von Minden gehen wir hinunter zum Scharn mit Eisessen, über den
Markt zum Dom. Den Abschluss bildet ein Ausflug zum Wasserstraßenkreuz. Der
Mittellandkanal wird mittels zweier Kanalbrücken über die Weser geführt. Die
alte Dreigelenkbogen - Brücke hätte nicht mehr der heutigen Anforderungen des
Großmotorschiffes von 2000 t genügt und so ist parallel zu dieser eine neue 42
m Breite und 4 m tiefe Brücke entstanden. Die Länge der beiden Brücken beträgt
325 m.
- Peter, Günter verlassen
uns. Helga, Rolf, Winner und Wolf fahren nach Hause, kommen aber am Freitag
nach Winsen zur Abschlussfahrt. Die restlichen fahren nach Ovelgönne.
-
-
- Freitag, den 01.07.
-
- Es regnet, haben wir
doch auf unserer Wanderfahrt das beste Wetter gehabt, sollte das der traurige
Abschied sein?
- Um 9:30 Uhr treffen wir
uns alle in Winsen am Alleranleger. Es hat aufgehört zu regen. Ein Auto ist
bereits in Essel an der Allerbrücke abgestellt.
- Abends sitzen wir beim
„Chinesen“ und lassen es uns gut gehen. Den Tag lassen wir dann in Jürgens
Wochenendhaus in Erinnerung an wunderschöne, warme und trockene Tage voll
Harmonie ausklingen.
-
-
- Jürgen Hauf
aus
http://home.t-online.de/home/zella/start.htm
- Eine Elbewanderfahrt in 2004
|
-

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- Albin und Jürgen möchten in 2004 die Elbe von der Tschechischen Grenze
bis nach Hamburg befahren. Beide sind Rentner mit sehr viel Zeit.
- Soll man dieses im Rahmen einer ICF–Fahrt machen oder alles selber
planen und sich treiben lassen?
- Bei der ICF–Fahrt wird alles organisiert. Die Übernachtungsplätze und
die Strecken sind genau festgelegt, alles also Zwang. Ist es nicht viel
schöner den Tag frei zu gestalten und die Natur zu genießen, die
Wasservögel zu beobachten und seine Pausen am Sandstrand zwischen den
Buhnen zu wählen und das Etappenziel täglich neu zu bestimmen?
- Hier scheiden sich die Geister bei den Paddlern, darum sind die ICF
Wanderfahrten mit vielen Vorurteilen behaftet.
- Wir haben uns trotzdem entschlossen, bei Abwägung aller Vor- und
Nachteile unsere Wanderfahrt mit der 14. ICF-Elbefahrt von Schmilka nach
Hamburg zu verknüpfen. Unsere Erfahrungen in 2000 waren sehr positiv.
- Was sind denn die Nachteile einer solchen Fahrt?
-
- Große Gruppe (70 Personen) – verteilt sich aber auf dem Wasser.
- Unruhe auf den Zeltplätzen – stimmt nicht, 22:00 Uhr ist
Nachtruhe, die auch eingehalten wird.
- Festgelegte Etappen – warum nicht, ein Zeitlimit gibt es ja nicht.
Die Natur kann man genießen, die Wasservögel beobachten und seine Pausen
am Sandstrand zwischen den Buhnen kann man auch frei wählen. Bis 20:00 Uhr
kann man immer am Etappenziel ankommen. Vorfahrten bzw. Trennung von der
Truppe sind nach Abmeldung beim Fahrtenleiter jeder Zeit möglich.
- Es gibt also keine Nachteile. Im Gegenteil, eine sehr ausführliche
Ausschreibung mit Stadtplänen und Streckenbezeichnung ist der
Ausschreibung beigefügt und jeder Kanu Klub, bei dem übernachtet wird,
überschlägt sich mit Kaffee und Kuchen, Essen und Getränken. Die Anfahrt
nach Dresden erfolgt mittels Bus und die Boote werden mit transportiert.
Selbst eine Abschlussfeier mit gemeinsamem Essen, sowie eine Plakette über
die Teilnahme an der Tour sind eingeschlossen. Die Veranstaltung endet mit
einer Barkassenfahrt am nächsten Morgen durch den Hamburger Hafen.
- Und auch wichtig: Bei Abschluss dieser Tour sind die
Bedingungen für das Wanderfahrerabzeichen erfüllt.
- Also nur positive Aspekte für eine ICF–Fahrt .
- Zeitplan für 2004:
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- Bus-Anfahrt
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- Samstag
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- 10.07.2004
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- Hamburg
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- Dresden
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-
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- 1.
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- Paddeltag
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- Sonntag
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- 11.07.2004
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- Schmilka
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- Dresden
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- 44 km
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- 1.
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- Ruhetag
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- Montag
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- 12.07.2004
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- Dresden
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- Wanderung
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-
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- 2.
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- Paddeltag
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- Dienstag
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- 13.07.2004
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- Dresden
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- Meißen
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- 34 km
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- 3.
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- Paddeltag
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- Mittwoch
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- 14.07.2004
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- Meißen
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- Risa
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- 25 km
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- 4.
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- Paddeltag
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- Donnerstag
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- 15.07.2004
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- Risa
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- Torgau
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- 48 km
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- 2.
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- Ruhetag
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- Freitag
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- 16.07.2004
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- Torgau
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- Stadtbesichtigung
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-
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- 5.
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- Paddeltag
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- Samstag
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- 17.07.2004
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- Torgau
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- Elster
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- 46 km
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- 6.
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- Paddeltag
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- Sonntag
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- 18.07.2004
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- Elster
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- Coswig
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- 35 km
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- 7.
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- Paddeltag
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- Montag
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- 19.07.2004
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- Coswig
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- Aken
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- 41 km
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- 8.
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- Paddeltag
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- Dienstag
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- 20.07.2004
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- Aken
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- Magdeburg
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- 48 km
|
- 3.
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- Ruhetag
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- Mittwoch
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- 21.07.2004
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- Magdeburg
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- Wasserstraßenkreuz
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-
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- 9.
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- Paddeltag
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- Donnerstag
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- 22.07.2004
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- Magdeburg
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- Rogätz
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- 29 km
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- 10.
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- Paddeltag
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- Freitag
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- 23.07.2004
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- Rogätz
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- Tangermünde
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- 38 km
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- 11.
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- Paddeltag
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- Samstag
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- 24.07.2004
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- Tangermünde
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- Havelberg
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- 39 km
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- 12.
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- Paddeltag
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- Sonntag
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- 25.07.2004
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- Havelberg
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- Wittenberge
|
- 37 km
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- 13.
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- Paddeltag
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- Montag
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- 26.07.2004
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- Wittenberge
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- Schnackenburg
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- 22 km
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- 14.
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- Paddeltag
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- Dienstag
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- 27.07.2004
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- Schnackenburg
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- Hitzacker
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- 50 km
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- 15.
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- Paddeltag
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- Mittwoch
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- 28.07.2004
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- Hitzacker
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- Radegast
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- 32 km
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- 16.
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- Paddeltag
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- Donnerstag
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- 29.07.2004
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- Radegast
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- Geesthacht
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- 27 km
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- 17.
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- Paddeltag
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- Freitag
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- 30.07.2004
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- Geesthacht
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- HH-Harburg
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- 33 km
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- Gesamtstrecke einschl. Kanäle 628 km .
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- In Bereich der Elbe gibt es wenig Brücken. Die Überquerung der Elbe
erfolgt mittels Gierfähren. An einem 300 bis 500 m langem, teilweise in
der Flusssohle verankerten Seil, mit gelben Tonnen(Bojen) gekennzeichnet,
wird die Fähre durch Anschneiden(Gieren) gegen den freifließenden Fluss,
die Elbe, zum anderen Ufer geführt. Vom Paddler wird hier besondere
Aufmerksamkeit gefordert. Die Fähren nehmen nur auf die Berufsschiffart
Rücksicht. Das An- bzw. Ablegen der Gierfähren muss genau beobachtet
werden, um nicht das hochgeführte Seil mit den Tonnen evtl. kreuzen zu
müssen und dann am Seil hängen zu bleiben. Unterhalb von Wittenberge sind
es dann Motorfähren, aber auch hier ist Vorsicht geboten.
- Fahrt von Schmilka nach Dresden
- Am Sonntag starten wir in Schmilka an der Fähre. Die Fahrt durchs
Elbsandsteingebirge führt uns an Bad Schandau und Königstein(oben der
Kegelberg mit der Festung Königstein) vorbei an den schroffen Felsen, die
hier bis an die Elbe heranragen. Dann sehen wir von weitem die
Bergformation „Lokomotive" es folgt der Kurort Rathen mit der Bastei,
Stadt Wehlen, Pirna. Hier in Pirna, dem Tor zum Elbsandsteingebirge, sind
viele Industriebetriebe geschlossen. Werkshallen und Gebäude sind bereits
abgetragen. Riesige Schutthalden säumen das Ufer. Aber auch neue Betriebe
sind entstanden. In Heidenau verlässt uns die begleitende Eisenbahnlinie.
Wir erreichen nach der Pillnitzer Insel rechts das Schloss. Die vielen
Ausflügler und Besucher des Schlosses winken uns an der Uferpromenade
freundlich zu. Von Ferne sehen wir das „Blaue Wunder" und unsere 1. Etappe
ist beendet.
- Der Kanu Klub hat heute Abend für das leibliche Wohl gesorgt. Grill-
und Wurstspezialitäten und das gute sächsisches Bier lassen wir uns in
froher Runde gut schmecken. Eine aufziehende Regenwand beendet unser
Grillfest.
- Ruhetag in Dresden
- Es hat die ganze Nacht geschüttet, wie aus Kübeln, nun regnet es nicht
mehr. Also fährt eine Gruppe unter Leitung von Wolfgang, zu der auch wir
beide gehören, mit Bahn und Bus weit hinter Pillnitz und begibt sich nach
einem 300m Aufstieg auf den östlichen Höhenzug. Ein Höhenweg führt uns
nach 16 km wieder hinunter zum „Blauen Wunder". Wenn uns auch einige
Regenschauer überraschen, so haben wir einen herrlichen Blick bis zum
Erzgebirge. Wir kommen pünktlich um 16:00 Uhr zum Kaffee und Kuchen in der
Zeltstadt an.
- Fahrt von Dresden nach Meißen
- Es regnet nicht, dafür stürmt es. Nach dem Frühstück geht es nun doch
los. Eingepackt in regenfeste Paddelkleidung starten wir. Es geht vorbei
an den Brühlschen Terrassen, der Hofkirche und der Semperoper. Wieder ein
Schauer. Nach Durchfahren der neuen Autobahnbrücke verlassen wir Dresden.
Es geht vorbei an Radebeul, der Geburtsstadt von Karl May mit dem
Indianer-Museum. Von hier kann man mit einer Schmalspurbahn auch das
Schloss Moritzburg erreichen. Weiter - an den Hängen wird hier Wein
angebaut- an Kötschen-Broda und Coswig vorbei erreichen wir, begleitet von
kleinen Schauern, schon gegen Mittag den Kanu-Klub in Meißen. Die Zelte
können trocken aufgebaut werden. Für Essen – bunter Kartoffelsalat mit
Kassler und Kuchen - und diverse Getränke, auch Meißener Wein, ist vom
Kanuklub gesorgt. Viele alte Gebäude stehen unter Denkmalsschutz und sind
teilweise noch in schlechtem Zustand. Viele Häuser sind mit einer neuen
Bedachung versehen. Für den Besuch der Porzellanmanufaktur wird es zu
spät.
- Fahrt von Meißen nach Risa
- Als wir starten guckt die Sonne schon ein wenig heraus. Der starke
Wind fegt die Regenwolken weg. Rechts oben steht stolz auf einem Felsen
die Albrechtsburg mit dem Dom und unten auf der Elbe die Kanuten mit ihren
kleinen Schiffchen. In Disbar/Seußlitz endet die sächsische Weinstraße.
Schon sind wir beim Kanu-Klub in Risa, mit großem und modernisiertem
Bootshaus. Ein sehr erfolgreicher Sportverein. Viele Urkunden und
Auszeichnungen sind Beweise für eine gute und erfolgreiche Jugendarbeit.
- Die Zelte werden hinter dem Haus aufgebaut
- Wir machen noch einen kleinen Bummel durch die neue Fußgängerzone in
Risa. Das Kloster ist geschlossen und wir können es leider nicht besuchen.
- Da das Bootshaus bewirtschaftet wird, sind wir um 18:00 Uhr hier zum
Essen angemeldet.
- Fahrt von Risa nach Torgau
- Das Wetter scheint zu halten. Noch kein Regen. Die Sonne will sich
durchkämpfen. Das Wasser der Elbe fließt gut. Die Regenjacke wird
griffbereit auf dem Oberdeck festgezurrt. Nach 10 km sehen wir vor uns die
Schlosstürme von Torgau und nach Unterfahrung der neuen Elbebrücke sind
wir am Anleger des Kanu- und Ruderklub in Torgau. Hier fließt die Elbe
besonders stark. Für das leibliche Wohl hat auch hier der Kanu-Klub
gesorgt. Kaffe und Kuchen lassen wir uns gut schmecken.
- Um 19:00 Uhr ist eine Brauereibesichtigung mit Beköstigung vorgesehen.
Natürlich müssen wir daran teilnehmen.
- Ruhetag in Torgau
- Endlich einmal ausschlafen. Nach einem guten Frühstück ist
Stadtbesichtigung auf dem Plan. Die Sonne ist da und es wird auch gleich
warm.
Unser Stadtführer ist selbst Paddler und führt uns voller Stolz durch
die wunderschöne Renaissancestadt mit seiner historischen Altstadt, der
spätgotischen Marienkirche und dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Über
die verschiedenen Baustile und Ergänzungen der Gebäude, besonders des
Schlosses Hartenfels(ein Hauptwerk der Frührenaissance) mit seinem
Bärenzwinger, weiss er fachkundig zu berichten. Auch über die
Vergangenheit des Schlosses und seiner teilweise berüchtigten
Gefängnisanlage sowie die historische Vereinigung der sowjetischen und der
amerikanischen Armeen 1945 weiss er zu erzählen.
Hier in Torgau wurde auch die ev. luth. Bekenntnisschrift über die
Kirchenordnung als Gutachten für den Reichstag in Augsburg von Luther,
Melanchthon, Bugenhagen und Jonas als die „Torgauer Artikel"
ausgearbeitet.
Am Nachmittag machen wir noch eine Bus-Fahrt mit einer Reiseleiterin
nach Ostelbien zu den alten Herrschafthäusern. Einige sind wieder gut
hergerichtet, aber andere verfallen ganz. Investoren fehlen halt überall.
Während im südlichen Sachsen viel investiert wurde, ist hier im Norden
eine hohe Arbeitslosigkeit.
Fahrt von Torgau nach Elster
Ist das Wasser durch den vielen Regen gestiegen? Nein! Es ist leicht
diesig, aber schon warm als wir aufs Wasser gehen. Die Elbe schlängelt
sich auf 45 km fast nach Norden. Es gibt hier kaum Ortschaften an der
Elbe. Mit dem Ort Mühlberg berühren wir das Land Brandenburg Die Gegend
ist hier nicht so dicht besiedelt.
Nach der Einmündung der schwarzen Elster in einer großen Elbschleife
haben wir unser Ziel die Stadt Elster erreicht. Viele Elbschiffer lebten
hier und haben diese Stadt geprägt. Eine wunderschöne Anlage hat hier der
Kanuklub „Harmonie Elster" in Eigenleistung schon zu DDR-Zeiten mit sehr
viel Unterstützung des alt ansässigen Schiffervereines Harmonie angelegt.
Der Verein hat aus Dankbarkeit den Namen "Harmonie" übernommen.
Auf dem sehr gepflegten Rasen stehen unsere bunten Zelte. Hier ist
wirklich alles piek fein, auch die großzügigen Räumlichkeiten laden
eigentlich zum längeren Bleiben ein. Zum Essen begeben wir uns in ein nahe
gelegenes Restaurant. In der Nacht zieht ein schwerer Sturm über uns
hinweg. Manche Zelte müssen festgehalten werden.
Fahrt von Elster nach Coswig in Anhalt
Herrliche Sonne, warmer Tag, aber Westwind und genau nach Westen führt
uns auf einer langen Geraden die Elbe an der Lutherstadt Wittenberg
vorbei. Hier stand die Wiege der Reformation mit dem Anschlag der 99
Thesen an das Tor der Schlosskirche. Lukas Cranach d. Ä. und Lukas Cranach
d. J. haben ebenfalls hier ihre unvergänglichen Werke geschaffen. Ein
Ausflug an diese historischen Stätten und ein Besuch der Stadtkirche und
der Wohnhäuser(Museum) von Cranach und Melanchthon sind immer lohnend.
In großen weiten Schleifen führt uns die Elbe nach Coswig. Vor der
Fähranlage befindet sich der Kanu-Klub. Wir werden mit Kaffe und Kuchen
versorgt. Eine Buchhändlerin in historischer Tracht mit den besten
Kenntnissen über die Stadtgeschichte führt uns von der Schifferstadt
hinauf zum Renaissance-Schloss mit den Kavalier-Häusern. Wir schlendern
durch die kleinen Gassen und kommen zum Museum, einem Teil des ehemaligen
Nonnenklosters. Hier übernimmt die Museumsverwaltung die Führung. Die
Stadt Coswig ist eng mit der Elbschiffart verbunden. Vom Treideln der
Schiffe, von der Flößerei und später durch die Kettendampfer-Schiffart
wird hier alles gezeigt. Der Dachstuhl des Gebäudes zeugt mit einem
„Doppelten Sprengewerk" von hoher Zimmermannskunst.
Anschließend führt uns der Pfarrer in „seine" St. Nicolai-Kirche. Um
1150 wurde mit dem Bau der dreischiffigen Hallenkirche begonnen. Auf den
romanischen Ursprung weisen die Vierung und der Triumphbogen mit den
Kämpferplatten hin. Der Chorraum wurde bei der frühgotischen Erweiterung
um 1300 im Zusammenhang mit der Gründung des Augustiners Eremiten
Nonnenkloster angebaut. Das Kircheninnere war auch eine Begräbnisstätte
von Nonnen und wohlhabenden Bürgern. Beachtenswert sind die original
erhaltenen Reste des gotiken Chorgestühls. Luthers Reformation erreichte
Coswig 1527. Das Kloster wurde säkularisiert und St. Nicolai wurde wieder
Stadtkirche. Nach der schweren Zerstörung im Schmalkaldischen Krieg(1547)
wurde Coswig 1596 wieder „ reformiert". Durch Zerstörung im 30- jährigen
Krieg(1630) erfolgte eine Umgestaltung dann im Barockstil. Endgültig
lutherisch wurde die Kirche im Jahre 1687. Ein Muss für die wohlhabenden
Bürger Coswigs war der Besitz „einer Loge" mit einem separaten Eingang von
außen, Verzierungen und eigenem Kamin. In der Kirche befinden sich drei
Werke von Lukas Cranach d. J.
Nicht unerwähnt bleiben soll noch die Orgel, die 1814 unter Verwendung
von älteren Registern gebaut wurde und der romanische Breitturm mit seiner
neugotischen Spitze(62 m hoch). Zur Erhaltung und weiteren
Restaurationsarbeiten hat sich 1994 ein Förderkreis St. Nicolai e.V.
gegründet.
Es wird ein schöner Abend vor unseren Zelten, bis ein Unwetter uns ins
Bootshaus treibt.
Fahrt von Coswig nach Aken
Gut gestärkt gehen wir aufs Wasser. Die Strömung erfasst uns und schon
sind wir an Coswig vorbei. Links liegt der Ort Vockerode und nach der
Autobahnbrücke folgt bis kurz vor Roßlau ein militärisches Sperrgebiet.
Die Schornsteine des Kraftwerkes von Dessau tauchen immer wieder durch die
vielen Schleifen der Elbe auf.
Nach dem Unterfahren der Straßen- und dann der Eisenbahnbrücke macht
die Elbe bei Roßlau eine enge Schleife, von rechts mündet die Mulde aus
dem Erzgebirge in die Elbe. Der Rodlebener Kanu Klub hat zur Mittagszeit
zu einem kleinen Imbiss geladen, was alle auch gern annehmen. Die Elbe
wendet sich in einer weiteren Schleife von Dessau, die Wiege der modernen
Architektur und Design mit dem Bauhaus unter der Leitung von Walter
Gropius aus den frühen 30-iger Jahren unseres Jahrhunderts, wieder ab und
fließt wieder schnurgerade in Richtung Westen. Nach 10 km sind wir an der
Fähre Aken/Zerbst. Links liegt das Bootshaus des Köthener Kanu-Klubs hier
in Aken. Der Ort Aken liegt 2 km von der Elbe entfernt. Hier an der
Hafenanlage von Aken hat neben anderen Wasser-Sport-Vereinen auch der
Köthener Kanu-Klub seine Heimstatt. Kaffe und Kuchen, Schmalzbrote und
Zwiebelkuchen sind für die hungrige Paddlerschar vorbereitet und abends
gibt es noch Grillgut mit Salaten. Wir lassen es uns gut schmecken und
sitzen noch lange auf der Terrasse mit netten Paddelfreunden. Um 22:00 Uhr
ist aber wie üblich Nachtruhe.
Fahrt von Aken nach Magdeburg
Am nächsten Morgen geht es dann bei leichtem Nebel wieder aufs Wasser.
Es ist noch ein wenig kühl. Unsere Elbe führt uns nach Nordwesten durch
das Naturschutzgebiet bis zur Saale Mündung. Weit sind auch hier die Auen
überschwemmt. Wir erreichen Barby und von rechts mündet die Nuthe in die
Elbe. Wir erreichen den Kanu Klub Delphin in Schönebeck. Auch hier sind
wir zu einem Imbiss eingeladen.
Nach zwei weiteren Schleifen durchfahren wir die Straßenbrücke in
Schönebeck. Die ersten Industrieanlagen kündigen Magdeburg an. Wir halten
uns jetzt ganz rechts, damit uns die Strömung der Elbe in den Flussarm der
„Alten Elbe" trägt und nach einem Kilometer sind wir am Ziel der heutigen
Etappe, dem Kanu-Klub „Börde" in Magdeburg.
Ruhetag in Magdeburg
Mit dem Omnibus fahren wir unter fachlicher Führung von B. Haberland
zum Wasserstraßenkreuz nach Hohenwarthe. Die Elbüberquerung ist seit dem
Okt.2003 für den Schiffsverkehr frei gegeben. Wir wandern von der neuen
Abstiegsschleuse, über das Schiffshebewerk auf dem Betriebsweg bis zur
neuen Schleuse Hohenwarthe. Der Schiffsverkehr hat sich durch die neue
Kanalbrücke zwischen dem Schiffshebewerk Rotensee und der Schleuse Nigripp
zum Elbe-Havel-Kanal um fast 2 Tage verkürzt. Um 13:00 Uhr erreichen wir
noch die Stadtführung. Magdeburg wurde erstmals 805 urkundlich erwähnt. Im
Jahre 968 gründete Kaiser Otto I. hier ein Erzbistum. Nach
Auseinandersetzungen mit dem erzbischöflichen Hof entwickelte sich der Ort
im Mittelalter zu einem bedeutenden Handelszentrum. Im Dreißigjährigen
Krieg wurde Magdeburg von Tilly in Schutt und Asche gelegt. Erst 1700
erlebte es wieder eine neue Blütezeit. Barockbauten am Breiten Weg und
Domplatz zeugen heute noch davon. Nach der Französischen Fremdherrschaft
wurde Magdeburg Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen. Am 16. Januar
1945 erfolgte auf Magdeburg ein sehr schwerer Bombenangriff. Brandbomben
zerstörten die gesamte Altstadt. Mit wenigen Ausnahmen ist vieles wieder
aufgebaut worden.
Entlang dem Elbufer, an der Johanniskirche vorbei geht es zum „Alten
Markt" mit Otto von Guerickedenkmal und Dr. Eisenbarth-Brunnen dann den
„Breiten Weg" mit seinen Barockbauten hinunter und weiter zum Domplatz.
Die eindrucksvolle Domfassade mit dem Schutzpatron, dem HL. Mauritius,
„erschlägt" uns mit ihrer Pracht. Magdeburg kann sich durchaus mit Dresden
messen. Der Dom ist die erste nach gotischen Plänen gebaute Kathedrale in
Deutschland. Neben der baugebundenen Kunst beherbergt er einmalige
Kunstwerke aus acht Jahrhunderten. Das Grabmal Kaiser Otto I. befindet
sich ebenfalls hier sowie die bekannte Barlachgruppe.
Fahrt von Magdeburg nach Rogätz
Nun müssen wir die alte Elbe gegen den Strom anfahren, dann mit hoher
Fließgeschwindigkeit in die Stromelbe vorbei am Domfelsen. Hier herrscht
eine gewaltige Strömung. Mit der Spritzdecke ist die Luke gut abgedichtet
und jetzt fallen dicke Tropfen auf uns hernieder. Auf dem Wasser bilden
sich richtige Blasen. Unser Strom führt uns am Hafen vorbei. Kein
Schiffsverkehr kommt aus dem Abstiegskanal Rotensee. Warum auch, die
Kanalüberführung ist ja nun vorhanden, die wir anschließend unterfahren.
Nach einer Schleife geht rechts die Einfahrt zur Schleuse Nigripp zum
Elbe-Havel-Kanal in Richtung Berlin ab. Links liegt das Städtchen Rogätz.
Das Zelt wird bei strömendem Regen aufgebaut. Dann ab duschen und
hinterher eine schöne heiße Kartoffelsuppe mit Würstchen abschließend
Kaffe und Kuchen. Um 16:00 Uhr kommt die Sonne heraus und trocknet die
nassen Zelte. Es wird auch gleich wieder warm. Es folgt eine
Turmbesteigung und von hier hat man einen weiten Blick auf die Elbe zurück
bis nach Magdeburg, links liegt die Stadt Burg und vor uns mündet die Ohre
in die Elbe. Die wunderschönen Elbauen sind die Heimat vieler Wasservögel.
Fahrt von Rogätz nach Tangermünde
Der Tag scheint gut zu werden, denn die Sonne lacht uns an. Nach zwei
Schleifen geht rechts der Pareyer-Verbindungskanal ab. Über eine Schleuse
gelangt man ebenfalls zum Elbe-Havel-Kanal. Die Berufsschifffahrt spart
auf diesem Weg die Schleuse Zerben am Elbe-Havel-Kanal. Aber durch den Bau
der Kanalbrücke ist auch hier mit keinem Schiffsverkehr zu rechnen. Rechts
liegt land einwärts die Stadt Jericho mit ihrer berühmten Klosterkirche.
Nach 15 km sehen wir in der Ferne den Turm der Stephanskirche von
Tangermünde. Wir fahren den Tanger hinauf, vorbei an der sehr gut
erhaltenen alten Stadtmauer aus Ziegelstein mit ihrem gewaltigen Elbtor.
Schnell Zelte aufbauen, duschen und dann ab mit dem Paddel zum Rathaus;
denn der Fahrtenleiter Michael Hesse heiratet heute seine Birgit, die er
hier vor 3 Jahren kennengelernt hat. Durch ein Spalier von Paddlern mit
ihren gekreuzten Paddeln und vielen guten Wünschen beginnt ihr Weg ins
neue Leben. Sie betreuen uns auf der Fahrt auch weiterhin. Birgit muss ab
Havelberg die Fahrtenleitung übernehmen.
Um 17:00 Uhr ist Stadtbesichtigung. Die ganze Altstadt von Tangermünde
ist denkmalgeschützt. Einzigartige Beispiele norddeutscher Backsteingotik
sind hier zusehen. Das bedeutendste Bauwerk ist das 1430 errichtete
Rathaus. Überall in der Stadt zeugen schöne Fachwerkhäuser von
gutbürgerlichen Zeiten und einstigem Wohlstand dieser Handelsstadt. Die
Stadtbefestigung mit dem Neustädter Tor ist fast vollständig erhalten;
ebenso die im historischen Stil (1640) wiederaufgebaute Burganlage aus dem
Jahre 1902. Am Abend werden wir von dem jungvermählten Paar freigehalten.
Das erste Mal, dass die Nachtruhe nicht pünktlich eingehalten wurde.
Fahrt von Tangermünde nach Havelberg
Sonne, leichter Wind, so starten wir. Wir fahren vom Hafen (Tanger)
noch einmal an der schönen Fassade der Stadt vorbei und werden vom
Elbewasser gleich erfasst und getragen. Fast schnurgerade fließt die Elbe
jetzt nach Norden.
Es geht vorbei an dem schönen alten Arneburg und dann an Sandau.
Rechts geht nach der Fährverbindung bei Räbel der Schleusenkanal zur Havel
ab. Nach der Schleusung erreichen wir nach 2 km die Schleuseninsel. Hier
hat der Havelberger Kanu-Klub sein zuhause. Gegenüber steht stolz und
mächtig der romanische Dom. Nach dem Abendessen besuchen wir beide die
Stadt. Neben vielen renovierten Gebäuden findet man auch noch viele alte
Bausubstanzen im schlechten Zustand. Einige Paddler gehen zur
Opernaufführung am Dom. Nabucco steht auf dem Programm.
Fahrt von Havelberg nach Wittenberge
Wir können mit der Zweiten Schleusung um 9:00 Uhr wieder zur Elbe
gelangen. Nach einem km haben wir sie auch erreicht. Ein frischer Wind
bläst uns entgegen. Bei km 438,1 mündet die Havel über einen Vorfluter in
die Elbe. Nach einem weiteren km erreichen wir das Storchendorf Rühstedt.
Mehrere Storchenpaare brüten auf einem Dach. Bis kurz vor Wittenberge ist
rechts alles Naturschutzgebiet. In diesem Bereich der Elbe ist neben den
vielen Störchen und Kormoranen auch der Mäusebussard, die Gabelweihe
anzutreffen, auch ein Seeadler wurde gesichtet.
Die neue Eisenbahnbrücke unterfahrend, dann rechtsschwenkend nach
Süden durch den Hafen unter der alten Eisenbahnbrücke hindurch geradeaus
so erreichen wir den Kanu Klub. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen. Für
den Besuch der Stadt ist es von hier zu weit und so verweilen wir am Zelt
Fahrt von Wittenberge nach Schnackenburg
In der Nacht hat es kräftig geregnet, aber pünktlich zum Aufstehen ist
der Regen vorbei. Nach einem Frühstücksbuffet mit Eiern und Kaffee satt,
verlassen wir den Kanu Klub. Die Fahrt führt uns 2 km durch die trostlose
Hafenanlage zum neuen Yachthafen und schon erfasst uns wieder die Strömung
der Elbe. Lediglich der starke Wind bläst uns direkt von vorn ins Gesicht,
dafür aber kein Regen mehr. Der Himmel öffnet sich und nach gut 2 Stunden
erreichen wir Schnackenburg. Der Naturzeltplatz liegt vor dem Deich an der
Einmündung des Arland neben der Motorfähre, mit sehr hohem Gras. Es gibt
hier keinen Kanu Klub. Die Zelte sind schnell aufgestellt und können gut
trocknen. Zum Duschen dürfen wir ins Gemeindehaus. Neben den Duschen
stehen uns eine Badewanne und die Toilettenanlagen zur Verfügung, etwas
veraltet, aber sauber. Zum Abendessen treffen wir uns alle in dem einzigen
noch verbliebenen Restaurant am Yachthafen.
Fahrt von Schnackenburg nach Hitzacker
Die Sonne weckt uns, der Nebel schwindet und bald schon sind wir
wieder auf dem Wasser. 50 km müssen wir paddeln. Die Elbe bildete hier die
unglückselige Grenze zwischen der BRD und der ehem. DDR. Zur Mahnung und
Erinnerung befinden sich noch auf dem östlichen Ufer die alten
DDR-Wachtürme. Die zwei hohen Sendemasten des Zwischenlagers für Atommüll
in Gorleben wollen gar nicht näher kommen. Heute haben wir nur schwachen
Wind direkt von Norden. Sollte sich das Wetter ändern und beständiger
werden? Nach 30 km lädt eine große Sandbank zwischen zwei Buhnen uns zur
Mittagsrast ein. Gegenüber liegt die Einmündung des Elde-Müritz-Kanals mit
der Stadt Dömitz. Ab hier nimmt der Verkehr mit den Motorbooten gewaltig
zu. Die Elbe wird überwiegend von den tschechischen Schiffen genutzt. Die
Fahrweisen der Motorbootfahrer veranlassen uns, die Spritzdecken wieder
anzuziehen. Wir unterfahren die neue Straßenbrücke und erreichen nach ca.
2 ½ Stunden Hitzacker. Die Anfahrt zu unserem Zeltplatz, einem
Wohnmobilparkplatz erreichen wir über den Yachthafen. Wir befinden uns nur
5 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Der Rasen ist gemäht und extra für
uns wurde eine Wasserzapfstelle eingerichtet. Die Duschen und
Toilettenanlagen befinden sich bei der Touristeninformation. Nach
Tangermünde kann endlich der Vorrat an Brot, Wurst, Käse und natürlich
Obst und Getränke aufgefüllt werden, bis Harburg gibt es keine Geschäfte
in der Nähe der Zeltplätze.
Abends gehen wir in ein Restaurant zum Essen. Der sehr warme Tag und
die 50 km lassen die Paddler pünktlich in ihre Zelte gehen.
Fahrt von Hitzacker nach Radegast
Wir haben alle sehr ruhig und gut geschlafen. Die Zelte können trocken
abgebaut werden. Kein Nebel und die Sonne meint es gut mit uns. Die
Anfahrt zur Elbe führt uns auf der Jeetzel frühmorgens um 9:00 Uhr durch
Hitzacker. Neugierige Blicke begleiten uns. Links beginnt der Steilabhang
der waldreichen Görde. Nach der Auenlandschaft ein sehr schönes neues
Bild. Es geht an Darchau vorbei nach Alt-Garge weiter nach Bleckede mit
der Möglichkeit eine warme Mahlzeit einzunehmen. Wir aber machen nur eine
kurze Rast in unseren Booten und landen nach 5 km am Sandstrand bei Km 555
zu unserem 2. Naturzeltplatz in Radegast an. Auf einer großen Ebene vor
dem Deich ist sehr viel Platz für die Zelte. Die Duschen und Toiletten
befinden sich im nahe gelegenen Campingplatz. Hier bekommen wir auch
abends eine warme Mahlzeit.
Fahrt von Radegast nach Geesthacht
Das Wetter ist wirklich beständiger geworden, wieder Sonnenschein und
kaum Wind, so gehen wir aufs Wasser. Nach 5 km erreichen wir Boizenburg.
Auf der Werft tut sich nichts, alles ruhig. Die Binnenschifffahrtsflotte
der DDR wurde hier gebaut und repariert. Noch eine Schleife um einen
weiteren Höhenzug herum, und vor uns liegt die schöne alte Schifferstadt
Lauenburg mit ihrer Unter- und Oberstadt. Von rechts mündet der
Elbe-Lübeck-Kanal in die Elbe. Nach der Straßenbrücke drängt unser Strom
nach Westen. Die Elbe steht. Das Wehr Geesthacht kann nicht mehr weit
sein. Mit der Einmündung des Elbe-Seitenkanals nimmt der Schiffsverkehr
doch zu. Die hohen Wellen lassen unsere Boote tanzen. Zum Glück haben wir
keinen Starkwind, im Gegenteil Rückenwind aus Osten. Nach dem
Atomkraftwerk Krümmel erreichen wir bald den Kanu Klub in Geesthacht.
Wieder gibt es Kaffee und Kuchen und später Nudel- und Kartoffelsalat mit
Schnitzel oder Frikadelle. Wir sind halt wieder bei den Kanuten.
Fahrt von Geesthacht nach HH – Harburg
Geschlafen haben wir alle im Bootshaus, bis uns Jens Kreyser um 3:30
Uhr zum Wecken aus dem Schlaf reißt. Schnell die Sachen im Boot verstauen.
Um 4:00 Uhr gibt es Kaffee satt von freundlichen Kanuten aus Geesthacht,
die extra für uns so früh aufgestanden sind und um 5:00 Uhr sind wir auf
dem Weg zur Schleuse. Bedingt durch die Tide werden wir um 6:30 Uhr
geschleust. Mit aufgehender Sonne verlassen wir zwar unausgeschlafen aber
doch recht fröhlich nach 20 Min. die Schleuse in Richtung Hamburg. Bei km
596 kommt uns Arne Laubach entgegen und bringt uns unser Frühstück. Was
für eine Überraschung. Er begleitet uns dann bis Harburg zum Ziel. Die
Fähre Zollenspieker erfordert noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit. Bei
der Bunthäuser Spitze fahren wir links in die Süderelbe. Arne zeigt uns
das Haus der kürzlich verstorbenen Inge Meisel an der Süderelbe. Um 9:00
Uhr sind wir schon am Steg des Kanu–Sport-Harburg und das alles wieder bei
besten Wetterbedingungen.
Nachbetrachtung:
Wir gehen auseinander in Erinnerung an drei wunderschöne Wochen im
Kreise von Gleichgesinnten. Alte Freunde haben sich wieder getroffen. So
konnten diese Freundschaften gefestigt werden, außerdem haben sich gute,
neue Freundschaften gebildet. Die Organisation war vorbildlich. Spannungen
und Aggressionen innerhalb dieser ICF–Fahrt hat es nicht gegeben. Die vier
ausländischen Teilnehmer aus Österreich und Australien haben sich sehr
wohl gefühlt. Die beiden begleitenden Jugendgruppen aus Bernburg und
Rodleben lassen an der Zukunft der deutschen Jugend nicht zweifeln. Die
sehr gute Disziplin, der Umgang miteinander und Zusammenhalt in diesen
Gruppen, sowie die hohe Hilfsbereitschaft uns Älteren gegenüber war für
uns eine helle Freude.
Die vielen Sandbänke zwischen den einzelnen Buhnen haben auch bei
schlechtem Wetter die Paddler zu einer Pause aufgefordert. An der Elbe
sind neben den vielen Störchen und Kormoranen auch der Mäusebussard und
die Gabelweihe anzutreffen, sogar ein Seeadler wurde gesichtet. Auch die
einfachen Übernachtungsplätze (Naturzeltplätze) in Niedersachsen waren
durch das gute Wetter gut zu ertragen.
Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren der
XIV. ICF – Fahrt Günter Röhrig und sein Team Birgit u. Michael Hesse und
Jens Kreyser.
Jürgen Hauf
P.S.:
Leider haben wir nicht alle lieblichen Orte und Städte an der Elbe
aufsuchen können. Ebenso fehlte uns der Blick von den Höhen hinab in das
so reizvolle Elbsandsteingebirge.
Deshalb sollte das Elbtal mit dem Fahrrad, aber dann von Hamburg nach
Dresden wegen der Windrichtung, noch mal besucht werden.
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Eine Paddeltour von Passau zum Eisernen Tor
nach Kladowo
1.300 km auf der Donau
von Jürgen Hauf, Hannover
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- Die Internationale Donautour
- Einladung für alle Wasserwanderer der Welt
- Einer der größten Ströme der Welt, die Donau, fließt durch Europa von West
nach Ost und verbindet viele Länder miteinander. Auf diesem Strom wird seit
1956 jährlich die längste Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt, die
- Tour International Danubien (TID)
- veranstaltet. Dabei handelt es sich um eine Kanuwanderfahrt mit Gepäck.
Die jetzige Strecke beginnt seit 1969 (XIV. TID) immer Ende Juni in
Ingolstadt, führt über die weiteren organisierenden Länder Österreich,
Slowakei, Ungarn, Jugoslawien und Bulgarien und endet in den letzten
Augusttagen nach 2082 Kilometer in Silistra/Bulgarien.
- Die politische Bedeutung der TID ist groß. Ihre wichtigste Zielsetzung
wird seit Anbeginn wie folgt formuliert: Gegenseitiges Kennen lernen, das
Akzeptieren des Lebens sowie der Kultur anderer Staatsbürger ohne Rücksicht
auf ihre politischen, weltanschaulichen, religiösen oder etwa rassistischen
Unterschiede. Es sollten Freundschaften geknüpft, die Solidarität zwischen
Wassersportfreunden und Bürgern unterschiedlicher Länder gestärkt und damit
Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern insbesondere der Donauländer
gefördert werden.
- Aufgrund des Beschlusses des jährlich stattfindenden höchsten TID-Gremiums,
der Konferenz, werden Zeitplan, Teilnahmebedingungen, notwendige Maßnahmen und
evtl. Statutfragen diskutiert und festgelegt. Ferner entscheidet die Konferenz
über die Verleihung der TID-Auszeichnungen. Die offizielle Sprache der TID ist
deutsch (Briefwechsel, Protokolle usw.).
- Gemäß Statut sind allen Teilnehmern der Internationalen Donaufahrt die
Zeltplätze, sanitäre Einrichtungen und im Bedarfsfall Erste Hilfe
grundsätzlich kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die in den Anfängen noch
wirklich kostenlose Möglichkeit ist schon, wie fast in allen Bereichen des
Lebens, eine Vergangenheit geworden. Die von Land zu Land unterschiedlich hoch
anfallenden Kostenbeiträge sind aber noch immer kaum mehr als ein symbolischer
Beitrag für die Unterstützung der Organisatoren (im Jahr 2000 bezahlten für
die deutsche Trasse Ausländer zwischen 15 und 40 DM, Deutsche DM 110 oder DM
140; In den anderen Donaustaaten beträgt die Meldegebühr zwischen DM 10 und DM
55. Die TID-Organisationen arbeiten in jedem Land als
Not-Profit-Organisationen. Diese Organisationen sind in jedem Mitgliedsland
auf Eigeninitiative und ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen: In keinem
Mitgliedsland gibt es hauptamtliche Mitarbeiter.
- Die TID ist eine Gepäckfahrt, die Teilnehmer übernachten unterwegs in
mitgebrachten Zelten und versorgen sich selbst. Die Lagerplätze werden im
Hinblick auf die Versorgungsmöglichkeiten (Einkauf, Sanitäranlagen usw.)
ausgesucht und mit der offiziellen TID-Fahne markiert. In der Geschichte der
TID gab es bislang insgesamt etwa 130 Zeltplätze, die mal gut ausgebaut, mal
wiederum ganz primitiv sind. Die Versorgung mit sanitären Einrichtungen ist
unterschiedlich. Trinkwasser gibt es überall, Einkäufe sind auch immer
möglich. Man muß sich an manchen Tagen auf Selbstverpflegung einrichten, ein
Restaurant ist nicht immer in Donaunähe. Die Gastgebergemeinden laden aber ab
und zu die Teilnehmer zu einer Mahlzeit ein, die den ermüdeten Paddlern und
Ruderern besonders gut schmeckt.
- Die TID wird seit 1983 am letzten oder vorletzten Junisonntag gestartet
und in den letzten Augusttagen beendet. Während der gesamten Tour werden 51-52
Zeltplätze genutzt. Die Dauer der Fahrt beträgt 65-66 Tage, darunter sind etwa
16-17 Ruhetage. Die Fahrt kann, nach vorheriger Anmeldung, an allen geplanten
Zeltplätzen begonnen und beendet werden und jeder kann sich den Zeitablauf der
einzelnen Etappen frei gestalten. Bei Dunkelheit ist das Paddeln und Rudern
aus Sicherheitsgründen untersagt. Möglichst einmal in der Woche, meistens in
größeren Ortschaften, ist ein Ruhetag vorgesehen.
- Die abverlangte körperliche und seelische Leistung ist groß. Es sind
Tagesstrecken zwischen 40 und 60 Kilometer zu bewältigen und dies unabhängig
von den Witterungsbedingungen. Man muß sich auf sechs- bis siebentägige
Etappen ohne Ruhetag gefasst machen, meistens mit fünf bis sieben Stunden
effektives Paddeln oder Rudern pro Tag. Die Verwendung eines Motors ist nicht
erlaubt.
- Die täglichen Etappenziele sind unabhängig von den Witterungsverhältnissen
einzuhalten. Die psychische Belastung ist oft härter, als die physische. Bei
gesundheitlichen Beschwerden wie Diabetes, Kreislaufstörungen und Gefahr von
Sehnenscheidenentzündungen ist von der Teilnahme dringend abzuraten. Vor der
Fahrt sollte ein Arzt konsultiert werden. Medikamente für den persönlichen
Bedarf und für eventuelle Reisekrankheiten sind mitzuführen.
- Eine richtig zusammengestellte, komplette und qualitätsgerechte
Ausrüstung, auch wenn man dabei oft tiefer in die Tasche greifen muß, ist für
die problemlose TID-Teilnahme eine äußerst wichtige Voraussetzung. Die
Wasserwanderung erfordert außerdem unzählige und nur in der Praxis
anzueignende Kenntnisse hinsichtlich des Insektenschutzes, der richtigen
Platzauswahl, der Lastverteilung und des richtigen Packens im Boot, der
Verkehrsregelung auf dem Wasser, der Hydrologie und viel anderes mehr.
- Unter den Teilnehmern begegnet man Menschen jeden Alters sowie aus allen
möglichen Berufsständen und Gesellschaftskreisen. Körperbehinderte sind
genauso vorzufinden wie abenteuersuchende junge Leute, Pfadfinder, Gruppen von
Kirchengemeinden oder Kinder von SOS-Kinderdörfern. Teilnehmer kommen aus der
ganzen Welt, beginnend in Australien über Europa, USA, Kanada, Chile oder
Japan. Wenn jemand einmal an einer TID teilgenommen hat, kommt es kaum vor,
daß er nicht wiederkommt. Die Teilnahme ist mit keiner großen finanziellen
Belastung verbunden und es gibt keine Unterschiede zwischen wohlhabende und
weniger wohlhabende. Zu Wasser zählen ja nur der Mensch und sein menschliches
Verhalten.
- An der TID darf man nur nach vorheriger Anmeldung teilnehmen. Anzugeben
sind die Personalien sämtlicher Teilnehmer, Start- und Zielstation der Fahrt,
Bootstyp und –art und gegebenenfalls die Passnummer. Über eventuelle
Visagebühren, finanzielle Verpflichtungen und bestehende Unklarheiten werden
die Bewerber schriftlich informiert. Die Anmeldungen sind spätestens bis
30. April eines jeden Jahres zu richten an:
- Max Scharnböck, TID-Referent des Deutschen Kanuverbandes
- Klötzlmüllerstr. 154, D-84034 Landshut, Deutschland/Germany
- ( +49-08 71-6 76 03, Fax +49-08 71-64 01
76
- Email: Max.Scharnboeck@t-online.de
- Autor dieser TID-Informationen war der ehemalige ungarische
TID-Organisator László-István Balogh
- .
-
-
-
-
- Vorbemerkung:
-
- Nachdem Leo Polakowski, Wolf Gutschke und ich im Jahr 2001 die 46.TID von
Ingolstadt bis Hainburg gefahren sind, wollte ich nun in 2002 die Tour von
Passau(Erlau) bis zum Eisernen Tor(Kladowo) im Rahmen der 47. TID bewältigen.
- Am 6.07.2002 haben mich meine Frau und meine Tochter nach Erlau, der
letzten deutschen Station bei Passau, gebracht. Als wir gegen 16:00 Uhr in
Erlau ankamen, fand gerade ein Fußballspiel zwischen einer internationalen TID
Mannschaft und dem Gastgeber TSV Erlau statt, das 8:1 für den TSV endete.
Anlass dazu war für alle der 20 jährige Stützpunkt der TID und die damit
verbundene Freundschaft. Von Sponsoren wurden 300 l Freibier gespendet. Es war
für alle Anwesenden ein großes Fest.
- Insgesamt haben sich 170 Teilnehmer angemeldet und zwar aus
Deutschland(66), Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien,
Spanien(2), Niederlande(2), England(4), Australien(6), Neuseeland(1),
Amerika(1), und Mexiko(1). Mit Günter Meinel hatte ich mich hier verabredet.
Er ist bereits ab Ingolstadt gefahren und nun wollen wir von hier die
Paddeltour gemeinsam fortsetzten. Wir haben uns schnell unter den vielen
bekannten und unbekannten TID -Teilnehmern gefunden und sind uns herzlich in
die Arme gefallen. Am Abend lernte ich noch Fred Schmitz aus Offenburg
kennen, der sich uns anschließen will.
-
-
- Österreichisches Teilstück
- Im österreichischen Abschnitt der TID sind 3 Bundesländer zu durchfahren
- Oberösterreich umfasst eine Gesamtfläche von 11 980 km². Durch das
Bundesland fließt die Donau, an deren Ufern die Hauptstadt Linz liegt. Im
Norden hat Oberösterreich mit dem Mühlviertel Anteil am Böhmischen Massiv.
Den Süden prägen die nördlichen Kalkalpen mit dem Salzkammergut. Ein Drittel
des Bundeslandes ist mit Wald bedeckt, rund ein Viertel der Gesamtfläche
nehmen landwirtschaftliche Anbauflächen ein, ein weiteres Viertel Wiesen und
Weiden.
-
- Niederösterreich ist das größte der insgesamt neun Bundesländer von
Österreich. Das Bundesland grenzt an die Tschechische Republik und die
Slowakei. Seit 1986 ist St. Pölten, das 54 Kilometer westlich von Wien
liegt, die Hauptstadt.
- Der Semmering-Pass und ein Abschnitt der Donau liegen in
Niederösterreich. Der Norden dieses Gebietes ist hügelig, der Süden, der vor
allem für den Fremdenverkehr von großer Bedeutung ist, umfasst einen Teil
der Bayerischen Alpen. Ein Großteil der Landschaft ist bewaldet, und
dementsprechend entfällt ein beträchtlicher Prozentsatz der Gesamteinkünfte
auf den Verkauf und die Verarbeitung von Holz. In weiten Teilen des Landes
wird Viehzucht betrieben.
-
- Wien ist ebenfalls eins der neun Bundesländer von Österreich. Ein
großer Teil der Fläche nimmt die Stadt Wien ein, die gleichzeitig die
Hauptstadt von Österreich und Sitz der Bundesregierung ist. Das Land
untergliedert sich in 23 Verwaltungsdistrikte und hat eine Gesamtfläche von
415 km².
- Einige Verwaltungsbezirke besitzen einen ganz eigenen unverwechselbaren
Charakter. Die Innenstadt am westlichen Flussufer der Donau ist das
Geschäfts- und Diplomatenviertel. Die Wohnorte im Westen der Provinz sind
besonders für wohlhabende Pendler attraktiv, da sich dort die dörfliche
Atmosphäre inmitten der ländlichen Region mit dem Reiz der Weindörfer und
den bewaldeten Hügeln zu einer reizvollen Umgebung verbindet. Die Industrie
ist überwiegend am Ostufer der Donau angesiedelt.
-
- Wien ist zwar mit Abstand das kleinste Bundesland von Österreich, bildet
jedoch das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Wien ist der Hauptsitz vieler
multinationaler Firmen und entwickelt sich immer mehr zu einem Zentrum für
den Handel zwischen Westeuropa und dem ehemals kommunistischen Osten.1
-
- So.07.07.02
- Nach einer etwas unruhigen Nacht gehen wir am nächsten Morgen gegen ½10
Uhr mit unseren schwerbepackten Booten auf die Donau. Es ist noch etwas trübe
und es nieselt leicht. Dafür fließt die Donau schnell und der Schiffsverkehr
hat eingesetzt. Durch die Schiffe, es sind überwiegend Hotel- und
Fahrgastschiffe unter internationalen Flaggen, entstehen schöne Wellen. Links
liegt Obernzell. Die Donau hat sich hier zwischen Bayrischen Wald und dem
Österreichischem Sauwald durchgegraben.
- Die Fließgeschwindigkeit lässt nach und schon bald sind wir am Wehr in
Jochenstein bei km 2203,3. Wir steigen aus und tragen bzw. fahren unsere
Boote um. Die Sonne hat sich jetzt auch durchgekämpft und es wird angenehm
warm. An der Umtragestelle gibt es einen kleinen Stau, denn andere
Mitpaddler müssen auch umsetzen. Die Donau führt uns am Stift Engelszell
vorbei.
- Mit unserem lieben Fred haben wir einen sehr unterhaltsamen Kameraden
gefunden. Er weiß viele Geschichten und Erlebnisse zu erzählen und die Zeit
fliegt nur so dahin. Die am Ufer stehenden Kilometerzeichen zeigen uns immer
unseren Standort an und wir sind nach 14 km an der Schlögener Schlinge. Bis
hierhin ist immer starker Ausflugsverkehr. Die Donau muß sich gewaltig
winden bis sie in Inzell wieder in östliche Richtung fließen kann. Mit
Inzell haben wir das erste Etappenziel erreicht. Schnell wird das Zelt
aufgestellt, damit es trocknen kann und dann ab zum "Heiligen Nikolaus" auf
die Terrasse. Wir lassen uns das frische Weißbier gut schmecken. Dann erst
gehen wir duschen. Zum Abendbrot essen wir einen Kaiserschmarren, wie es
sich in Österreich so gehört. Am Abend stellt sich der österreichische
Fahrtenleiter Jannis aus Ybbs vor. Ich kannte ihn bereits von der letzten
Tour. Von seinem Boot, ein Franzesconi, war ich ganz begeistert. Zum
deutschen Delegationsleiter wurde Wolfgang Köhn aus Mainz bestimmt.
-
-
- Mo. 08.07.02
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- Am nächsten Tag weckt uns früh nicht nur die Sonne sondern der Ausruf
des Fahrtenleiters: "Der Bäcker ist da!" Ab Inzell fahren wir
durch einen der schönsten Donauabschnitte, dem Mühlviertel. Die "Kleine Mühl"
mündet bei Obermühl in die Donau, während die "Große Mühl" erst bei
Untermühl einmündet. Die Berge reichen beiderseits bis an den Strom heran.
Die Donau ist hier über 15 m tief. Zoltan und Maria aus Stuttgart begleiten
uns mit ihrem Zweier bis zur Staustufe Aschach. Der nun folgende Abschnitt
bis zur nächsten Stauanlage in Ottenstein ist eine Kanalstrecke und die
Landschaft sieht flach und öde. Am Kraftwerk machen wir eine längere Pause
im Schatten einer Remise. Nach dem Umtragen der Boote natürlich mittels
Bootswagen fließt die Donau wieder richtig flott und ab dem
Zisterzienserkloster Wilhering wird die Landschaft Dank des Kürnberger
Waldes wieder richtig lieblich. Schon bald taucht Linz auf. Wir paddeln
durch die Nibelungen-Brücke durch am Brucknerhaus und Eisstadion vorbei, bis
wir unterhalb der Autobahnbrücke im Stadtteil Urfahr auf einer schrägen
Ebene unsere Boote herausnehmen können. Gleich in der Nähe können wir die
Zelte aufstellen. Heinz Borth aus Neckarsulm stellte hier ebenfalls sein
Zelt auf. Wir hatten uns bisher noch nicht gesehen, umso größer ist die
Wiedersehensfreude. Nach dem Duschen - Günter badet ersatzweise in der Donau
- geht es erst einmal zum Einkauf beim "Hofer". Es muß für die nächsten Tage
nachgebunkert werden. Zum Abendbrot gibt es bei musikalischer Begleitung
Schnitzel mit Kartoffelsalat und zum Trinken bekommen wir ein Bier. Weil
unsere Zelte etwas abseits des großen Lagers stehen beschließen wir, vor dem
Zelt unseren Schlummertrunk einzunehmen. Neben uns haben sich Werner aus
Graz und Günter aus Lübeck häuslich niedergelassen. Werner hat heute
Hochzeitstag und hat schon "Henkel Trocken" kaltgestellt. Nach
Rücksprache mit seiner Frau durfte die Flasche geöffnet werden. Rotwein und
Grüner Veltliner runden das ganze dann noch ab. Es wird viel erzählt und
berichtet und man stellt fest, daß es doch viele Gemeinsamkeiten gibt.
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- Di. 09.07.02
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- Wieder geht es bei herrlichem Sonnenschein aufs Wasser. Die Strecke
führt uns an den verschiedenen Häfen der Stadt Linz, weiter an den
VÖST-ALPINE vorbei bis zur Traunmündung. Die Traun mündet nach 180 km
durchflossener Fläche des Salzkammergutes hier in die Donau. Wieder läßt die
Fließgeschwindigkeit nach und wir erreichen die Staustufe Abwinden-Asten.
- Auch hier heißt es wieder „umtragen". Wir wollen uns gar nicht unter
Druck setzen, um zu den vorgesehenen Zeiten geschleust zu werden. Wir sind
ja nicht auf der Flucht. Wir erreichen Mauthausen. Ein Ort, der wegen seines
Konzentrationslagers, traurige Berühmtheit erlangte. Die Enns entspringt in
den Radstädter Tauern und mündet nach 320 km gegenüber von Mauthausen in die
Donau. Nach der Durchfahrt der Eisenbahn- und Straßenbrücke öffnet sich eine
weite Ebene. Die Donau wird breit und Wind kommt auf. Die Wellen haben weiße
Schaumkronen und das Anlegen zum Umtragen an der Staustufe
Wallsee-Mitterkirchen macht ein wenig Mühe. Aber immer mit vereinten Kräften
sind die Boote schnell aus dem Wasser gezogen, auf die Bootswagen gestellt
und abgeht es zur nächsten Umgehung bis zum Altarm der Donau. Wir suchen ein
Plätzchen zur Mittagsruhe, aber alles ist sehr verschlammt und so fahren
Günter G. und ich weiter. Bald fließt die Donau wieder gut und vor Grein
verengt sie sich noch. Dadurch nimmt die Geschwindigkeit noch zu. Wir beide
erreichen Grein schon früh und finden auch einen idealen Platz für die 5
Zelte von Günter M., Günter G., Fred S., Werner S. und Jürgen H. Unsere
Nachbarn sind ungarische Familien und Werner Dangelmeier aus Bonn. Nach dem
heißen, windigen Tag tut eine Dusche richtig gut. Inzwischen ist auch der
Rest der "5er-Bande" eingetroffen. Um 18:00 Uhr werden alle TID-Teilnehmer
mit Kleinbussen zum Mostheurigen oberhalb von Grein gefahren. Es gibt
Apfelmost und Schlachteplatte. Abends sitzen wir vor dem Zelt und singen.
Fred zauberte seine Gitarre hervor, die Ruderer in ihrem Begleitfahrzeug
transportiert hatten, und begleitet uns. Es ist ein wunderschöner lauer
Abend.
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- Mi. 10.07.02
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- Der nächste Morgen ist etwas hektisch. Alle Teilnehmer müssen nach ca.
20 km pünktlich um 10:00 Uhr an der Schleuse Ybbs-Persenbeug sein. Eine
Umtragestelle gibt es hier nicht. Stau entstand an der Einsatzstelle, aber
alle kommen gut wieder aufs Wasser. Die Donau fließt kräftig und wir lassen
Grein und die Burg Werfenstein hinter uns. Trotz der Engstelle und des
Gegenverkehrs, ein großes Hotelschiff kommt uns entgegen, ist alles kein
Problem. Sämtliche Teilnehmer schaffen die Zeitvorgabe und wir werden alle
mit einem Trompetenecho und Spruchbändern begrüßt. Oberhalb der Schleuse auf
steiler Felskuppe steht das Schloß von Persenbeug. Von der Schleuse bis nach
Ybbs ist es nur ca. 1 km. Auf dem Zeltplatz finden wir fünf wieder einen
gemeinsamen Platz und um 12:00 Uhr sind wir zum Mittagessen eingeladen. Es
gibt "Grenadier Marsch" und 1 bis 2 Freibiere. Die Hitze ist eine
unerträglich, aber wir finden alle Platz unter den schattenspendenden
Pavillons. Um 16:00 Uhr wird eine Unwetterwarnung bekannt gegeben und nach 2
½ Stunde verdunkelt sich der Himmel und ein gewaltiger Sturm bricht los. Die
Boote fliegen durcheinander und viele Zelte brechen zusammen. Mein Zelt hat
alles bestens überstanden und so konnte ich Werner an seinem Zelt das
Gestänge halten. Zum Regnen ist es gar nicht gekommen, aber der Sand dringt
in die kleinsten Ritzen. Nach einer Stunde hat der Spuk ein Ende und alle
sind erleichtert, das sich dann am Abend bei einigen durch übermäßigen
Alkoholgenuß ausdrückt. Ich denke da an einen bestimmten Berliner Ruderer
und meine Erinnerung an Ybbs ist miserabel. Hier sind zum ersten Mal Mücken
über mich hergefallen. Sie haben dicke Quaddeln hinterlassen. Fred hat mir
Teebaumöl und sein selbst gemachtes Rotöl gegeben. Damit konnte das
Schlimmste verhindert und der Schmerz und Juckreiz gelindert werden.
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- Do.11.07.02
-
- Am nächsten Morgen scheint abermals die Sonne und es ist eine Freude
wieder auf der kräftig fließenden Donau zu sein. Nach einer beachtlichen
Schleife mit Gegenkurve sehen wir oberhalb Marbachs die Wallfahrtskirche
Maria Taferl auf dem Taferlberg. Es geht nun auf einer 13 km - Staustrecke
zum Wehr Melk bei km 2039. Wir tragen wieder um. Durch das Niedrigwasser der
Donau ist die Einsatzstelle sehr schlammig. Fred zeigt uns wie man durch den
Schlamm geht, ohne dass die Füße, bei ihm die Socken, schmutzig werden.
Gleich hinter dem Wehr fließt die Donau erneut zügig und auf der rechten
Seite ragen die beiden Türme und die Kuppel der Stiftskirche Peter und Paul
des Benediktinerstiftes Melk hervor. Am Anleger haben mehrere
Ausflugsschiffe fest gemacht.
- Es geht nun recht schnell nach Aggsbach Markt (km 2027). Die
Ausstiegstelle ist bei dem Niedrigwasser schlecht auszumachen und so hat
Werner, der auf dieser Etappe vorgefahren ist, sie nicht gefunden und ist
bis Mautern durchgefahren. Wie wir später festgestellten haben, sind viele
andere ebenfalls weiter gefahren. Dafür bekommen wir übrigen mehr Freibier,
auch gut!
- Wir leisten uns heute ein Mittagessen im Gasthaus "Zum Kranz". Das
Tiroler Geröstete wird uns im Biergarten unter alten Bäumen serviert und
dazu ein kühles Bier gereicht. Am späten Nachmittag werden die Teilnehmer
vom Bürgermeister zum Freibier eingeladen. Die Quelle war allerdings schnell
versiegt und so treffen wir uns vor dem Zelt von Wolfgang und Helmut aus
Mainz. Jeder bringt noch eine Flasche aus seinem Deputat mit. Fred singt
seine Lieder aus der Zeit bei der Bündischen Jugend und wir anderen stimmen
froh mit ein, d.h. soweit wir sie kennen. Außerdem gibt es viel zu erzählen
und so mancher outet sich an diesem Abend. Die nächste Etappe ist kurz und
so können wir etwas länger aufbleiben.
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- Fr. 12-07.02
- Durch den Ruf: „Der Bäcker ist da!" werden wir von Jannis geweckt.
Bloß keine Hektik heute! Wir dürfen eins der schönsten Donaugebiete befahren.
Es wird erst einmal gemütlich gefrühstückt und so kommt es, dass wir erst um
9:00 Uhr auf dem Wasser sind.
- Von Melk bis Krems durchfließt die Donau die Wachau. Die Lößablagerungen
an den Hängen ist der ideale Nährboden für guten Wein. Wir fahren an den
bekanntesten Weinorten der Region wie Spitz, Weißkirchen, Dürnstein vorbei.
Was heißt vorbei? In Rossatz bei km 2009 müssen wir unbedingt anhalten. An
einem Sandstrand können wir gut anlanden. Wir lassen die Boote hier, gehen
hinauf in den Ort und suchen eine Straußenwirtschaft. Wir finden zwar eine,
aber sie darf erst ab 14:30 Uhr öffnen. Also nehmen wir eine Flasche mit, die
wir dann am Strand bzw. unter einem Apfelbaum austrinken. Gegenüber liegt
Dürnstein. Wir genießen den Blick auf die Silhouette dieser Stadt mit ihrer
imposanten Kirche und Burgruine. Viele Hotelschiffe liegen hier vor Anker.
- Ein köstliches Nass dieser Grüne Veltliner. Der Wein ist so
außergewöhnlich, daß er uns gleich ein Mittagsschläfchen abverlangt.
- Es ist nicht mehr weit nach Mautern. Werner erwartet uns bereits mit für
uns reservierten Plätzen. Werner und andere Kameraden, die Aggsbach Markt
ausgelassen hatten, nutzten ihren freien Tag für einen Besuch der Städte
Stein und Krems bzw. besichtigten das Stift Göttweig, ehemals
Hauptstützpunkt der Gegenreformation. Die heutige barocke Anlage wurde nach
dem Brand von 1718 neu errichtet. Das Stift besitzt heute noch große
Kunstsammlungen, und eine der bedeutendsten Bibliotheken Österreichs.
- Um 18:00 Uhr gibt es eine Kartoffelsuppe mit Fleischwurst und ein
Getränk zum Abendessen. Nachdem wir unser Geschirr abgewaschen haben,
marschieren wir fünf in die Stadt, finden eine Straußenwirtschaft und
genehmigen uns einige Heurige. Fred hat wieder Lieder angestimmt und zur
Überraschung aller kann unser lieber Werner allerhand weinselige Wiener
Lieder vortragen, so dass wir alle begeistert sind. Andere TID-Teilnehmer,
die ebenfalls anwesend waren, bestätigten später, daß bei uns am Tisch
Hochstimmung herrschte.
-
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- Sa.13.07.02
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- Am nächsten Morgen wird erst einmal gut gefrühstückt, natürlich war der
Bäcker da. Werner ist schon etwas früher fertig und fährt los. Aber wir
anderen folgen ihm bald. Rechts ca. 5 km oberhalb der Donau, erhebt sich
stolz das weithin sichtbare Benediktinerstift Göttweig. Wir fahren auf der
überaus breiten, aber trägen Donau bis zum Wehr in Altenwörth und können
dort umtragen. Bevor wir jedoch die Boote aufs Wasser setzen, machen wir
zunächst eine kleine Mittagspause. Im Unterlauf der alten Donau ist eine
Regattastrecke angelegt. Wir lassen uns dadurch nicht animieren, schneller
zu paddeln. Es geht im Hauptstrom weiter; am rechten Ufer liegt das einzige
nie in Betrieb genommene Atomkraftwerk Österreichs, ein Erfolg der
Umweltschutzbewegung. Der Himmel trübt sich ein und es fängt an zu donnern.
Das Gewitter bleibt im Tullner Feld vor dem Wiener Wald und so erreichen wir
Tulln fast trocken. Wir können noch im trockenem unsere Zelte aufbauen. Zum
Abendessen gibt es Hackbraten mit Krautsalat. Wie in jedem Jahr findet
wieder eine Kirchweih an der Minoritenkirche statt und auf der Donaubühne
wird eine Beatles – Revivalshow aufgeführt. Die Musik geht bis nachts um
2:00 Uhr, es ist schwer, ein Auge zuzumachen.
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- So. 14.07.02
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- Heute ist Sonntag und, wie nicht anders zu erwarten, wieder
Sonnenschein. Es geht heute nach Wien. Träge fließt die Donau bis zum Wehr
Greifenstein. Wir tragen wieder um und machen eine Kaffeepause an einem
Kiosk in der Zwischenhaltung der Alten Donau. An dieser Stelle wurde eine
herrliche Freizeitanlage angelegt und unzählige Sonnenhungrige liegen längst
auf den Wiesen oder sind beim Baden in der Donau. Wir müssen noch einmal
umsetzen und sind wieder im Hauptstrom. Unterwegs holen wir Werner ein und
fahren gemeinsam bis zur Fähre in Klosterneuburg. Dort machen wir noch
zusätzlich eine Vesperpause. Günter Meinel fährt indessen weiter. Er muss
seinen Vorrat abbauen und will heute Rici Bici essen. Als wir in Wien
Kuchelau ankommen, werden wir von ihm schon erwartet. Er hat für uns Plätze
reserviert. Duschen ist hier nicht möglich. Ein Trog mit acht Zapfsäulen
dient als Waschgelegenheit. Die Toilettenanlage ist sehr bescheiden. Der
Platz liegt überaus "verkehrsgünstig". Neben uns die Eisenbahnlinie nach
Tulln und über uns eine stark befahrene Straße. Man braucht dringend
Ohrenstopfen und, oder einen Schlummertrunk. Werner beendet hier leider
seine Paddeltour.
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- In der gegenüberliegenden Fischerhütte kann man gut essen, in Nussdorf
jedoch steht eine Straußenwirtschaft. Da wir nicht bis Nußdorf gehen wollen,
besorgen wir uns zwei Flaschen( je 2 Liter) Heurigen und trinken ihn an dem
lauen Sommerabend vor unseren Zelten. Mit einigen Liedern, unter Begleitung
von Freds Gitarre, wird Werner verabschiedet.
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- Mo. 15.07.02
- Um 9:00 Uhr stehen die Busse zur Stadtrundfahrt bereit. Während Werner von
Jannis Chauffeur „Bibi" zum Bahnhof gefahren wird, beginnt die Stadtrundfahrt.
Günter M. bleibt bei den Zelten. Mit der Abfahrt des Busses, fängt es an zu
regnen, wie auch immer für eine Stadtrundfahrt kein Hindernis. Am Kahlenberg,
mit herrlichem Blick auf Wien, können wir deshalb leider nicht aussteigen. Die
Fahrt führt über Grinzing zuerst in die Außen- und dann in die Innenbezirke.
Die vielen kommunalen Wohnungsanlagen, die nach dem 1. Weltkrieg entstanden
sind, waren für ihre damalige Zeit - Wohnungen mit Bad und Toilette - doch
sehr fortschrittlich. In den alten Gasbehälter wurden Ende der 90. Jahre zu
Kommunikationszentren und Wohnzwecken umfunktioniert und so entstanden moderne
Eigentumswohnungen. Im gesamten Umfeld ist eine neuzeitliche Infrastruktur
entstanden. Am Hundertwasserhaus steigen wir in einer Regenpause aus und
besichtigen dieses Gebäude. Neben Hofburg und Stefansdom ist diese
Besichtigung in Wien ein Muss. Um 12:00 Uhr endet die interessante und
aufschlußreiche Fahrt am Rathaus und der Regen auch. Die Sonne guckt wieder
hervor und trocknet alles mit ihren warmen Strahlen. Der Reiseleiter, der von
der Stadt Wien für uns abgestellt wurde, hat uns viel vom Bus aus zeigen
können. Das alles aufzuführen, wäre einfach zu viel. Nachdem ich meine letzten
Schillinge bei der Nationalbank in Euros umgetauscht habe, beginnt der
Stadtrundgang mit Fred. Vorher verdrücken wir noch eine Pizza. Waltraut aus
Darmstadt hat sich uns angeschlossen. So erleben wir Wien mit seinen
habsburgischen Gebäuden. In einem Café in der Kärntnerstraße beobachten wir
das pulsierende Leben in der Fußgängerzone. Wien ist schon eine beeindruckende
Stadt. Man braucht mehrere Tage, um dieses bunte treiben zu genießen. Gegen
17:00 Uhr fahren wir mit der U-Bahn und dem Bus zurück nach Kuchelau. Der
Zeltplatz hat sich ein wenig verändert. Viele Paddler haben hier Schluß
gemacht, aber dafür sind neue hinzugekommen. Auch der deutsche TID Referent
Max Scharnböck ist mit seiner Frau gekommen, sie werden uns bis Mohacs
begleiten.
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- Di. 16.07.02
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- Heute Morgen schleusen wir um 9:00 Uhr und fahren durch den Donaukanal,
der auf einer Länge von 19 km Wien durchfließt. Viele Schaulustige
beobachten die Armada von Paddel- und Ruderbooten. In dem großen
Durcheinander haben wir uns vier verloren. Wer ist vorn, wer ist hinten?
Nach einigen km sehe ich vor mir Günter M. Aber es bedarf noch eine ½
Stunde, bis ich aufgeschlossen habe. Obwohl wir uns im Kanal befinden, ist
die Fließgeschwindigkeit des Wassers sehr gut. Im unteren Bereich des Kanals
hängt ein Fischernetz neben dem anderen. Der Fischreichtum muß hier gewaltig
sein. Mit der Einmündung des Kanals in die Donau bei km 1919,3 gelangen wir
in das Gebiet „drunten in der Lobau". Es schließt sich das Marchfeld mit
seinen Auwäldern an. Noch 35 km bis Hainburg, die Donau zieht. Also, alles
kein Problem. Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h erreichen wir das
heutige Ziel schon am frühen Nachmittag. Wir beide gehören zu den ersten und
finden einen guten Platz. Für Fred und Günter G. können wir einen Platz
freihalten. Wie nicht anders zu erwarten - im letzten Jahr genau so-, bricht
ein gewaltiges Gewitter über uns herein. Großen Schaden hat es nicht
angerichtet und nachdem es sich verzogen hat, wird bei Billa eingekauft und
nachgebunkert, bevor es Nudeln mit Sauerkrautgulasch, Brot und Bier zum
Abendbrot serviert werden. Abends gehen wir doch noch zum Heurigen, um uns
von Österreich zu verabschieden. Das gesamte Lokal ist von TID-Fahrern
besetzt; Beata aus Polen erscheint auch noch und es wird ein netter Abend.
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- Slowakisches Teilstück
- Die Slowakei grenzt im Norden an Polen und im Osten an die Ukraine. Die
westlichen Nachbarn sind Österreich und die Tschechische Republik, und im
Süden teilt das Land seine Grenze mit Ungarn.
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- Am Ende des 2. Weltkriegs wurde die Slowakei wieder in die
Tschechoslowakei eingegliedert und eine neue Regierung gebildet. Bei den
Wahlen von 1946 ging die Kommunistische Partei als stärkste politische Kraft
hervor. 1948 übernahmen die Kommunisten die gesamte Regierungskontrolle.
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- In einer neuen Verfassung nach dem Vorbild der UdSSR wurde 1960 die
Autonomie der Slowakei abgeschafft. Anfang 1968 übernahm der Reformer
Alexander Dubcek die Regierungsgeschäfte. In den folgenden acht Monaten
("Prager Frühling") führte er politische und wirtschaftliche Reformen durch,
u. a. die Abschaffung der Zensur und die Wiederherstellung der Autonomie für
die Slowakei. Im August beendeten jedoch Truppen der UdSSR gewaltsam die
demokratischen Reformen. Gustáv Husák wurde als Präsident der
Tschechoslowakei eingesetzt. Die einzige Reform, die den Prager Frühling
überlebte, war die Bildung einer Föderation aus Tschechischer und
Slowakischer Republik.
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- Während der siebziger Jahre formierte sich wachsender Widerstand gegen
das kommunistische Regime, der sich 1977 in der Charta 77 (an der auch
Václav Havel beteiligt war) manifestierte. Die Charta 77 warf Husáks
Regierung Menschenrechtsverletzungen vor. Die Bürgerrechtsbewegung wurde
jedoch zerschlagen und ihre Anführer inhaftiert. Im November 1989 erzwangen
das Bürgerforum (eine von Václav Havel angeführte Bürgerrechtsvereinigung)
und die slowakische Gruppe "Öffentlichkeit gegen Gewalt" das Ende der
kommunistischen Herrschaft. Kurz nach den Wahlen 1990 forderte die Slowakei
mehr Autonomie. 1992 gewannen die Nationalisten die Wahlen in der Slowakei.
Als die neuen tschechischen und slowakischen Regierungen sich nicht auf die
Aufteilung der Macht einigen konnten, beschlossen der slowakische
Premierminister Vladimir Meciar und der tschechische Premierminister Václav
Klaus die friedliche Teilung der Tschechoslowakei.
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- Nach der Unabhängigkeit der Slowakei (1. Januar 1993) setzte Meciar die
marktwirtschaftlichen Reformen fort. Allerdings bremste er die
Privatisierung von großen Unternehmen, um die steigende Arbeitslosigkeit
nicht zu verschärfen. Die stockende Wirtschaft und Meciars eigenmächtiger
Regierungsstil führten dazu, dass das Parlament ihn im März 1994 mit einem
Misstrauensvotum zum Rücktritt zwang. Jozef Moravcík wurde neuer
Premierminister, aber nach den Wahlen im September 1994 gelangte Meciar
wieder an die Macht.
- Die Slowakei wird im Westen von den Karpaten eingenommen. In der Hohen
Tatra erhebt sich der höchste Berg (Gerlachovský Štít) mit 2 655 m. Im Osten
hat die Slowakei Anteil am Ungarischen Tiefland. Die Donau bildet einen Teil
der Südgrenze zu Ungarn, im Osten ist die March teilweise identisch mit der
Grenze zur Tschechischen Republik. Die Hauptstadt der Slowakei heißt
Bratislava und liegt an der Donau. Der Fluss bildet einen Teil der südlichen
Grenze der Republik zu Ungarn. Auch die Grenze zur Tschechischen Republik
liegt entlang eines Flusses, nämlich der March. Zahlreiche weitere Flüsse,
wie z. B. Waag und Gran, fließen durch die Slowakei. Im Land gibt es viele
natürliche Quellen, die einen Anziehungspunkt für Touristen darstellen.1
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- Mi. 17.07.02
- Heute verlassen wir nun Österreich, aber nicht ohne Jannis lustige
Versteigerung mitzuerleben. Während die Pässe den Behörden übergeben werden,
wir sollen sie in der Slowakei wieder zurückerhalten, beginnt die
Versteigerung. Die Gewinner werden nach Geburtstag, -jahr oder Größe, bzw.
Umfang, unter allgemeiner Heiterkeit ermittelt. Um 9:30 Uhr sind wir dann alle
auf dem Wasser. Von links mündet die March in die Donau. Über der Mündung, auf
dem südwestlichsten Ausläufer der Kleinen Karpaten, thront die Ruine der
uralten Festung Theben oder Devin (abgeleitet vom jugoslawischen Dewojna
Þ Jungfrau). Um das Jahr 860 diente sie bereits als
gut befestigte Grenzanlage des Großmährischen Reiches.
- Die Strömung ist ganz flott, wir erreichen eine Geschwindigkeit von 15
km/h. In einer guten Stunde sind wir schon in Bratislava. Das Aussteigen ist
etwas mühsam, aber mit vereinten Kräften gelingt es. Vier Mann vier Ecken;
einer hinten, einer vorne, einer rechts und einer links, so kommen wir gut mit
den Booten auf das obenliegende Gelände. Es ist das Vereinsgelände von
Dunajklub Kamzik Bratislava auf der rechten Donauseite. Der Platz ist sehr
groß und so steht für alle ausreichend Raum bereit. Natürlich hängen wir
wieder zusammen. Die Pässe werden durch die Zollbehörden zurückgegeben. Auch
Geld kann hier getauscht werden. Für 1 € gibt es 42 skr(slowakische Kronen).
Warme Duschen sind vorhanden und das nutzen wir gern aus, da es in Hainburg
keine gab. Zum Mittagessen nehmen wir zwei Würstchen und ein Bier, alles für
47 Kronen. Den Nachmittag verbringen wir vor unseren Zelten und klönen mit den
anderen Paddlern. Abends ist großer Rummel. Eine Kapelle spielt extra für uns
auf und es wird kräftig getanzt. Der ganze Verein ist anwesend. Zum Abendessen
bekommen wir Schnitzel, Reis und Krautsalat.
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- Do. 18.07.02
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- Der nächste Tag ist Ruhetag und eine Stadtführung ist angesagt. Um 9:00
Uhr trifft sich eine kleine Gruppe – Fred und ich sind gleichfalls dabei –
und begibt sich über die Brücke hinauf zur Burg. Von hier hat man nicht nur
einen herrlichen Blick auf die Stadt, sondern außerdem auf die Donau hinauf
bis nach Hainburg. Es ist ganz schön windig. Aus dieser Richtung also von
Westen bläst uns ein starker Wind entgegen, es ist bedeckt und relativ kühl.
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- Nach der Burgbesichtigung löst sich die Gruppe auf. Vereinzelt oder in
kleinen Grüppchen wird die Stadt angeschaut. Fred und ich schlendern zuerst
durch die größeren Straßen, dann durch die kleinen Gässchen, bis wir zu
einem Markt kommen. Wir setzen uns auf die Terrasse eines Restaurants und
genießen das gute tschechische oder ist es slowakisches Bier? Dabei
beobachten wir das Markttreiben. Es ist ein Markt, auf dem alles angeboten
wird. Uns fällt auf, dass die Frauen hier sehr schlank und sehr einfach
gekleidet sind, aber mit einem gewissen Schick. An den Kleiderständern
suchen sie sich die Kleidungsstücke aus. Nach kritischen Abwägungen findet
dann auch eine Bluse, ein T-Shirt oder ein leichter Pulli eine Käuferin.
- Natürlich bekommen wir Hunger und erhalten für 68 skr ein Menü – K-Suppe
und anschl. Paprika mit Serviettenknödel. Anschließend setzen wir unseren
Rundgang fort und kommen in das Kaufhaus Treso, wo es wirklich alles gibt,
was das Herz begehrt. Viele Menschen sind hier beim Einkaufen, aber in den
Einkaufswagen befinden sich nie mehr als 5 Teile. Alles geht hier viel
bescheidener als bei uns zu. Wir können auch nicht widerstehen und kaufen
Molkereiprodukte und Obst ein. Der Einkauf ist ein Grund nun doch wieder zum
Zeltplatz zurückzugehen. Wir finden auch gleich die untere Brücke und sind
schnell wieder bei den beiden Günter. Günter M. hat für morgen früh eine
Einsatzstelle mit zwar einer extrem schräger Rampe gefunden, aber sie ist
besser als unsere gestrige Ausstiegstelle.
- Zum Abendbrot kann gegrillte Wurst gekauft werden.
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- Fr.19.07.02
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- Die ganze Nacht hat es geregnet und gestürmt. Vor der nächsten Strecke
werden wird gewarnt, weil sich bei diesem Sturm große Wellen vor dem Wehr in
Cunovo aufbauen. Ich habe heute zum ersten Mal meine Schwimmweste angelegt.
An der Einstiegstelle, die Günter ausgemacht hat, können wir gut einsteigen
und so sind wir kurz nach 8:00 Uhr auf dem Wasser. Der Wind schiebt und die
Donau zieht und so kommen wir gut bis 10 km vor den Staubereich. Ein
riesiger See tut sich auf. Wir halten uns wegen des starken Windes in der
durch Bojen markierten Fahrrinne. Die Boote tänzeln ganz schön. Der
Hauptschifffahrtsweg geht nun geradeaus weiter. Drei Möglichkeiten bleiben
uns, das Wehr zu überwinden entweder umtragen, Bootsgasse benutzen oder
Schleusen. Wegen der Wellen entfällt das Umtragen. Von der Bootsgasse werden
Schauermärchen erzählt; einem soll das Steuer abgerissen worden sein. Da wir
Rücksicht auf das Bootsmaterial nehmen wollen, denn wir haben ja noch viele
Kilometer vor uns, und außerdem ist kurz vor 10:00 Uhr, entschließen wir
uns, doch die Schleuse zu nehmen. Die Schleuse ist schon voller Kajaks,
Canadier und Ruderboote. Allerdings dauert es fast eine halbe Stunde, bis
wir geschleust werden. Dann geht es bei Regen auf der alten Donau bis zur
Schleuse Dunakiliti auf ungarischem Boden. Die frühere Tschechoslowakei und
Ungarn haben ein Regierungsabkommen getroffen, um das Wasser gemeinsam
nutzen zu können. Die Ungarn haben dieses Vorhaben dann aufgekündigt, da sie
befürchten mussten, dass die Landschaft an der alten Donau völlig
austrocknen würde.
- Auf über 100 Kilometer Länge verteilt sich die Donau ihr Fluten auf nahezu
50 Kilometer Breite. Neben der Großen Donau (Øreg Duna), dem Grenzfluß
zwischen der Slowakei und Ungarn, fließt im Norden auf slowakischer Seite, die
Maly Dunaj und im Süden auf ungarischer Seite, die Kis Duna. Die beiden Inseln
zwischen den drei Stromarmen sind auf slowakischer Seite die große und auf
ungarischer Seite die kleine Schüttinsel. Beide Inseln sind ausgesprochene
Tierparadiese, besonders die große Schüttinsel ist nach wie vor das
Vogelparadies der Slowakei.
- Nach der Schleusung um 11:00 Uhr geht es weiter auf der alten Donau bis
nach Gabcikovo. Das Ausbooten erfolgt auf einer etwas feuchten, schiefen
Ebene, klappt aber ganz gut. Der TID - Zeltplatz befindet sich vor dem Deich
auf einer großen Grünfläche in der Nähe eines Fischrestaurantes. Es ist der
Ort, der unter den alten TID – Fahrern auch Muckikovo genannt wird.
Natürlich sind wieder die Mücken über mich hergefallen. Zum Abendessen gibt
es Gulaschsuppe, Brot und Bier. Während die nationalen Fahrtenleiter mit
einem Bus zum Bürgermeister nach Gabcikovo gefahren werden, gehen wir vier
in das Fischrestaurant. 250g gebratener Wels kostet 50 sKr. Wer kann da
widerstehen?
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- Sa.20.07.02
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- Nach der schnellen Morgentoilette und einem kurzen Frühstück geht es
schnell aufs Wasser. Die Sonne scheint und wir haben leichten Rückenwind.
Nach 8 km stoßen wir wieder auf den Hauptstrom und schon fließt die Donau
ein wenig flotter. Duschen und Toiletten waren Mangelware, aber morgen soll
man wieder duschen können. Das ist jedoch kein Problem man springt einfach
in die Donau. Einen schönen Sandkiesstrand haben wir bald gefunden. Obwohl
der Strom sehr breit ist und genügend Platz für die Berufsschifffahrt und
den Paddler bietet, muß immer auf die Raketas (Jetboote), die zwischen Wien
und Budapest verkehren, aufgepasst werden. Trotz der hohen Geschwindigkeit
von 40 km/h kommt es aber kaum zu größeren Wellen.
- Die Sonne knallt heute erbarmungslos auf uns hernieder. Wir suchen und
finden einen geeigneten Ruheplatz am Ende einer Außenkurve unter Bäumen, wo
wir uns auf dem Sand richtig ausstrecken können. Es wird noch etwas gegessen
und vor allem muß viel getrunken werden. Die Getränke gehen langsam zur
Neige. Nach gut eine Stunde sind wir dann nach 15 km an der Brücke in
Komárno. Auf der schiefen Ebene können die Paddler gut und bequem
aussteigen. Die Ruderer haben etwas mehr Probleme und legen in einer nahen
Bucht an. Der Zeltplatz liegt hinten auf dem Vereinsgelände. Duschen (kalt)
und Toiletten sind vorhanden und werden auch gleich genutzt. Serviert wird
wieder Gulaschsuppe mit Brot und einem Bier. Da die Anlage bewirtschaftet
ist, entschließen wir uns etwas später, anstatt des Nachschlages "Hähnchen
mit Pommes und Salat" zu essen, natürlich dazu das gute Bier. Hans-Jörg ließ
es sich nicht nehmen, die Stierhoden zu verzehren.
- Die Stadt Komárno liegt von hier doch noch weit entfernt. Um 17:00 Uhr
ist ein Bus mit TID - Teilnehmern in die Stadt gefahren. Das habe ich leider
verpasst.
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- So.21.07.02
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- Für den nächsten Tag nehmen wir noch Tomaten, Paprika, Zwiebeln und
Knoblauch mit.
- Der Tag beginnt in aller Ruhe, aber einige Paddler wollen früh aufs
Wasser. Wir alle müssen erst die Zoll- bzw. Grenzabfertigung über uns
ergehen lassen, denn wir legen heute Mittag in Ungarn an und verlassen somit
die Slowakei. Das linke Ufer bleibt weiterhin slowakisches Territorium.
Dadurch entsteht bei der Einsatzstelle ein richtiges Gedränge und wieder
diese Hektik von einzelnen Fahrern. Heute sind 50 km zu fahren und die Sonne
meint es jetzt schon äußerst gut. Bis wir vier uns wieder auf dem Wasser
finden, dauert es eine geraume Zeit, aber dann geht es doch flott voran. Die
Donau zieht. In der Vereinsgaststätte konnten wir genügend Getränke bunkern,
um nicht zu verdursten. Man braucht schon zwei Liter an einem Tag. Wieder
finden wir zur Mittagszeit einen geeigneten Rastplatz im Schatten. Nach
einem erfrischenden Bad geht es weiter.
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- ungarisches Teilstück
- Die Landesnatur von Ungarn ist durch die weiten Ebenen des Pannonischen
Beckens geprägt. Die Donau, die einen Teil der slowakisch-ungarischen Grenze
zwischen Bratislava und Esztergom bildet, teilt Ungarn in zwei Hauptregionen.
Die große Ebene, die als Alföld oder als das Große Ungarische Tiefland
bezeichnet wird, nimmt den größten Teil der Region östlich der Donau ein und
wird im Westen von Rumänien und im Süden von Serbien (Jugoslawien) begrenzt.
Das Nordungarische Mittelgebirge erstreckt sich von dem schluchtartigen
Durchbruchstal der Donau bei Esztergom bis zum Bükk- und Mátragebirge im
Osten.Das Gebiet westlich der Donau, Transdanubien genannt, weist vielfältige
Oberflächenformen auf. Im Süden des Transdanubischen Hügellandes ragen die
Tubes heraus. Im Norden befindet sich der Bakonywald, von dem man den
Plattensee, den größten Süßwassersee in Mitteleuropa, überblicken kann. Das
Kisalföld im äussersten Nordwesten von Ungarn reicht bis in die südliche
Slowakei hinein. Der wichtigste Fluss Ungarns ist die Donau. In der Nähe von
Esztergom verändert sie ihre Fließrichtung nach Süden und teilt ab hier das
Land in zwei Hälften. Ungarn hat ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit kalten
Wintern und warmen Sommern. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich
zwischen -1 °C im Januar und 21 °C im Juli. Die größten Niederschlagsmengen
fallen im Frühsommer.2
- Weit sichtbar erhebt sich die Kuppel der Basilika von Esztergom über die
Donau. An der neuen Brücke zwischen Esztergom und Sturowo, bzw. Ungarn und
Slowake, ist die Ausstiegstelle auf einer sacht ansteigenden Rampe. Gleich
oberhalb auf der Parkwiese ist unser Zeltplatz. Es besteht die Möglichkeit,
ein TID – Hemd für 5 € zu erwerben. Ich bezahle mit 10 € und nehme als
Wechselgeld ungarische Forint, damit ich ein Bier in der nahen Gaststätte
leisten kann. Hier sitzen schon einige Kameraden.
- Esztergom ist eine Industriestadt, in der neben Werkzeugmaschinen und
Kraftfahrzeugen auch Ziegel, Eisenwaren und Kleidung hergestellt werden. Ein
japanischer Autokonzern hat hier seine Produktionsstelle errichtet.
Wichtigster Erwerbszweig der Umgebung ist die Landwirtschaft (u. a.
Weinbau). Die Stadt ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. Der
klassizistische Dom (begonnen 1820) ist die größte Kirche Ungarns. Er trägt
eine Kuppel nach dem Vorbild der Peterskirche in Rom. Zu den weiteren
kirchlichen Bauten in Esztergom gehört der frühere Bischofspalast im
Renaissancestil, in dem sich heute ein Museum befindet. Sehenswert ist noch
die ehemalige königliche Burg (1173-1195). Esztergom ist Dank seiner heißen
Mineralquellen ein beliebter Kurort.
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- Schon bald werden wir zur Besichtigung der Basilika aufgefordert. Einige
folgen, trotz der Hitze, doch dem Ruf. Sie liegt erhaben auf einem Felsen
über der Donau. Das neu errichtete Standbild vom König Stefan I., dem
Heiligen, erster König Ungarns, soll darauf deuten, dass Ungarn seinen Blick
nach Westen richtet. Die Ungarn sind ebenfalls potentielle Bewerber für die
EU. Sie waren schon einmal bis Augsburg (Schlacht auf dem Lechfeld 955)
gekommen, bis sie von Otto dem Großen zurückgedrängt wurden. Damals waren
sie noch Barbaren und hatten schlimm gehaust, bis sie dann zum katholischen
Glauben überredet werden mussten und seßhaft wurden. Gerade unter der
Führung von Stefan I. aus dem Hause Arpad wurde es umgesetzt.
- Abends wird in der nahen Turnhalle das Essen serviert; Gulasch mit
Kartoffeln und Krautsalat zu einem Bier. Anschließend werden die ungarische
Organisationsleitung und der Fahrtenleiter für den ungarischen Abschnitt der
Donau vorgestellt. Der Fahrtenleiter Denis ist pensionierter Zahnarzt und
spricht hervorragendes deutsch.
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- Mo.22.07.02
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- Am nächsten Morgen sind wir um 8:00 Uhr auf dem Wasser. Hinter Esztergom
wachsen die Hügel zu richtigen Bergen an. Unsere 1. Pause machen wir auf der
Terrasse eines Restaurants in Szob. Ab hier ist nun beidseitig ungarisches
Gebiet. Denis ist mit seiner Potsdamer Verwandtschaft ebenfalls hier zu
einer SÖR-Pause ausgestiegen. Die Donau verschwindet hinter 600 Meter hohen,
dicht bewaldeten Steilhängen, die der Donau nicht mehr ihren freien Lauf
lassen. Die Visegrader Berge und das Börzsönygebirge zwingen dem Strom ihren
Willen auf. Er muß sogar, für eine kurze Strecke nach Norden fließen.
- Eine Gegend dem Rheingau ähnlich ist. Die Donau hat eine gute
Fließgeschwindigkeit. Wir genießen die herrliche Landschaft und können uns
treiben lassen. Aber schon sind wir bei km 1696 und wir müssen aufpassen,
dass wir die Einfahrt zum ehemaligen Umfahrungskanal nicht verpassen. Hier
sollte die Donau aufgestaut werden. Die Arbeiten waren bereits begonnen -
als ein Volksentscheid das Bauvorhaben zum Scheitern brachte. Es wurde alles
wieder zurückgebaut bis auf den Umfahrungskanal, der nunmehr als kleiner
Hafen, jedoch ohne Anlagen, erhalten geblieben und uns heute als Zeltplatz
dient. Der Wind bläst gewaltig. Nur mit gemeinsamer Hilfe können die Zelte
aufgebaut werden. Sämtliche TID-Teilnehmer erhalten Freikarten für den
Aufenthalt im nahegelegenen Thermalbad in Lepence. Um 14:00 Uhr machen wir
uns auf den Weg. Nach einem Fußmarsch von ca. 1 km erreichen wir das Bad. An
einem Hang sind terrassenförmig die Schwimmbecken angelegt. Eine Wohltat ist
es, in dem 380 C warmen Wasser sich zu aalen und von oben die
warme, angenehme Sonne zu genießen. Nach zwei Stunden gehen wir alle völlig
ermüdet wieder zum Zeltplatz zurück
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- Um 16:30 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Burgbesichtigung nach Visegrad.
Nach der Besichtigung treffen wir uns alle in der mittleren Burg zu
Ritterspielen. Die Ritterspiele beginnen erst, nachdem aus unseren Reihen
ein Herscherpaar gewählt wurde. Zum König wird unser deutscher
Fahrtenleiter, Wolfgang aus Mainz, auserkoren und an seiner Seite zu seiner
Frau ein junges Mädchen aus Australien auserwählt. Die Aktivisten zeigen
nicht nur den Umgang mit dem Schwert, sondern beweisen außerdem ihre
Treffsicherheit mit Pfeil und Bogen. Anschließend zeigt man einen Film über
die Donaufahrt zweier ungarischer Ruderer von Amsterdam nach Budapest aus
den 80iger Jahren. Dann geht es wieder mit dem Bus zu unserem Quartier, bzw.
zu einer Möbelfabrik, welche der großzügige Sponsor für Ausflug, Essen und
Trinken ist. Um 21: Uhr essen wir bei Musik - sechs Männer und eine Sängerin
- Gulasch mit Brot. Ein großes Fass Wein und Mineralwasser wurden ebenso
gesponsert.
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- Di. 23.07.02
- Am nächsten Morgen werden wir von der Wasserschutzpolzei kurz angehalten.
Sie erkundigen sich, wo wir herkommen und als wir erzählen, dass wir zur TID
gehören, wünschen sie uns weiterhin eine gute Fahrt. Weit über uns steht stolz
die Visegrader Burg. Visegrad ging aus einer slawischen Siedlung (Wissehrad =
hohe Burg) des 9.Jh. hervor. Der steile Trachytkegel trägt drei Ruinen: das
Bergschloss, die tiefer liegende ausgegrabene Renaissanceburg des Königs
Matthias Corvinus (15. Jh.) und den Salomonsturm. Der Prunkhof mit Wandelgang
und Marmorbrunnen (mit dem Rabenwappen: Corvinus — corvus = Rabe) ist
freigelegt. Auf dem nahen Berg Nagyvilläm steht ein Schutzhaus mit
Aussichtswarte. Am linken Ufer liegt Nagymaros in Wein- und Obstgärten
gebettet. Wir erreichen jetzt den Bogen, mit dem der Strom dann in seine
eigentliche Richtung schwenkt: Nach einem riesigen Dreiviertelkreis fließt er
endgültig seiner eigentlichen Bestimmung entgegen, nach dem Süden. Er teilt
sich in zwei Fahrrinnen, getrennt durch die 30 km lange Andreasinsel (Szentendreiziget).
Wir bleiben außerhalb der Schiffahrtslinie und fahren auf der rechten Seite.
Diese Strecke ist neu kilometriert und beginnt mit km 0,00. Gleich an der
ersten Fähre landen wir an, um unseren Vorrat aufzufüllen und uns vor allem
mit Getränken zu versorgen. In der Hauptstraße finden wir den kleinen
"ABC-Laden". Brot, Käse, Paprikawurst und natürlich Mineralwasser und SÖR
können wir einkaufen.
- Zum Mittagessen steigen wir auf Empfehlung von Denis bei km 13 an einer
Fähre aus, an der ein ganz tolles Restaurant steht. Max und seine Frau haben
dieses Lokal ebenfalls ausgesucht. Ich habe eine gute Fleischspezialität des
Hauses gegessen. Wir waren alle sehr zufrieden mit dem Essen.
- Während Fred und ich in Szentendre anlegen und eine Stadtbesichtigung
machen, fahren die beiden Günter nach Budapest weiter. Szentendre ist eine
Stadt mit kleinen engen Gassen und niedrigen Häusern. Unzählige winzige
Kunstgewerbegeschäfte bieten abwechselnd mal gymbildern, mal Töpferarbeiten ab.
Viele deutsche Touristen werden in Gruppen durch die Stadt geführt und zwei
"Paddelvagabunden" sind mitten unter ihnen. Nach einer Stunde treibt es uns
wieder zu unseren Booten zurück. Am Ende der Szentendreinsel müssen wir den
Hauptstrom mit der Schiffahrtslinie kreuzen. Mittels "Seilfähre" queren wir
in unseren Kajaks den Strom und erreichen den Anlegesteg in Budapest beim
Sportclub Tungsram. Hier werden die Boote mit einem Schrägaufzug nach oben
gefahren, alles mit Hilfe der Kameraden vom Sportclub. Günter hat uns einen
schönen Platz reserviert. Das vereinseigene Schwimmbad lädt natürlich gleich
zu einem Bad ein.
- Um 18:00 Uhr nach der Begrüßung durch die Vizebürgermeisterin der Stadt
Budapest und Vertreter der Fa. Tungsram, deren Gäste wir nun sind, wurde
nach einer Gulaschsuppe das kalte Buffet eröffnet.
- Die Augen quellen uns über; Hähnchenkeulen, Schinkenröllchen mit
Meerrettich, ½ Eier, herrliches Gemüse und zum Abschluß eine Nachspeise
(Käsequarkkuchen) und selbstverständlich Wein und Bier werde bis zum
Abwinken kredenzt.
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- Mi 24.07.02
- Am nächsten Morgen „Wecken" mit knallenden Sektkorken. Marianne
Scharnböck hat Geburtstag. Wir sind alle zu einem Glas Sekt eingeladen und
das alles noch vor dem Frühstück. Der Verkauf von Fahrkarten wird von den
ungarischen Kameraden organisiert und so fahren Fred und ich nach Budapest
ins Zentrum nach Pest. Bis 1873 hatten hier nämlich drei Städte die Donau
umschlossen, die Burg auf dem nördlichen Uferberg, Ofen oder Buda, zwischen
Berg und Donau liegen Altofen oder Obuda und am linken Ufer erstreckt sich
Pest. Beim Zusammenschluß zählten die kombinierten Städte 270 000 Einwohner,
zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren es fast 900 000, heute sind es zwei
Millionen. Während sich Obuda in dem Dialog der Donaustädte zurückhält,
gebietet die mächtige Königsburg majestätisch und herrisch über dem Strom.
Am anderen Ufer stellt sich ihr das Parlament - dieser architektonische
Versuch, selbst das Londoner Parlament zu übertreffen, herausfordernd
entgegen.
- Als erstes kaufen wir uns eine Tageskarte für die öffentlichen
Verkehrsmittel und eine Telefonkarte. Unser erstes Ziel ist die Basilika und
dann schlendern wir weiter durch Pest bis zum Parlamentsgebäude. Ich bin sehr
beeindruckt von dem imposanten Gebäude. Mit der Straßenbahn fahren wir über
die Margareten - Brücke auf die Budaer – Seite. Wir gehen durch die Gassen
aufwärts zu dem Restaurant "Zum roten Teufel", das uns mit seinem schönen
Innenhof zum Essen einlädt. Nach dem angenehm kühlen Aufenthalt geht es weiter
zur Matthias–Kirche mit der Pestsäule, dann zur Fischerbastei und weiter zum
Burgberg. Von hier hat man einen weiten Blick über den Stadtteil Pest und
natürlich auf dieses mächtige Parlamentsgebäude. Wir steigen nun hinab zur
ältesten Kettenbrücke. Neben der Steinernen Brücke von Regensburg ist sie wohl
die schönste aller Brücken, die die Donau überqueren.
- Sie hat aber noch eine andere Bedeutung: Sie war die erste Kette
zwischen Buda und Pest, durch diese Brücke wurde die Einheit der beiden
Städte geschmiedet und die Hauptstadt in ihrer jetzigen Form begründet.
Bis zur Fertigstellung der Kettenbrücke in der Mitte des 9. Jahrhunderts
bestand nur eine Schiffsbrücke, die bei jedem Eistreiben abgebrochen
werden mußte. Nun führt die Brücke vom Rooseveltplatz neben dem Parlament
zum Adam-Clark-Platz zu Füßen der Burg.
- Auf der Brücke, unter einem der Löwen, noch ein anderer Name: Stephan
Graf Szechenyi,: »der größte Magyar.«
- Auf Szechenyis Initiative hin wurde die Brücke gebaut. Wenn sich
Ungarn entwickeln sollte, dann brauchte es eine moderne Hauptstadt. Buda
und Pest waren dazu geeignet. Aber sie mußten räumlich zusammengehören.
Das konnte nur durch eine Brücke gelingen. Er reiste auf der Donau nach
Konstantinopel und erkannte, daß die Schiff-Fahrtshindernisse im Eisernen
Tor beseitigt werden müßten. Die erste Donauregulierung in diesem
Stromabschnitt und die Theißregulierung sind sein Werk.
- Wie Szechenyi eine Brücke von Pest nach Buda schlagen ließ, so wollte
er den Ungarn auch gleich eine Brücke in eine bessere politische Zukunft
bauen. Er gehörte auch dem ersten Parlament nach 1848 als Verkehrsminister
an. Die Brücke wurde nie von Ungarn gesprengt.
- In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Millionenstadt von
sowjetischen Truppen eingeschlossen. Nach erbitterten Kämpfen zogen sich die
Verteidiger- deutsche und ungarische Soldaten- von Pest über die
Donaubrücken nach Buda zurück. Wieder einmal ging es um die Brücken. Die
ungarischen Soldaten weigerten sich, die Sprengladungen an der Kettenbrücke
und an den anderen Brücken zu entzünden. Die Deutschen ließen ihre eigenen
Pioniere das Zerstörungswerk besorgen. Von den sieben Brücken blieb keine
einzige ganz. Auch von der Kettenbrücke standen nur die beiden Türme, und
die schweren Stahlseile und Ketten hingen schlaff in den Strom. Den
Hintergrund bildete die Feuerlandschaft der Burg.
- Um jedes Haus wurde gekämpft. Das alte Buda, die Stadt der ungarischen
Könige, die Burg war nur noch ein Trümmerhaufen, die traurigste
Ruinenstätte Ungarns.
- Nach mehr als 20 Jahren kann man sich wieder auf die Burg flüchten, um
dem Großstadttrubel zu entrinnen, durch leere und stille Gassen schlendern,
in gotischen Kellern Wein trinken, auf Basteien promenieren und sich den
Wind vergangener Epochen um die Ohren wehen lassen. Der Wiederaufbau der
Burg — damit ist nicht nur die königliche Burg, sondern die ganze Stadt auf
dem Burgberg gemeint —ist geglückt. 3
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- Wir überschreiten die Hängebrücke und kommen wieder nach Pest zurück. Mit
der U-Bahn fahren wir zum Szechenyi fürdö, eins der sechs Thermalbäder in
Budapest. Budapest. ist auch als Bäderstadt berühmt; aus den Dolomitschichten
unter der Stadt quellen täglich 40 Millionen Liter Thermalwasser empor. Wir
gehen durch das Stadtwäldchen zum ungarischen Museum für Landwirtschaft und
weiter zum Heldenplatz (Hösek-tere), danach schließlich das Nep-Stadion für
100.000 Personen. Nach einem Cappucino in einem netten Café fahren wir mit der
U-Bahn ins Zentrum zurück. Mit der Linie M fahren wir in Richtung Norden;
nein, wir sitzen zwar in der Linie M, aber sie fährt in die falsche Richtung.
Durch das Pflasterlaufen sind wir doch ein wenig groggy und genießen natürlich
unseren Sitzplatz. Es nützt nichts, wir müssen wieder aussteigen und die Bahn
in Gegenrichtung nehmen. Auf den weiterfahrenden Bus müssen wir fast eine ½
Stunde warten. Auf dem Zeltplatz werden wir schon von den beiden Güntern
erwartet. Es gibt heute Abend Würstchen(6 Stück) und SÖR. Bis spät in die
Dunkelheit sitzen alle singend zusammen; dabei begleiten uns Fred und Doca mit
der Gitarre.
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- Do.25.07.02
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- Die Donau wird in Ungarn von 11 Brücken überquert. Die erste ist in
Esztergom, acht davon allein davon in Budapest, zwei weitere folgen noch.
Die Stromüberquerung erfolgt also immer mittels Fähren. Weitere Brücken
sind: die Kossuth-hid, die Lanchid, die neuerbaute elegante Erszebet-hid,
die Szabadsäg-hid und die Petöfi-hid.
- Wir fahren rechts an der Margareteninsel vorbei, unterfahren die
Hängebrücke und verlassen nun Budapest. Burghügel und Gellertberg in
Budapest sind die letzten Ausläufer der Visegrader-Berge. Für die Donau sind
sie auch gleichzeitig die letzten Berge bis hinunter zur jugoslawischen
Grenze. Auf über 150 Kilometer Länge kann sich der Strom jetzt geruhsam
ausbreiten, Seitenarme und riesige Schleifen bilden und damit die
Voraussetzungen schaffen für weite Sumpfgebiete und große Wälder.
- Die größten Industriewerke befinden sich auf der Insel Csepel mit
Freihafen. Sie beginnt bei der Abzweigung des Soroksärarmes (km 1642,2,
lud.). Die Vorstadt Budafok mit in Kalk gehauenen kilometerlangen
Weinkellern liegt rechts bei km 1637.
- Bei km 1613,5 erreichen wir Ercsi. An der Fähre können wir gut anlanden.
300 m weiter ist unser Zeltplatz bei einem Restaurant. Das angekündigte
Folkloreprogramm fällt leider aus, aber eine Zwei -Mann Kapelle übernimmt den
Part. Zum Abendessen gibt es zwei Fleischklöße mit Tomatensauce und Brot. Da
in der Nachbarschaft Zigeuner wohnen, werden wird der Platz die ganze Nacht
bewacht. Wegen der Zigeuner finden sich Hunde in jedem Haus, die nachts
dauernd bellten. Ja sind wir denn hier in Hundldorf?
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- Fr. 26.07.02
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- Nach einer Nacht mit wenig Schlaf geht es schon früh auf die Donau.
Auffallend ist das nach Rechtsdrängen der Donau an den Steilrand der
Lößplatte. Dieses Phänomen kann man nach dem Bär‘schen Gesetz mit der
Achsendrehung der Erde erklären. Das Südende der Insel Csepel entdecken wir
bei km 1586.
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- 1950 wurde neben dem Fischerdorf Dunapentele binnen weniger Jahre die
«Donau-Neustadt» (Dunanjvarocs) mit ihrer Schwerindustrie aus dem Boden
gestampft. Dabei entdeckte man eine bronzezeitliche Siedlung und das
Römerkastell lntercisa. Heute arbeitet dort das modernste Eisen- und
Stahlkombinat des Landes mit Kokerei. Angegliedert sind ein Kaltwalzwerk,
eine chemische Fabrik, auch eine Kleider- und Wäscheerzeugung.
- Wir sind hier bei einem großen Verein mit Rennabteilung, vor allem
Canadierfahrer, angekommen. Da in Ersci nur eine Dusche vorhanden war,
können wir hier mit zwei Duschen vorlieb nehmen. Das Abendessen besteht aus
Weißkohlgulasch mit Peperoni und Brot. Der Vorstand des Vereines hat den
Bierausschank verboten, also müssen wir nach oben in die Stadt. Über uns
kreiste immer ein Flugzeug. Es stellt sich heraus, dass dieses Flugzeug
Mückenvertilgungsmittel versprüht. Ich habe vorher noch Geld abgehoben, um
dann auch ein Bierchen trinken zu können. Wir vier hatten Glück, denn wir
fanden kleine Bar und sitzen nun draußen in der lauen Abendsonne. Schon bald
gesellen sich Kurt und Waltraut zu uns. Nach einem Palinka-Schnaps ziehen wir
wieder zurück auf das Vereinsgelände.
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- Sa. 27.07.02
- Heute haben wir Samstag und unser nächstes Ziel ist Paks. Am linken Ufer
taucht bei km 1573 Dunavecse auf, am rechten Ufer (km 1561) Dunaföldvär. Hier
legen wir unterhalb der Brücke an, um in der Stadt unsere Einkäufe zu tätigen.
Der Fußweg führt uns an einem Thermalbad vorbei in die sehr belebte Stadt. Da
die Brücke die erste nach den Brücken von Budapest ist, herrscht allerhand
Verkehr auf ihr und in der Stadt. Nachdem alles in den Booten verstaut ist,
geht es weiter. Unsere Mittagspause machen wir in Harta. An einem schönen
Sandstrand können wir gut anlanden. Viele Kanus liegen schon hier. Wir treffen
oberhalb im Panoramarestaurant eine beachtliche Zahl TID - Paddler. Zum
Mittagessen lassen wir uns Kalbsschnitzel mit Pommes frites schmecken. Nach
einer guten Stunde sind wir dann wieder auf dem Wasser und erreichen bei
starker Strömung PAKS. Am Steg entsteht leichtes Gedränge und sogar Hektik
.Aus der Gegenrichtung kommt mit großer Welle ein Hotelschiff. Ein Faltboot -
Paddler fährt den Steg in Fahrtrichtung an und bleibt glatt mit seinem Steuer
an der Verstrebung des Steges hängen. Fred schimpft kräftig los, aber ihm
konnte geholfen werden und so hat Fred letztendlich sein Boot doch noch allein
auf den Steg gezogen. Wir haben unsere Boote wieder zu viert vom Steg zur
ersten Berme getragen, dann ging’s mit dem Bootswagen weiter. Das
Vereinsgelände befindet sich weit unterhalb der Stadt. Die Besichtigung eines
Kernkraftwerkes ist für heute Nachmittag vorgesehen, doch nein danke wir
strahlen ja so schon. Gemütlich bauen wir das Zelt auf und dann gehen wir erst
einmal schön warm duschen. Nun naht die Zeit für ein Bier. Neben uns werden
schon Gulasch und Zwiebeln in Kesseln angebraten. Außerdem gibt es
Salzkartoffeln und Weißkraut zum Abendessen dazu.
- Wie sich später herausgestellt, hatte man nicht das Atomkraftwerk
besichtigt, sondern eine Stadtbesichtigung durchgeführt. Charly aus Spanien
schwärmte von den schönen Kirchen. Er ist Architekt und muß es wissen.
Eigentlich war ich nun etwas sauer. Die Stadtbesichtigung hätte ich auch gern
mitgemacht.
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- So.28.07.02
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- Verdammt heiß ist es heute wieder. Wir müssen unbedingt vom Wasser. Um
12:00 Uhr finden wir bei km 1495 an einer kleinen Fährstelle eine
Ausstiegstelle. Wir ziehen die Boote aus dem Wasser und finden oben eine
Csardas. An den Biertischen unter den Sonnenschirmen nehmen wir Platz. Was
gibt es zu Essen? Natürlich Kalbsschnitzel mit Pommes und Salat und zum
Trinken SÖR. Bald schon kommen weitere Paddler. Sie müssen unsere Boote
gesehen haben. Auch Werner aus Bonn ist dabei. Nach gut zwei Stunden sind
wir dann wieder auf dem Strom.
- Eigentlich sollten wir auf Empfehlung von Denis die Kis – Duna, einen
Seitenarm der Donau, befahren, aber es ist uns wirklich zu heiß und wir
wollen jetzt schnell nach BAJA. Nach 16 km sind wir an der Brücke von Baja.
Hier beginnt der Hafen und gleich links geht die Sugovica ab.
- An der Donau und ihrem Nebenfluss, der Sugovica, liegt die von
zahlreichen Nationalitäten bevölkerte Hafenstadt. Deutsche, Kroaten und
Serben leben hier mit den Ungarn seit Jahrhunderten einvernehmlich zusammen.
Eine angenehme, noch heute wahrnehmbare nostalgische Kleinstadtatmosphäre
begleitet die Besucher beim Bummel durch die kleinen und winkligen Gassen
der Stadt. Die durch ihren früheren Reichtum und die Märkte bekannte alte
Handelsstadt legt mit ihren reich verzierten Gebäuden heute noch Zeugnis
darüber ab. Hierbei verdienen das Rathaus, ein Neorenaissance-Gebäude und
die Franziskanerkirche mit ihrem Rokokoaltar von Honoratiorenbänken sowie
das Altarbild der Kirche St. Peter und Paul, ebenso die Ikonosthase der
serbischen Kirche und das Gebäude der ehemaligen Synagoge, dass zur
Bibliothek umgestaltet wurde, besondere Aufmerksamkeit. Die 300-jährige
Vergangenheit und die Geschichte der Fischerei zeigt das Museum, welches
nach Istvan Türr, dem großen Sohn der Stadt und Architekten des Kanals von
Korinth, benannt wurde. Die Insel der Sugovica empfiehlt sich als wahres
Touristenparadies. Neben einem Schwimmbad und dem Tennisplatz befindet sich
hier auch ein wichtiger Hafen für die Wasserwege Rhein Main Donau. Die
berühmte Fischsuppe von Baja wird selbst im Guinnessbuch der Rekorde
erwähnt, denn jedes Jahr wird hier im mediterranen Flair der Innenstadt
gleichzeitig in 2000 Kesseln auf offenem Feuer diese Fischsuppe gekocht.
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- Wir folgen ihr 2 km aufwärts. Gegenüber dem Strandbad befindet sich
unser Zeltplatz. Wegen des Niedrigwassers und des Ölschmutzes ist es etwas
beschwerlich die Boote nach oben zu ziehen. Nach dem Duschen und der
"Feurigen Gulaschsuppe" mit Brot mache ich mit Fred eine Stadtbesichtigung.
Auch hier kennt er sich gut aus. Über eine Brücke kommen wir am Hauptplatz
der Stadt an. Sie ist eine Stadt mit Kirchen verschiedener Konfessionen.
Interessant ist es, dass sämtliche Häuser Doppelfenster besitzen. Im Winter
muß wohl mit einigen Minusgraden hier gerechnet werden. Es wird noch ein Eis
gegessen und ein kleiner Einkauf getätigt - Wein und Dosenbier gekauft, und
wir gehen wieder zurück. Schlapp durch den heißen Tag sitzen wir vor unseren
Zelten.
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- Mo.29.07.02
- Am nächsten Morgen werden wir alle schon um 5:10 Uhr von Günter M geweckt.
- Er frühstückt bereits. Was ist heute in den Kerl gefahren? Während er sein
bepacktes Boot schon zum Ufer herunterfährt, frühstücken wir anderen noch,
aber wir folgen ihm auch bald. Er ist noch unten am Ufer und beobachtet, wie
ein Schwarzstorch neben einem Angler steht und auf sein Futter, kleine Fische,
wartet.
- Wir sind wieder auf unserer Donau. Die vielen verschlungenen Windungen
der Donau (Tolna-Arm, Csanäd-Arm, Cserta-Arm u. a.) wurden durch Durchstiche
zu Altwasser und der Strom um viele km begradigt.
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- Auf ein Kommando werden bei km 1455 die Bierdosen herausgezogen und es
wird ein kräftiger Schluck auf die beiden Günters und Fred getrunken. Von
Ingolstadt bis hier sind es genau 1.000 km. Ich muss mich bescheiden
zurückhalten, aber dann darf ich doch mittrinken.
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- Wir erreichen Mohács schon zur Mittagszeit. Die Zelte sind schnell
aufgebaut. Duschen gibt es leider nicht; wir erhalten dafür Freikarten für das
nahe Schwimmbad. Wegen der starken Hitze ziehe ich mein Tarp mit auf und halte
erst einmal ein kleines Schläfchen. Später gehe ich dann mit Fred an der Fähre
in ein Restaurant zum Fischessen.
- Ungarns südlichstes Donautor ist Schauplatz des reizvollsten ungarischen
Volksbrauches — den „Buschenumzug", wo inmitten des bunten Treibens anlässlich
des Faschingsfestes der Winter beerdigt und der nahende Frühling begrüßt wird.
Der Name dieser Stadt ist aber auch mit einem der größten Schicksalsschläge
des Landes eng verbunden. Es handelt sich hier um die vernichtende Niederlage
auf dem Schlachtfeld von Mohács am 29. August 1528, bei der etwa
20.000 ungarische Soldaten - unter ihnen auch ihr König Ludwig II. - fielen.
Ungarns Selbständigkeit war für lange Zeit vernichtet. Ein Monument am
Donauufer (3 km oberhalb M.) erinnert an diese tragische Wende der Geschichte.
Anschließend begann nämlich die 150 Jahre währende Türkenherrschaft.
Anlässlich des 400. Jahrestages der Schlacht wurde aus öffentlichen Spenden
eine Votivkirche im byzantinischen Stil, die „Gedenkkirche auf dem
Schlachtfeld„ am Hauptplatz der Stadt errichtet. Im Fundament dieser 3800
Personen Platz bietenden Kirche wurde aus 3.000 ungarischen Gemeinden, 52
Städten und den 25 Höfen der einzelnen Komitatshäuser zum Gedenken je ein
Kilogramm Erde eingebracht. um damit den nationalen Zusammenhalt zu
symbolisieren. Der Altar aus Alabaster ist ebenfalls ein Symbol, mit dem die
europäischen Staaten - nach 450 Jahren - den 150-jährigen heldenhaften
Widerstand der Ungarn gegen das nach Westen vordringende Osmanische Reich
würdigten. Im Dorottya – Kanizsai - Museum kann man die Geschichte der Stadt
und die Schlacht nachvollziehen.
- Im Zeitalter der Dampfschiffe wurde Mohács eine wichtige Bunkerstation.
- Die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Baranya Megye ist Pécs und liegt am
Fuß des Mecsekgebirges in der Nähe der kroatischen Grenze. Pécs ist eine
Industriestadt, die ihre wirtschaftliche Bedeutung hauptsächlich den in der
Nähe gelegenen Kohlebergwerken zu verdanken hat. Die Universität Pécs wurde
1922 auf dem Gelände der ersten im Jahr 1367 gegründeten Universität Ungarns
neu gegründet. Zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt gehören eine
romanische Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert und zwei türkische Moscheen. Die
Stadt hieß früher unter dem Einfluss der Donauschwaben Fünfkirchen
.
- Fred und Günter G. wollen uns hier verlassen uns. Abends sitzen wir noch
spät in einer Kneipe bei Wein, um sie gebührend zu verabschieden.
-
- Di.30.07.02
- Heute ist Ruhetag
- Es herrscht schon früh Bewegung im Zeltlager. Die Heimfahrenden packen
ihre Sachen und bauen ihre Zelte ab. Gegen 8 Uhr trifft der Bus aus
Deutschland ein.
- Mit dem Bus kommen viele neue Paddler: Karl-Heinz Schröder aus Siegburg,
Marlies aus Ahrensburg, Heiko Krüger aus Oldenburg, die ich alle schon kenne,
Rolf- Dieter aus Wörth und aus Freds Verein der Kehler Paddler-Gilde Poldi,
ein Gemütsmensch und sehr guter Sänger mit seinem selbst gebauten Boot. Es ist
zwar sehr schwer, aber gut durchdacht mit seinen Einbauten, dennoch sicher und
schnell, wie sich später herausstellt. Eine ganze Gruppe von Paddlern aus
Friedrichshafen am Bodensee ist auch dabei.
- Wir helfen noch beim Verladen der Boote für die Heimreisenden Es folgt
eine kurze Verabschiedung und schon fährt der Bus wieder nach Deutschland
zurück.
- Am heutigen freien Tag leiste ich mir einen neuen Haarschnitt. Rodnay und
Colin haben mir es vorgemacht. Der Besuch beim Frisör kostet mit Trinkgeld nur
2,50 €. Der Haarschnitt ist kurz und entspricht der Haarordnung der ROYAL NAVY.
- Für die Weiterfahrt wird erst einmal mächtig gebunkert. In dem Spar –
Markt erhalten wir alles, was wir beiden für die nächsten Tage benötigen.
Günter ist zwar durch seine Provianteimer bestens ausgerüstet, ein Eimer ist
schon in Belgrad durch Niki aus Bulgarien deponiert worden.
- Jugoslawisches Teilstück
- In der Föderativen Republik Jugoslawien, die mitunter auch als Serbien
und Montenegro bezeichnet wird, leben Angehörige zahlreicher ethnischer
Gruppen, vor allem Serben und Montenegriner. Zwischen diesen beiden
Volksgruppen existieren zahlreiche Gemeinsamkeiten.
-
- In Serbien sind etwa zwei Drittel der Einwohner Serben, während in
Kosovo Albaner die Bevölkerungsmehrheit bilden. Kosovo war Schauplatz
heftiger Spannungen zwischen Serben und Albanern, die sich erst im Lauf der
letzten 50 Jahre in diesem Gebiet angesiedelt haben. In der Vojvodina leben
überwiegend Ungarn. In Serbien ist auch eine kleine Anzahl von Rumänen,
Kroaten, Ruthenen, Türken und Slowaken ansässig.
- Die Amtssprache in der Republik Jugoslawien ist Serbisch, eine slawische
Sprache. Vor 1990 bezeichnete man die Sprache Jugoslawiens als
Serbo-Kroatisch. Serbisch kann sowohl in lateinischen, als auch in
kyrillischen Schriftzeichen geschrieben werden, wobei Kyrillisch die
offizielle und auch die beliebtere Schreibweise ist. In der Schule lernen
die Kinder jedoch beide Varianten. Serben und Montenegriner sind überwiegend
Angehörige des serbisch-orthodoxen Christentums. Die serbisch-orthodoxe
Kirche wurde 1221 vom heiligen Sava gegründet und ähnelt im Hinblick auf die
Ausübung ihres Glaubens sowie in ihren Doktrinen sowohl der griechisch- als
auch der russisch-orthodoxen Kirche. Am Ehrentag des Schutzheiligen bereiten
die Familien große Mengen von Speisen vor, die sie für Besucher
bereithalten. Eine der Traditionen im Rahmen dieses Festes ist es, den
Gästen einen Löffel Žito, einen Weizenbrei mit Zucker und Nüssen, zu
servieren.
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- In der serbisch-orthodoxen Kirche gilt der julianische Kalender, dessen
Zeitrechnung 13 Tage hinter dem gregorianischen Kalender liegt. Das
gegenwärtige Kirchenoberhaupt ist Patriarch Pavle.
-
- Bis 1990 war Serbien eine Republik, zu der die beiden autonomen
Provinzen Kosovo und die Vojvodina gehörten. Nach dem politischen
Zusammenbruch von Jugoslawien erfolgte eine Wiedereingliederung dieser
Gebiete in das Territorium von Serbien. Somit waren die Verhältnisse, die
bis 1974 geherrscht hatten, wieder hergestellt. Während diese Entwicklung
von der Bevölkerung in der Vojvodina überwiegend akzeptiert wurde, ist in
Kosovo noch immer eine albanische Autonomiebewegung aktiv. Die von ihr
erklärte Unabhängigkeit wurde von Serbien jedoch nicht anerkannt
1
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- Mi. 31.07.02
-
- Nach der etwas zögerlichen Zoll- und Passabfertigung in Mohács, wobei
nur die Teilnehmer außerhalb der EU - wie in Kormano - kontrolliert werden,
verdunkelt sich der Himmel und schon kracht ein Gewitter über uns nieder.
Auf der gesamten Strecke verfolgt es uns. Bei Gewitter auf dem Wasser zu
sein, das ist schon ein Risiko, aber es ist nichts passiert. Bei km 1422
geht der Große Batschka-Kanal ab. Dieser Kanal verbindet seit 1801 die Donau
mit der Theiss. Es geht weiter und vor der Einfahrt in den Kanal nach Apatin
fahren wir noch auf eine Sandbank auf. Trotz allem erreichen wir Apatin
dennoch glücklich und können schon im trockenen die Zelte aufstellen. Wegen
des Niedrigwassers war es recht mühevoll, die Kajaks aus dem Wasser zu
ziehen. Jeder mußte nun mit seinem Paß und Visum zur Grenzabfertigung in dem
Strandrestaurant persönlich erscheinen. Gleichzeitig kann man seine Euros in
Dinare umtauschen. Der Fahrtenleiter Simeon hatte alles vorbildlich mit den
jugoslawischen Behörden organisiert. Abends essen wir das erste
jugoslawische Gericht und trinken ein Jelen-Pivo. Das Bier wird in Apatin
gebraut und schmeckt hervorragend und steht weder dem Tschechischem noch dem
Deutschen Bier nach. (Jelen-Pivo = Hirschbräu). Der Zeltplatz liegt
außerhalb von Apatin, so daß kaum jemand in den Ort gehen konnte. Ich wollte
noch mit Günter einen Wein vor dem Zelt trinken, aber die aggressiven Mücken
zwangen uns früh ins Zelt.
-
- Wir sind hier in der Vojvodina, eine Provinz im Norden Serbiens in der
Bundesrepublik Jugoslawien. Der größte Teil dieser Provinz liegt im
fruchtbaren Pannonischen Becken. Der höchste Punkt des Hügellandes Fruška Gora
ist eine Erhebung von 593 Metern im Südosten der Provinz. Die südlichen
Karpaten, die an der höchsten Stelle 641 Meter hoch sind, durchziehen den
Südwesten des Gebiets. Die Vojvodina wird von den Flüssen Donau und Theiß
durchquert. Im Norden grenzt die Vojvodina an Ungarn, im Westen an Kroatien,
im Osten an Rumänien und im Süden an das serbische Gebiet Šumadija.
- Die Vojvodina gehört zu den reichsten Landwirtschaftsregionen Serbiens.
Hauptsächlich werden hier Weizen, Mais und Zuckerrüben angebaut. Auch
Viehzucht, Garten- und Weinbau sind wichtige Landwirtschaftszweige. Darüber
hinaus gibt es im Osten der Vojvodina auch Öl- und Gasvorkommen. Die
Wirtschaft der Region hat schon seit langem vom Handelsverkehr auf der Donau
profitiert. Das Embargo der Vereinten Nationen (UN) gegen die Föderative
Republik Jugoslawien und andere Kriegführende Länder des ehemaligen
Jugoslawien hat aber seit Mai 1992 zu einer Einschränkung des Handels geführt.
Das Embargo wurde nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton im
November 1995 aufgehoben. Dieser Schritt wurde zwar positiv aufgenommen, aber
noch läßt sich schwer sagen, ob er auch zu einer Verbesserung der
wirtschaftlichen Lage führen wird.
- Die Hauptstadt der Vojvodina ist Novi Sad, eine wichtige Hafenstadt an der
Donau. Über 60 Prozent der Bevölkerung in der Provinz sind Serben. Ungarn
bilden mit ungefähr 17 Prozent
die zweitgrößte
Volksgruppe. Außerdem leben hier auch Kroaten, Tschechen, Slowaken und
Ukrainer.
- Die Vojvodina war im Laufe der Geschichte von vielen verschiedenen Völkern
bewohnt. Im 6. Jahrhundert n. Chr. gab es nacheinander Einwanderungswellen von
Langobarden, Awaren und Slawen. Drei Jahrhunderte später, im späten 9.
Jahrhundert, drangen die Magyaren aus dem Nordosten ins Pannonische Becken
vor. Sie besiedelten das Gebiet, das schließlich Teil des Königreichs Ungarn
wurde. 1690 immigrierten Tausende von Serben aus dem Osmanischen Reich im
Süden in die Vojvodina, die zu dieser Zeit zum riesigen Habsburgerreich
gehörte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war die Vojvodina durch die ständigen
Kriege völlig verwüstet und hatte nur noch 100 000 Einwohner. Um das Gebiet
wieder zu bevölkern, errichteten die Habsburger eine große deutsche Kolonie
und riefen Serben und Kroaten ebenfalls auf, dort zu siedeln.
- 1918 wurde die Vojvodina vom jungen Königreich der Serben, Kroaten und
Slowenen, das später den Namen Jugoslawien erhielt, annektiert. Der
jugoslawische Präsident Josip Broz Tito gab der Vojvodina 1946 den Status
einer autonomen Provinz der Republik Serbien. Mit diesem Schritt wurde der
eigenen Geschichte und den eigenen kulturellen Traditionen der Vojvodina
Rechnung getragen. Als aber Ende der achtziger Jahre Slobodan Milosevic zum
Präsidenten Serbiens gewählt wurde, gewann der serbische Nationalismus an
Auftrieb. Serbische Funktionäre organisierten Proteste gegen die Führung der
hiesigen Kommunistischen Partei. Durch Änderungen in der serbischen Verfassung
wurde der autonome Status der Vojvodina und des Kosovo-Metohijska Oblast, der
anderen autonomen serbischen Provinz, 1990 schließlich aufgehoben. Zwischen
1990 und 1992 ersetzten serbische Behörden die Angestellten der Polizei und
der Gerichtsbehörden, sowie die Zollbeamten in der Vojvodina durch Serben. Im
November 1992 verkündeten die serbischen Behörden die Einstellung der
Tageszeitung Magyar Szö, die in ungarischer Sprache erschienen war. Bis heute
hat der Druck auf die serbischen Behörden, die Autonomie der Vojvodina
wiederherzustellen, nicht nachgelassen.1
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-
- Do. 01.08.02
-
- Am nächsten Tag werden wir von der Sonne geweckt. Nach dem Verlassen des
Stichkanales fahren wir in der Fahrrinne an der imposanten Kirche von Apatin
vorbei. Die Donau windet sich bei guter Strömung nach Süden. Bei km 1382
mündet die Drau in die Donau und nun geht es weiter nach Bogojevo. Wir
sollen uns an das linke Ufer halten, damit kein Konflikt mit Kroatien
entstehen kann, denn wir besitzen nur ein Visum für Jugoslawien
- Relativ schnell kommen wir in der Feriensiedlung an. An die schwierigen
Zeiten werden wir durch den Treffer eines NATO- Kampfflugzeuges erinnert, der
die Fachwerkbrücke dort schwer beschädigte. Der Empfang war jedoch umso
herzlicher. Wir kampieren aufgeteilt auf die Gärten der einzelnen
Ferienhäuser. Was haben wir für einen Durst!! Also zuerst in einem kleinen
Laden Bier besorgt. Außerdem kaufe ich noch Tomaten, Paprika, Knoblauch und
Zwiebeln und daraus zaubert Günter einen ganz tollen Salat.
- Ein kleines Volksfest ist angesagt. Eine Folkloretruppe aus der Nähe war
angereist, um uns mit ihren Tänzen zu erfreuen. Ein junges Pärchen in
heimischer tracht bringt Brot und Salz. Es wird mit jedem Anwesenden ein Stück
Brot abgebrochen und mit Salz gegessen. Anschließend werden wir vom
Bürgermeister und Vertretern serbisch-orthodoxen als auch der katholischen
Kirche begrüßt. Die Bewohner der Siedlung wollen mit uns feiern. Zum
Abendessen haben uns die Frauen aus Bogojevo in ihren historischen Kleidern
eine Hühnersuppe, auch mit Kopf und Füßen, gekocht. Wir sitzen ganz gemütlich
unter einem Zeltdach. Draußen beginnt die Musik zu spielen, als plötzlich ein
Gewitter über uns niedergeht. Aber es ist bald wieder vorbei. Leider war die
Musikgruppe wegen der Feuchtigkeit abgerückt, und so wurde eben gesungen. Von
deutscher Seite war Poldi der große Solist und es wurde ein gemütlicher Abend
bis wir dann in unseren Schlafsack steigen.
- Nachts geistern Kinder immer um unsere Zelte, aber vor Müdigkeit schlafen
wir dann doch ein.
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- Fr. 02.08.02
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- Nachdem wir gefrühstückt, die Zelte abgebrochen und alles wieder
verstaut hatten, bekommen wir für die weitere Reise ein Lunchpaket mit zwei
Blätterteigstücke, 1 Joghurt, ein Stück Schmelzkäse und einen Apfelsaft
überreicht. Eine tolle Geste!
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- Auf der Strecke nach Backa Novo Selo fahren wir an kroatischen Städten
vorbei. Von jugoslawischer Artillerie beschädigte Gebäude, Wassertürme und
Fabriken sind zu sehen. Trotzdem fanden wir nach der kroatischen Stadt
Vukovar auf der jugoslawischen Seite eine Flußinsel mit herrlichem
Sandstrand, der uns gleich zum Baden einlädt. Heute Abend ist
Selbstversorgung oder ein Besuch in der Fischerhütte angesagt. Ich möchte
keinen Fisch essen und am Zeltplatz werde ich von Mückenschwärmen
angegriffen, also gehe ich mit K.H. Schröder in den Ort Backa Novo Selo. Mit
Hilfe eines jungen Mädchens finden wir ein bescheidenes Restaurant. Der
Besitzer ist der Sohn eines jugoslawischen Gastarbeiters, der in Heidenheim
arbeitet. Wir werden sehr freundlich auf schwäbisch begrüßt. Ein Gespräch
über die derzeitige politische Situation in Jugoslawien wird tunlichst
vermieden.
- Günter hat sich aus seinem Deputat selbst versorgt und zum Nachtisch
durfte er von Lubo´s Fischsuppe probieren. Lubo hat die Suppe mit Kopf und
Schwanz gekocht. Nach Günters Aussage hat sie immerhin gut geschmeckt.
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- Sa. 03.08.02
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- Am nächsten Morgen starteten wir schon sehr früh(5:30 Uhr), um die
Mücken nicht zu wecken und erreichen als nächsten Etappenort den Donaustrand
von Backa Palanka bereits nach gut 2 Stunden. Unsere Zelte stehen in der
prallen Sonne. Zum Schutz haben wir das Tarp (Sonnensegel) aufgezogen. Zum
Mittagessen serviert Günter wieder seine hervorragende Salatplatte. Am
späten Nachmittag fahren wir dann mit einem Bus in die Stadt zur
Besichtigung. Sie ist eine relativ moderne Stadt aber mit viel
Sanierungsbedarf. Abends gibt es beim Strandrestaurant Fischsuppe von
Kellnern serviert. Auf einer Leinwand zeigte man uns ein Video über die
Zubereitung der Fischsuppe in einem riesigen Kessel. Diese Leistung wurde in
das „Guinness - Buch der Rekorde" aufgenommen.
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- So. 04.08.02
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- Unser heutiges Ziel ist das Donau - Schwimmbad in Novi Sad Beach, wo wir
unser Lager gleich direkt neben der zerstörten Hängebrücke aufschlagen.
Rolf-Dieter aus Wörth und Marlies aus Ahrensburg sind unsere Nachbarn. Der
riesige Strand, oben Rasen unten Sand, soll nun für 2 Tage unser Zeltplatz
sein. Betreut werden wir von einer Gruppe junger Leute, die sich für den
Frieden unter den Donauanrainern unter dem Motto Donau & Welt
einsetzen.
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- Mo. 05.08.02
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- Am Ruhetag besuchen wir vormittags die auf einem Hügel gelegene
Befestigung (Petrovaradin)mit ihrem unterirdischen Tunnelsystem. Von hier
hat man einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt. Ihn zu genießen fiel mir,
angesichts der zerstörten Brücke, schwer. "Brücken verbinden nicht nur Ufer,
sondern vor allem Menschen. Sie sollten Missverständnisse überwinden helfen,
damit sich Freundschaften bilden können". Ich denke, dass man nicht ganz
ohne Grund für die Euro-Noten die Brücke als verbindendes Element zwischen
den Staaten gewählt hat.
- Der Verkehr rollt über die behelfsmäßige zweispurige Pontonbrücke. Für
unsere morgige Etappe stellt sie ein Hindernis dar.
- Die 6-spurige zerstörte Brücke in Novi Sad wird zurzeit aus der Donau
entfernt. Nach Abschluss
der Räumarbeiten Ende Oktober soll mit dem Bau der neuen - die gleiche
wieder - begonnen werden. Den Zuschlag für den Neubau hat die Fa. Dillinger
Stahlbau in Verbindung mit einer jugoslawischen Firma erhalten. Beim
gestrigen Abendessen saß der Leiter der Brückenbauabteilung an unserem
Tisch. Er sprach hervorragend deutsch und konnte uns einiges über diese
Brücke erzählen. Ich gab mich dann auch als Brückenbauer zu erkennen, so
hatten wir genügend Gesprächsstoff bis uns ein Gewitter in unsere Zelte
jagte. Wir hatten unsere Emailadressen ausgetauscht und schon miteinander
kommuniziert.
- Anschließend folgt eine Stadtbesichtigung, während der Empfang für die
Vertreter der Länder im Sekretariat des Rathauses stattfindet.
- Novi Sad (deutsch Neusatz), die zweitgrößte Stadt der Bundesrepublik
Jugoslawien, liegt an der Donau und ist die Hauptstadt der serbischen Provinz
Vojvodina und deren wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Novi Sad ist
Sitz einer Universität und einer Kunstakademie und beheimatet außerdem mehrere
Museen sowie eine Gemäldegalerie. Die Stadt wurde 1690 von Serben, die aus dem
Osmanischen Reich geflüchtet waren, gegründet und wurde bald zum kulturellen
und geistigen Zentrum des Serbentums. 1748 wurde die Stadt von Maria Theresia
zur königlichen Freistadt erhoben.
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- Der Nachmittag beginnt mit einer Busfahrt in das Hügelland der Fruška
Gora. Zuerst besuchen wir die Kirche von Sremski Karlovci. Die barocke Stadt
ist das Glaubens- und Kulturzentrum der Serben seit dem 18. Jahrhundert und
Bischofssitz seit 1713. Sie liegt 10 km Donau abwärts von Novi Sad. Nach
einer sehr leckeren Fischsuppe fahren uns die Busse zu den in den Bergen der
Fruška Gora versteckten Klöster mit ihren wertvollen Wandmalereien und
Ikonengymbildern. Beim Besuch dieser Kirchen und Klöster wird immer wieder von
der Geistlichkeit darauf hingewiesen, daß die serbisch orthodoxe Kirche
stets ein Bollwerk gegen das Osmanische Reich und den Islam war und bleiben
wird. Erst sehr spät am Abend kehren wir wieder zurück.
- Die jugoslawische Fahrtenleitung teilt noch mit, daß die Pontonbrücke
erst am darauf folgenden Tag morgens bis 5:00 Uhr für die TID Teilnehmer
geöffnet bleibt. aber erst nachdem sie von der gesamte Berufsschiffart und
den Hotelschiffen in der Nacht bis 4:00 Uhr passiert wurde.
- Slowaken und Ungarn und die deutschen Ruderer haben ihre Leute und das
Bootsmaterial fünf km unterhalb von Novi Sad an eine geeignete Einsatzstelle
gebracht. Die restlichen Teilnehmer schieben also noch einen weiteren
Ruhetag ein und müssen dann 89 km bis Belgrad paddeln.
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- Di. 06.08.02
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- Am 2. Ruhetag suchen Günter und ich den Stadtteil links der Donau auf.
Es ist der modernere Teil der Stadt. In einem großen Einkaufszentrum rufen
wir zuerst einmal unsere Frauen an. Dann wird ein kleiner Einkauf getätigt
und noch einmal Geld umgetauscht. Hauptsächlich benötigten wir Wasser und
Gemüse für den obligatorischen Salat. Auf dem Badegelände sind viele kleine
Imbissbuden anzutreffen. Auch hier versorgen wir uns beide noch mit
Blätterteigteilchen und Joghurt, damit wir morgen früh schneller sind. Als
erstes haben wir unseren Salat gegessen und uns anschließend in der nahe
liegenden Strandbar ein Pivo genehmigt, als es wieder mit einem Gewitter
losgeht. Grollend kehren wir wieder zurück ins Zelt und das schon um 18:00
Uhr.
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- Mi. 07.08.02
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- Am nächsten Morgen werden wir von Rolli um ½ 4 Uhr geweckt. Ich war aber
schon kurz nach 3:00 Uhr aufgewacht und habe dann Günter geweckt.
Rolf-Dieter und Marlies packen ebenfalls. Alles ist noch dunkel. Schnell
frühstücken wir etwas und sind dann alle um ½ 5 Uhr auf dem Wasser. Die
geöffnete Pontonbrücke passieren wir kurz vor fünf Uhr. Nach zwei Stunden
wird es langsam hell. der Himmel ist mit eine geschlossenen Hochwolkendecke
bedeckt, im Osten jedoch erscheint die Sonne über dem Dunststreifen am
Horizont. Wird es ein heißer Tag werden? Gegen 8:00 Uhr finden wir eine
Sandbank, die uns zu einer erweiterten Frühstückspause einlädt. Ein
gewaltiges Stück Donau liegt noch vor uns und fließen will sie auch nicht so
richtig. Gegen 11:00 Uhr erreichen wir Stari Slankanen und nach 500 m mündet
die Theiss in die Donau. Die Theiss ist mit 977 km der längste Nebenfluß der
Donau. Das Gebiet zwischen Donau und Theiss wurde nach der Vertreibung der
Türken von Deutschen, den Donauschwaben, besiedelt. Günter und ich machen
eine kleine Mittagspause, vor allem um uns einmal aus dem Boot zu erheben
und einige Schritte zu laufen. 43 km haben wir hinter uns und 46 km liegen
bis Belgrad noch vor uns. Also weiter! Unsere nächste Pause machen wir bei
km 1190. Hier finden wir einen kleinen Sandstrand und können gut aussteigen.
Es finden sich mehrere Gleichgesinnte ein, die diesen Ort genauso für ein
gutes Plätzchen halten. Wir haben die Melone, die wir von Rodnay in Novi Sad
bekommen hatten, gegessen und die Schale freilaufenden Schweinen
hingeworfen. Sie waren zwar sehr neugierig, haben die Schale aber nicht
angetastet. Mit Marlies und Rolf-Dieter fahren wir beide dann weiter. Als
wir den Belgrader Vorort Zemun passiert haben, erreichen wir die Einmündung
der Save und sind gegen 15:30 in Belgrad. Am Ziel dem Sportski Centar "25
MAY" warten heiße Duschen und ein Abendessen auf uns. Nachdem das Zelt steht
und wir geduscht sind gehe ich mit Dieter in die angegliederte Gaststätte
erst einmal ein Bier trinken. Begrüßt werde ich vom Präsidenten des
jugoslawischen Kanuverbandes, der mich noch von der letzten TID kannte. Wir
hatten in Kehlheim über deutsche Kanurennsportler vergangener 40 Jahre
gesprochen. Er selbst war ein sehr erfolgreicher Kajakfahrer und hatte sich
früher (1960) mit Fritz Briel harte Wettrennen geliefert. Das Abendessen
besteht aus zwei Schnitzeln, gerösteten Kartoffeln, Weißkrautsalat, Freibier
und natürlich den Slivoviza. Auf den anschließenden Tanz haben Günter und
ich verzichtet. Wir waren doch zu müde.
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- Do. 08.08.02
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- Am nächsten Tag wird Belgrad besichtigt. Die Stadt liegt sowohl an der
Donau als auch an der Save. Den besten Überblick gewinnt man von der
ehemaligen türkischen Befestigungsanlage Kalemegdan aus. Jenseits der Save
liegt der moderne Teil der Millionenstadt. In der Befestigungsanlage selbst
befinden sich ein Militärmuseum und Basketballplätze der renommierten
Belgrader Sportvereine „Roter Stern und Partisan". Es folgt nun die
Besichtigung vom Bus aus. Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Die Fahrt
führt uns zuerst durch den Grüngürtel und dann durch die einzelnen
Stadtteile von Belgrad, ein Besuch der orthodoxen Kathedrale - im Inneren
wird nunmehr wieder weitergebaut - und endet im Zentrum am Platz der
Republik. Von hier geht es zu Fuß durch die Stadt zum Zeltplatz zurück. Die
Stadt ist ebenfalls wie Rom auf sieben Hügeln errichtet, aber in ihrer
Geschichte ist sie 20-mal zerstört worden. Die Narben der Nato-Angriffe von
1998 sind noch nicht verheilt. Ebenso sind die Zerstörungen im
Regierungsviertel noch zu sehen. Bei diesen Angriffen wurden die Einwohner
an den 6. April 1941erinnert. Ohne Kriegserklärung hatten deutsche Bomber
die Stadt angegriffen. Die Millionenstadt erweckt heute jedoch den Eindruck
zur Normalität zurückgekehrt zu sein.
- Belgrad (Serbokroatisch Beograd), an der Mündung der Save in die Donau
gelegen, ist die größte Stadt und Hauptstadt von Serbien sowie Hauptstadt
der Föderation von Serbien und Montenegro. In der Nähe befinden sich
Kohle- und Bleilager. Die Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum, in dem
Maschinen, elektrische Geräte, Lebensmittel, Keramik und Textilien
hergestellt werden. Aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage an
internationalen Eisenbahnlinien und der Brücke über die Save entwickelte
sie sich zu einem Zentrum für den Handel mit verschiedenen Export- und
Importgütern.
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- Belgrad ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs und eines
orthodoxen Patriarchen. Die Universität (gegründet 1863), eine
Kunstakademie, das Nationalmuseum und ein Museum für Moderne Kunst machen
die Stadt zu einem Kulturzentrum für ein großes Einzugsgebiet. Weitere
Sehenswürdigkeiten sind die Festung Kalemegdan (18. Jahrhundert), die an die
Zeit der Türkenherrschaft erinnert, und die Kathedrale Sankt Michael (19.
Jahrhundert) mit einer Ikonensammlung.
- Seit ihrer Gründung als römisches Legionslager (Singidunum) kämpften
verschiedene Völker um die Stadt. Vom 3. bis zum 7. Jahrhundert war Belgrad
von Kelten, Römern, Hunnen, Sarmaten und Goten beherrscht – anschließend von
den Byzantinern, Franken, Bulgaren und wieder von den Byzantinern. Die Stadt
blieb das ganze Mittelalter hindurch hart umkämpft. Die byzantinischen
Griechen, die Bulgaren, die Serben und die Ungarn wechselten sich vom 12.
bis Anfang des 16. Jahrhunderts mit ihrer Herrschaft über Belgrad ab. Die
Türken eroberten die Stadt 1521 und nannten sie Darol-i-Jehad ("Heimat der
Glaubenskriege"). 1866 wurde Belgrad von der türkischen Besatzung befreit.
Allmählich verlor die Stadt ihr orientalisches Gepräge. Während des 1.
Weltkrieges wurde sie zweimal von österreichischen Truppen besetzt. 1919
wurde Belgrad die Hauptstadt des neu gegründeten Königreiches der Serben,
Kroaten und Slowenen (1929 umbenannt in Königreich Jugoslawien). Deutsche
Truppen hielten die Stadt während des 2. Weltkrieges besetzt.
1
- Fr. 09.08.02
Wir verlassen Belgrad bei trübem Wetter. An der Einsatzstelle, der
schiefen Ebene, herrscht schon Gedränge. Mit vereinten Kräften, der Eine hilft
dem Anderen, gelangen wir aufs Wasser. Mit dem Zufluß der Save wird der Strom
jetzt noch breiter. Die Donau fließt in einer großen Hufeisenschleife wieder
zurück, aber nach einigen Kilometern nehmen die Fluten wieder geraden Verlauf
an der Somadija-Hügellandschaft vorbei. Nach Belgrad ändert sich der Charakter
der Donau durch den Rückstau vom Stauwehr im Eisernen Tor. Sie hat fast keine
Strömungsgeschwindigkeit mehr und außerdem beachtlich warme
Wassertemperaturen. Durch Gegenwinde und wiederholte Gewitter schaukeln sich
die Wellen schaukelten sich auf und das auf einer mächtig breiten Donau. Am
frühen Nachmittag erreichen Günter und ich Smederevo-Jugovo. Der großzügige
Zeltplatz und oh, Wunder! Es gibt kaum Mücken, liegt weit oberhalb der Stadt.
kalte Duschen sind zwar vorhanden, aber nur eine funktionierte. In der Nähe
befindet sich ein sehr schönes Restaurant. Hier werden wir abends auch
versorgt. (Serbische Bohnensuppe)
Sa. 10.08.02
Am nächsten Morgen gibt es beim Einsetzen der Boote einen Stau, weil
sämtliche Teilnehmer auf Grund der langen Strecke früh starten wollen. Das
Festungsdreieck Smederevo an der Mündung der Jezava in die Donau war die
letzte Residenz des mittelalterlichen Serbien. Die Festung wurde zwischen
den beiden Flüssen auf den Fundamenten des ehemaligen römischen Kastell
Castrum Vincea 1428 errichtet. Bei Dubravica km 1.050 mündet die weit
größere Morava in die Donau. Bei Gegenwind erreichte ich nach 42 km RAM bei
km 1.078. Direkt neben einer Fährstation lädt ein Restaurant zur Einkehr
ein. Dort sitzen bereits Doca und Werner. Heiko Krüger kommt zurückgefahren
und warnt vor den hohen Wellen hinter dem nächsten Bergrücken. Weit drüben
auf der anderen Seite liegt Rumänien. Der Grenzfluß ist die Nera. Die Donau
ist jetzt die Grenze zwischen Jugoslawien und Rumänien. Das Anlegen auf der
rumänischen Seite soll auf jeden Fall vermieden werden, denn das führt zu
Grenzverletzungen und kann zu unnötigen tagelangen Aufenthalten führen. Nach
einer Stunde Pause wagen sich die ersten Paddler wieder aufs Wasser. Weil
ich mein Boot wegen des Anlegens einer Fähre wegnehmen muß, entschließe ich
mich. mit Karl-Heinz auch aufs Wasser zu gehen. Es ist eine mörderische
Fahrt. Das Boot tänzelt trotz der vollen Beladung und die Wellen schießen
mir ins Gesicht. Regenjacke und Spritzdecke verhindern das Schlimmste. Mit
einer kleinen deutschen Gruppe erreiche ich das Ziel schon am frühen
Nachmittag, vor uns war nur der Jugoslawe Doca und Werner aus Bonn
angekommen. Wenig später kamen auch Günter und Karl Heinz an. Bis spät in
die Nacht kommen insgesamt nur ca. 40 Paddler auf der 61 km langen Strecke
in Veliko Gradiste an. Der Zeltplatz liegt in einem sauberen Park an der
Promenade bei der Schiffsanlegestelle. Da es Samstag ist, findet hier eine
Musikveranstaltung statt. Die gesamte Bevölkerung von Veliko Gradiste ist
auf den Beinen. Es gibt wieder Serbische Bohnensuppe und Krautsalat. Die
Getränke kann man sich in der nahen Gaststätte kaufen. Wegen des starken
Windes haben sich auch die Mücken verkrochen.
Kein Canadierfahrer und Ruderer hat diese Strecke geschafft. Der Rest
der Truppe muß von Autobussen mit Bootsanhängern aus der Slowakei bzw.
Ungarn am nächsten Tag eingesammelt werden.
So. 11.08.02
Am nächsten Tag wird ein absolutes Fahrverbot vom jugoslawischen
Fahrtenleiter angeordnet, so dass Boote mit Gepäck und die Personen nach
Dobra gebracht werden müssen. Von der deutschen Seite wird der Kleinbus der
Ruderer eingesetzt. Diese Situation trifft man wegen der starken Fallwinde
öfters an. Von der Straße aus können wir die Wellen mit ihren Schaumkronen
sehen. Das Fahrverbot ist absolut richtig. Trotzdem haben zwei Paddler, Doca
der jugoslawische Zahnarzt und Franz der österreichische Chirurg, diese
Strecke von 38 km in 14 Std. bewältigt: Sie haben aber teilweise ihr Boot
mit dem Bootswagen transportieren müssen. Die Straße nach DOBRA führt mitten
durch die Ruine der stolzen Festung Golubac(Taubenberg). Der Burghof ist
durch Stauregulierung jetzt überschwemmt. Sie war die Residenz eines
türkischen Paschas. Hier liegt der Eingang zur Djerdap-Schlucht und der
Beginn der 1. Engstelle.
Mo. 12.08.02
Auch bei der nächstfolgenden Etappe nach Dolni Milanovac wird vor den
Engstellen gewarnt. In der Nacht war wieder ein fürchterliches Gewitter mit
Sturm und Regen über uns hernieder gegangen. Die jugoslawischen Kameraden
behaupteten nun, dass das Wetter umschlägt und es sehr schön wird.
Tatsächlich, der Wind hatte sich gelegt und die Sonne schien. Durch den vielen
Regen der vergangenen Nacht können wir gleich in dem kleinen Bach einsetzen
und von dort in die Donau gelangen.
Im Jahre 1874 wurde die Donau im Bereich des Eisernen Tores wie folgt
beschrieben: "Der stolze Strom, der bei normaler Bettfülle die mächtigen
Flußschiffe auf seinen Wellen schaukeln sieht, wird bei fallendem Wasser, eben
in Folge dieser Felsenhemmnisse, zum ohnmächtigen kleinen Fluß, dem sich
beinahe das unbedeutende Schiffchen nicht mit Sicherheit anvertrauen kann. Und
wenn, hervorgerufen durch trockene Witterungsverhältnisse, der Wasserstand
einen solchen Tiefpunkt erreicht hat, dass jeder Schiffsverkehr zur
Unmöglichkeit wird und Tausende von Reisenden bemüht sind, die
Kataraktenstrecke mit Landfuhrwerken zu durcheilen, da treten sie hervor, die
Felsenhemmnisse, über dem tobenden und brausenden Wasserspiegel, hier in
einzelnen Stücken, dort in Gruppen gereiht und dann wieder in einer förmlichen
Linie das Strombett durchschneidend und so dem Beschauer einen
wildromantischen Anblick gewährend, lassen sie ihn auch gleichzeitig die
Gefahren erahnen, welche selbst bei günstigem Wasserstand dem darüber
hineilenden Schiffen und seiner Bemannung drohen....
Die Donau durchbricht hier die transsilvanischen Alpen (Südkarpaten,
Banater Berge). Djerdap heißt auf deutsch "Eisernes Tor". Der kleine Djerdap
ist der Bereich von Golubac bis Donji-Milanovac; die erste Engstelle
erstreckt sich von km 1040 – 1025,7 und die zweite Engstelle von km 1015 –
999. Es ist eine Strecke wie bei der Lorelei nur ist alles bedeutend
gewaltiger. Dafür fließt der Strom nicht mehr. Still und ruhig ist das
Wasser. Ich fahre heute mit Karl-Heinz, denn Günter war heute Morgen etwas
knurrig und dann sollte man diesen auch in Ruhe lassen. Vor uns fahren
Gudrun und Edgar aus Augsburg. Bei km 1011 befindet sich eine Gedenktafel
für Tiberius, der hier mit dem Straßenbau begonnen hatte. Wir fahren auf der
rumänischen Seite und müssen nun 7 km lang auf einem breiten See fahren und
oh - Schreck - über uns donnert und blitzt es. Wie sollen wir vom Wasser?
Wir fahren mit sehr gemischten Gefühlen weiter und landen dann glücklich am
Kiesstrand von Dolni Milanovac. Direkt oberhalb der Strandpromenade befindet
sich unser Zeltplatz. Für Günter kann ich ein schönes Plätzchen frei halten.
Er kommt auch bald und ich gehe mit Poldi aus Ettenheim in den Ort, um
einzukaufen. Obst, Gemüse für den Salat und Joghurt, muss es diesmal sein.
Auf dem Rückweg treffen wir Werner aus Bonn und nun trinken wir zusammen
noch einen Wein. Dieses Dolni Milanovac muß eine Hochburg des
Handballsportes sein. Auf einem asphaltierten Platz wird kräftig trainiert
und die jungen Spieler bzw. Spielerinnen gehen richtig zur Sache. Nach
unserer obligatorischen Suppe, Brot und Bier beginnt ein Folkloreprogramm.
Junge Menschen zeigen uns ihre heimischen Tänze. Nachdem die jungen Menschen
ihr Programm beendet haben, springen jung und alt auf die Tanzfläche und
tanzen in einem großen Kreis. Nicolina aus Bulgarien beherrscht auch diese
Tanzschritte und ist voll dabei. Der Rhythmus und die Musik erinnern mich
daran, dass wir jetzt auf dem Balkan sind. Diese Musik und Tänze findet man
schon in Bogojevo und bis hinunter nach Bulgarien, in die Türkei, ja, ich
behaupte, dass sogar der griechische Sirtaki, so wie ich ihn kenne, von
dieser Musik abstammt, jedoch mit einem etwas langsameren Rhythmus. In einer
nahegelegenen Bar ist diese Musik noch bis um 1 Uhr nachts nicht zu
überhören. Die Menschen freuen sich, dass wir hier sind und bringen damit
ihre Freude zum Ausdruck, doch wir kriegen in unseren Zelten kein Auge zu.
Heute Nacht glaubte ich, dass ich in einer Bärenhöhle übernachte, denn als
die Musik aufhört zu spielen fängt mein Nachbar aus Friedrichshafen
fürchterlich zu schnarchen an.
Di. 13.08.02
Von Dolni Milanovac führt uns die Donau auf 19 km lang schnurgerade durch
einen See und wir erreichen bei km 974 die dritte Engstelle, den oberen Kazan
von km 974 – 970,2 und den unteren Kazan von 968,8 –965,4. Der alte,
hochgelegene pontische Talboden, aus dem das Felsmassiv des Veliki
Strbac(768m) aufragt, ist deutlich erkennbar. Am linken Ufer befindet sich die
Szechenyi-Tafel (Stephan Graf Szechenyi,: »der größte Magyar s.a.
Budapest) zur Erinnerung an die hier vor 130 Jahren geschaffene Straße. An den
Felsenwänden des rechten Ufers sind Reste der in den Fels gesprengten
Trajanstraße, des Treppelweges, auf dem die römischen Schiffe stromaufwärts
getreidelt wurden, überschwemmt. Die Donau ist hier 150 m breit. Es folgt auf
der rumänischen Seite die Veteranihöhle. Sie ist mit unseren Kanus gut zu
erreichen. Die Schlünde der Kazanpässe öffnen sich zum Becken von Orsova. Mit
dem 1972 eingeweihten 35 m hohen Staudamm mit Kraftwerk und Schleuse ist diese
Gefahrenstelle gewaltig abgemildert worden. Schon die alten Römer haben mit
einem Umgehungskanal versucht diese Stelle zu entschärfen und Kaiser Trajan
ging mit dem Bau einer Straße in die Geschichte ein. Die Tabula Trajana
erinnert noch an diese Tat. Wir fahren direkt an dem steinernen Tisch vorbei.
Er lag vor dem Anstauen der Donau ca. 40 m tiefer. Man kann gut die Inschrift
in Latein erkennen.
Es heißt dort. " Der Sohn der göttlichen Nerva und regierenden Kaiser,
Nerva Trajanus Augustus Germanicus, Pontifex Maximus, zum vierten Male Tribun,
Vater des Vaterlandes und Konsul, hat Gebirge und Strom überwunden und diese
Straße erbaut." Auf der rumänischen Seite wird der riesige Kopf des
Darkerfürsten Dezibal, eines Widersachers Trajans, in den Fels gemeißelt
Der Wind hat aufgefrischt und kommt schräg von hinten. Mein Boot ist
unangenehm Luv – gierig, doch wir erreichen Tekija, einen kleinen Ort mit
herrlichem Strand zum Baden. Der Ort ist mit dem Bau der Stauanlage in den
70ér Jahren hier neu entstanden. Leider ist richtig kühl geworden. Man muß
sich warm anziehen. Auf dem Zeltplatz in Tekija ist es wegen
Erweiterungsarbeiten sehr eng. Nur eine Toilette und eine Wasserzapfstelle
stehen allen gemeinsam zur Verfügung. Aber in der Nähe ist ein sehr gutes
Fischrestaurant, das alles entschädigt. Hier sitzen viele Deutsche bei Wels
oder Zander und es wird viel über die Tour gesprochen, jedoch nicht ohne die
Adressen auszutauschen. Wir wollen uns alle in Dresden Ende Oktober treffen
und bei gymbildern die Erlebnisse nochmals an uns vorbeiziehen lassen.
Mi. 14.08.02
Am nächsten Morgen fahren einige trotz Starkwind zur Schleuse, der Rest
wird mit Bussen weiter transportiert. Auch der deutsche Bus aus Deggendorf ist
schon da.
Es geht dann durch die zwei Stufen der Schleuse Djerdap I und weiter zum
Zeltplatz auf dem Burggelände von Kladowo. Gegenüber auf der rumänischen Seite
ist die Stadt Turu Severin mit einer Werft zu sehen.
Nachfolgend sind die Stationen der 47. Tour international Danubien (TID)
2002 festgehalten:
ZEITPLAN
- Österreich:
07.07. – 17.07.2002 Inzell-Linz-Wien-Hainburg
Slowakei: 17.07. – 21.07.2002 Bratislava-Gabčikovo-Komárno
Ungarn: 21.07. – 31.07.2002 Esztergom-Budapest-Mohács
Jugoslawien: 31.07. – 17.08.2002 Apatin-Belgrad-Brza Palanka
Land Rechtes/
Datum/ Linkes Strecken-/Ziel- Tages-
Wochentag Tagesetappe – ZIELORT Ufer Kilometer
Österreich
07.07. So Schleuse Jochenstein 9.20/11.45 Uhr L 2203,3
Umtragestelle R 2203,3
INZELL R 2182 33
08.07. Mo Schleuse Aschach R 2162,9
Umtragestelle L 2163
Schleuse Ottensheim L 2146,9
Umtragestelle L 2147,5
LINZ – Ruder- und Kanu-Club L 2133 49
09.07. Di Schleuse Abwinden-Asten L 2120,5
Umtragestelle L 2120,5
Schleuse Wallsee L 2096,6
Umtragestelle R 2097,4
GREIN L 2079 54
10.07. Mi Schleuse Ybbs-Persenbeug L 2060,6
YBBS R 2058,2 21
11.07. Do Schleuse Melk L 2039
Umtragestelle L 2040
AGGSBACH-MARKT L 2027 31
12.07. Fr MAUTERN R 2003,8 23,5
13.07. Sa Schleuse Altenwörth L 1979,8
Umtragestelle L 1980,1
TULLN R 1964 39,5
14.07. So Schleuse Greifenstein R 1949
Hafeneinfahrt Kuchelau R 1935,3
WIEN-KUCHELAU
(Hafeneinfahrt + 1,7 km Ausstieg L)R 32,2
15.07. Mo Ruhetag(Stadtführung Wien mit Bus)
16.07. Di Fahrt durch den Wiener Donaukanal
HAINBURG R 1883,5 52,2
Slowakei
17.07. Mi BRATISLAVA R 1867,5 16
18.07. Do Ruhetag Stadt- und BurgbesIchtigung
19.07. Fr Cunovo – Bootsgasse (nur für Kanuten) und
Umtragestelle in die alte Donau R 1852
Umtragestelle nur bei Schönwetter – nIcht bei L1843
starkem Wind (sonst R 1852)
GABCIKOVO L 1819 49
20.07. Sa KOMÁRNO L 1771 48
Ungarn
21.07. So ESZTERGOM R 1719 52
22.07. Mo LEPENCE-VISEGRAD R 1696 23
23.07. Di BUDAPEST R 1655 41
24.07. Mi Ruhetag (Stadtführung in Budapest)
25.07. Do ERCSI (Fähre oder Bootssteg) R 1613,4 44,6
26.07. Fr DUNAÚJVÁROS R 1577,8 35,6
27.07. Sa PAKS 1527 52
28.07. So BAJA
- (Sugovica-Mündung – 1,5 km aufwärts R)
- L 1479 48
- 29.07. Mo MOHÁCS R 1448 31
- 30.07. Di Ruhetag (RückfahrmöglIchkeit nach Deutschland)
- Jugoslawien
- 31.07. Mi APATIN – (1 km Kanal aufwärts R)L 1401 47
- 01.08. Do BOGOJEVO L 1366 35
- 02.08. Fr BA
ČKO
NOVO SELO L 1319 47
03.08. Sa BAČKA
PALANKA L 1299 20
04.08. So NOVI SAD – (Badestrand vor Brücke –
- 100 m im Kanal aufwärts – R) L 1258 41
- 05.08. Mo Ruhetag(Stadtführung,BesIchtigung von Klöstern)
- 06.08. Di STARI SLANKAMEN R 1215 43
- 07.08. Mi BEOGRAD R 1169 46
- 08.08. Do Ruhetag(Stadtbesichtigung)
- 09.08. Fr SMEDEREVO-JUGOVO R 1120 49
- 10.08. Sa VELIKO GRADIŠTE R 1059 61
- 11.08. So DOBRA R 1021 38
- 12.08. Mo DONJI MILANOVAC R 990 31
- 13.08. Di TEKIJA R 956 34
- 14.08. Mi Schleuse Djerdap I R 942
- KLADOVO R 934 22
- 15.08. Do Ruhetag (RückfahrmöglIchkeit nach Deutschland)
- 16.08. Fr BRZA PALANKA R 884 50
- 17.08. Sa Schleuse Djerdap II R 864
-
-
-
- Nachbetrachtung
:
Es war nicht nur die Donau mit ihren vielschichtigen Landschaften, durch
die sich der Strom gegraben hat, waren der Reiz den die Teilnahme ausmachte,
sondern es lockte ebenso die bei einer so großen ICF –Fahrt entstehende
hervorragende Kameradschaft. Beim Ein- bzw. Ausbooten waren immer hilfreiche
Hände da. Alte Freunde hatten sich wieder getroffen. So konnten diese
Freundschaften gefestigt werden, aber gute, neue Freundschaften haben sich
außerdem gebildet. Die Organisation war vorbildlich und das Verhältnis
zwischen den vielen Nationen war überaus herzlich.
Mit der Ankunft in Kladowo haben Günter und Jürgen ihre Reise beendet.
Noch am selben Tag um 17:00 Uhr brachte der schon bereitstehende Bus weitere
30 deutsch/österreichische Paddler dann in 23 Stunden nach Degendorf. Der
Abschied von den weiterfahrenden Kameraden war leider sehr kurz, war man
doch so viele Tage gemeinsam gefahren.
Ich habe bei meinen bisherigen Touren noch nie soviel Bier getrunken wie
auf dieser Tour. Der Flüssigkeitshaushalt mußte halt stimmen und das Bier
war überall hervorragend und gut. Bier gilt ja auch (vor allem in Bayern)
als Grundnahrungsmittel.
Die Strecke von Passau bis Kladowo beträgt 1.296 km.
Zur 48. TID möchte ich die Reise bis Silistra fortsetzen. Dabei werde ich
die Strecke in Mohács beginnen, um die landschaftlich schöne Strecke durch das
Eiserne Tor bei hoffentlich weniger Sturm noch einmal zu erleben.
Hannover im Dezember 2002
WASSERWANDERUNG AUF DER ALTMÜHL
Die Altmühl entspringt bei Wildbad auf der Frankenhöhe und hat eine Länge
von 242 km. Der Höhenunterschied zwischen Quelle und Mündung in der Donau
beträgt nur 130 m.
Befahrbar mit Booten ist die Altmühl jedoch erst nach dem Altmühlsee bei
Gunzenhausen. Bis Treuchtlingen ist sie ein kanalisierter Wiesenfluß. Der
reizvolle Teil der Altmühl beginnt eben hier in Treuchtlingen, dem Tor zum
Naturpark Altmühltal. Die Altmühl ist ab Dollenstein auch das Urstromtal der
Donau, bis sie sich bei Weltenburg einen neuen Durchbruch geschaffen hat.
Der Abfluß der Altmühl wird einerseits durch eine Reihe von Wehren
gehindert, um die Wasserkraft für Mühlen- und früher Hammerwerke heute
Sägewerke zu nutzen und anderseits sollen die plötzlich bei starken
Niederschlägen eintretenden Hochwasser gebändigt werden. Die Altmühl fließt
in südöstlicher Richtung und ist wegen der vielen Wehranlagen der langsamste
Fluß Bayerns. Sie gilt trotzdem wegen seiner herrlichen Landschaft als der
Pilgerfluß der Kanuten.
Die herrliche Landschaft des romantischen Altmühltales von Treuchtlingen
bis Kelheim mit Wäldern und Höhenzügen mit schroffen Felsen, die teilweise
bis an das Ufer ragen, mit den vielen Burgen und Schlössern und den schönen
alten Städten wie Treuchtlingen, Pappenheim, Solnhofen, Eichstätt,
Kipfenberg, Kinding, Beilngries, Dietfurt, Riedenburg, Schloß Prunn, und
Kelheim mit ihren historischen Stadtkernen reizen immer aufs Neue den
Wasserwanderer.
Dieser Flußabschnitt ist jetzt als "Naturpark Altmühltal" zum
Naturschutzgebiet erklärt worden. Für die Wassersportler ist durch das
Anlegen von Ein- und Ausstiegen mit hölzernen Treppen das Anlanden nur an
diesen Stellen gestattet. Dadurch bleiben die Uferzonen relativ unberührt.
Im Bereich der Wehranlagen ist dadurch das Umsetzen auch sehr bequem.
30 km der unteren Altmühl sind als Bundes-Wasserstraße Main-Donau-Kanal
ausgebaut. Neben den Wehranlagen befinden sich hier noch kleinere Schleusen
für den Sportboot-Verkehr und damit man mit dem Hintern wieder hochkommt
Umtragestellen mit Bootswagen.
Der Main-Donau-Kanal soll am 25. September 1992 für den Schiffsverkehr
freigegeben werden. Dann ist eine Schiffsverbindung zwischen Nordsee und
Schwarzem Meer möglich.
Während zwischen Treuchtlingen und Beilngries nur Kanuten mit Kajaks
oder Canadier anzutreffen sind, wird künftig im unteren Bereich (Dietfurt
bis zur Mündung) die Binnenschiffahrt und die Freizeitgestaltung mit
Motorschiffen zunehmen.
Unsere Flußwanderung soll in Bubenheim beginnen. Die Gesamtstrecke (152
km) von Bubenheim nach Kelheim bis zur Donaumündung und als Abschluß noch
den Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg soll in 7 Tagen bewältigt
werden.
Teilnehmer:
Franz Grunau, Wolf Gutschke, Karl Hahne, Jürgen Hauf, Werner Lambeck,
Günter Nitzsche, Leo Polakowski, Thomas Severloh und Rudolf Wirth
1. Paddeltag SA, den 13.06.1992 Bubenheim Pappenheim 14,5 km
2. Paddeltag SO, den 14.06.1992 Pappenheim Dollnstein 18,7 km
3. Paddeltag MO, den 15.06.1992 Dollnstein Eichstätt 17,1 km
4. Paddeltag DI, den 16.06.1992 Eichstätt Kipfenberg 26,6 km
5. Paddeltag MI, den 17.06.1992 Kipfenberg Kottingwörth 20,1 km
6. Paddeltag DO, den 18.06.1992 Kottingwörth Riedenburg 26,4 km
7. Paddeltag SA, den 19.06.1992 Riedenburg Kelheim 18,7 km
7. Paddeltag SA, den 19.06.1992 Weltenburg Kelheim 10,0 km
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152,1 km
So starten wir mit drei PKWs am Freitag, den 12.Juni, beladen mit insgesamt
8 Kanus in Richtung Süden.
Bei den Pappenheimer, die Schiller schon in seinem Wallenstein erwähnte,
schlugen wir unsere 5 Zelte auf dem dortigen Campingplatz auf. Nach dem alle
Paddelfreunde eingetroffen sind, machen wir einen ausgedehnten Spaziergang
durch die kleine Stadt mit dem Schloß, den beiden Hauptstraßen entlang und
finden uns zum gemeinsamen Abendessen ein.
Um 21.00 Uhr streben wir schon unserem Nachtquartier zu. Am nächsten Tag
wollen wir die Stadt noch einmal erkunden.
Die Kanuten Rudolf Wirth und Karl Hahne jeder im eigenem Zelt , Wolf
Gutschke mit Jürgen Hauf, Werner Lambeck mit Günter Nitzsche, und Thomas
Severloh mit Leo Polakowski verbringen ihre erste Nacht an der Altmühl.
Franz Grunau hat standesgemäß wieder für die gesamte Paddelzeit
Hotelübernachtungen vorgebucht.
Camping-Platz:
Natur Camping Pappenheim Tel. 09143/12 75
SAMSTAG, den 13.06.1992
Nach einem guten Frühstück fahren wir mit drei mit unseren Booten beladenen
PKWs nach Bubenheim. Das Auto von Franz Grunau bleibt in Pappenheim.
Ganz in der Nähe von Bubenheim befindet sich die Fossa Carolina, der
Karlsgraben. Hier hat Karl der Große schon vor 1200 Jahren versucht, eine
Schiffsverbindung vom Rhein zur Donau zu schaffen. Mit dem Karlsgraben
sollte die Altmühl mit der schwäbischen Rezat verbunden werden. Die Rezat
mündet in die Rednitz ab Führt als Regnitz, die Regnitz bei Bamberg in den
Main und der bekanntlich in den Rhein.
Eine Schiffsverbindung zwischen Rhein und Donau hat im Jahre 1845 König
Ludwig I. von Bayern von Bamberg nach Kelheim mit einem Kanal bauen lassen.
Ein 100 t-Schiff mußte durch 101 Schleusen treideln.
Mit der Erfindung der Dampfmaschine und den Siegeszug der Eisenbahn war
dieser Kanal bald überflüssig geworden.
Durch die Eröffnung der Großschiffahrtsstraße "Main-Donau-Kanal" in
diesem Jahr wird zum zweitenmal eine Schiffsverbindung geschaffen.
Im unteren Altmühltal werden wir diese drei Wasserstraßen Altmühl, König
Ludwig-Kanal und Main -Donau-Kanal neben einander finden.
Die Einsatzstelle an der Brücke in Bubenheim ist leicht zugänglich. Die
Autos können hier abgef-stellt werden.
Das Wasser der Altmühl hat eine sehr gute Strömung.
Das soll wirklich der langlamste Fluß Bayerns sein?
Die tiefbraune Farbe des Altmühlwassers läßt ahnen, daß es in den
letzten Tagen zu erheblichen Niederschlägen gekommen ist. Auch der
Wasserstand ist sehr hoch.
Eine stolze Armada von 5 Einer- und 2 Zweierkajaks setzt sich in
Bewegung. Die Sonne hält sich zwar noch etwas bedeckt, dafür ist die
Stimmung um so besser.
Wir lassen Bubenheim hinter uns und fahren durch eine weite
Wiesenlandschaft. Die vielen Altarme der Altmühl beweisen, daß schon vor
langer Zeit hier reguliert wurde. Die kleinen Wehre und Sohlschwellen sind
überflutet und können ohne weiteres befahren werden. Unser neuer
Paddelfreund Karl Hahne steuert zum ertenmal seinen Zweier. Auf Schlag sitzt
heute Günter Nitzsche.
Bei dieser Strömung und guten Wasserverhältnissen werden gleich ein paar
Manöver gefahren, damit Karl sich besser mit seinem Boot vertraut machen
kann. Es klappt dann auch ganz ordentlich, auch wenn ein paar harte Worte
fallen mußten. Die Beherrschung des Bootes ist vor einer Wehranlage sehr
wichtig, denn nicht umsonst wird auf die akute Lebensgefahr bei diesen
Anlagen hingewiesen.
Die Altmühl plätschert munter durch eine breite Wiesenlandschaft. bis
wir Treuchtlingen erreichen.
Das Wehr an der Badeanstalt ist geöffnet. An der Uferpromenade gegenüber
den Altmühlthermen -Thermal und Hallenwellenbad- nehmen wir unsere Boote aus
dem Wasser, um erstmal Treuchtlingen anzusehen.
Treuchtlingen ist das Tor zum Naturpark Altmühltal.
Schon nach wenigen Metern befinden wir uns im Zentrum. Rathaus,
Stadtschloß und Lambertuskirche bilden einen geschlossenen Komplex vor dem
Volkskundemuseum. Auf die hier gezeigten Sammlungen aus der bäuerlichen und
bürgerlichen Entwicklung dieser Stadt verzichten wir.
Inzwischen hat sich auch die Sonne herausgewagt und es wird schon
richtig heiß. Um uns abzukühlen nehmen wir im Innenhof des Stadtcafes platz.
Auf das angestrebte Eis verzichten wir und essen dafür jeder ein großes
Stück Erdbeertorte. Schnell werden noch ein paar Karten geschrieben und wir
gehen wieder zu unseren Booten zurück. Auf Vorschlag von Wolf Gutschke
nehmen wir noch Fleisch und Würstchen zum Grillen mit.
Wir finden unsere Boote unbeschadet wieder und setzen unsere Wanderfahrt
fort.
Munter trägt uns die Altmühl weiter, schon bald tauchen die Höhenzüge
der Fränkischen Alb oder auch Jura vor uns auf.
Gegen 15.00 Uhr haben wir das gesetzte Ziel den Camping-Platz an der
Altmühl in Pappenheim erreicht. Die Boote werden versorgt und neben unseren
Zelten abgelegt.
Die Autos zurückgeholt. Erst duschen und dann Kaffee kochen.
Wolf Gutschke hat inzwischen seinen Grill angeschmissen. Bis das
Grillgut fertig ist nutzen wir die Zeit und fahren das Auto von Leo
Polakowski zum nächsten Etappenziel nach Dollnstein vor.
Mit unsererem neuen "Roten Clubhemd" als äußeres Zeichen unserer
Verbunden-heit begeben wir uns nach dem Essen zur Ruine der Burg der
Reichsmarschälle von Pappenheim mit einer schönen Aussicht auf Stadt und
Altmühltal. Was für eine Enttäuschung. Die Burg ist schon geschlossen.
Auf dem Rückweg dürfen wir das alte Gefängnis von Pappenheim mit seinem
"Insassen" besichtigen. Eine Familie, die heute dieses Haus bewohnt zeigt
uns freundlicherweise diese Räumlichkeiten. Nach einer kleinen Bierprobe mit
italienischer Musik in Bayrischen Landen geht es wieder unseren Zelten zu.
Nach anfänglichem Zögern hat die Sonne es doch heute ganz gut mit uns
gemeint.
Camping-Platz:
Natur Camping Pappenheim Tel. 09143/12 75
SONNTAG, den 14.06.1992
Die Sonne lacht. Das Thermometer steht schon auf 20o C.
Nach dem Frühstück werden die Sachen gepackt und die Zelte in die Autos
verstaut
Da wir gestern bereits ein Auto vorgefahren haben, haben wir Zeit
gewonnen und wir können alles in Ruhe beginnen.
Die Boote werden über den Zaun getragen und am nahen Wehr zum
Unterwasser herabgelassen und schon geht es los mit einem mächtigen
Seitenstrom aus dem Überlaufkanal des Kraftwerkes.
Karl Hahne fährt heute mit Werner Lambeck und Rudolf Wirth mit Franz
Grunau.
Die Altmühl trägt uns in einer weiten Schleife um die Stadt Pappenheim
und nach wenigen km erreichen wir die Wehranlage in Zimmern.
Bevor wir unsere Fahrt fortsetzen wird der neue Helmi-Kajak von Leo
Polakowski -ein Porsche unter den Kajaks- noch mit einer entsprechenden
Würdigung und allzeit gute Fahrt auf den Namen "Libelle" getauft. Leo hat es
sich nicht nehmen lassen zu diesem Anlaß als Taufwasser "Kupferberg Gold" zu
kredenzen.
Wir können die Boote gut umsetzen und unsere Fahrt fortsetzen.
Vor Solnhofen werden wir wegen einer Feuerwehrübung aufgefordert, unsere
Boote aus dem Wasser zunehmen.
Nach dieser Mühe erfolgt jetzt plötzlich die Freigabe der Flußstrecke;
eine reine Schikane uns gegenüber, die wir dann auch mit entsprechend ♪♥♫
begegneten.
Solnhofen, dessen Name weit über Deutschlandsgrenzen hinaus Bedeutung
hat, sowohl durch die als Bodenbelag beliebten Solnhofer Plattenkalke als
auch durch die Versteinerungsfunde aus prähistorischer Zeit in den örtlichen
Steinbrüchen.
Jetzt befinden wir uns schon im Fränkischen Jura. Das Kalkgestein ist
vereinzelnd zu erkennen.
An der Wehranlage Hammermühle machen wir Mittagspause und beobachten die
Wildwasserfahrer.
Eine der schönsten Strecken des Altmühltales liegt vor uns. Die Altmühl
hat sich hier durch das Kalkgestein in Millionen von Jahren gefressen.
Nachdem wir die beiden befahrbaren Wehranlagen Hammermühle und Hagenagger
überwunden haben, tauchen vor uns in der nächsten Schleife die 12
Apostel-Klippen auf und nach der einer weiteren Schleife sind wir bald in
Dollnstein.
Rechts mündet das Wellensteiner Tal, durch das vor ca. 700.000 Jahren
einmal die Donau geflossen ist. Dieses Tal ist äußerst sehenswürdig. Eine
Kleinbahn bringt den Touristen über Wellenstein nach Rennertshofen an die
Donau.
Übrigens Thomas Severloh hat bei der letzten Wehranlage die Bootsgasse
benutzt. Eine Prämierung steht glaube ich noch aus!
Es geht noch an einer bizarren Felswand vorbei, unter einer Brücke durch
und wir sind am heutigen Etappenziel in Dollnstein.
Direkt am Campingplatz können wir unsere Boote herausnehmen.
Es wird uns ein schöner Platz direkt am Wasser zugewiesen. Hinter den
Wohnwagenstellplätzen direkt am Wasser dürfen wir unsere Zelte aufschlagen.
2 Tage wollen wir hier auf dieser sehr gepflegtenAnlage mit sauberen Wasch-
und Toilettenräumen übernachten.
Von der vielen Sonne ausgelaugt und verschwitzt verschwinden wir erst
einmal mit einer "Sammelmarke" in den Duschen.
Um uns für den heutigen Abend selbst zu versorgen sind wir zu faul,
darum wird die erste und auch beste Gaststätte direkt vor dem Campngplatz
angesteuert. Wir haben alle Verlangen nach einer Forelle "Müllerin". Dieser
Wunsch kann uns erfüllt werden. Franz Grunau erhält sogar seine Portion
filitiert und Rudolf Wirth kann einem 2. Durchgang nicht widerstehen. Zur
Verdauung hat er noch eine Runde Obstler -ohne sich vorher über den Preis zu
informieren- auffahren lassen. Es stellte sich heraus, daß ein Obstler
teurer ist als ein halber Liter Bier.
Beweis: Bier gilt eben in Bayern als Grundnahrungsmittel.
Zur weiteren Verdauung machen wir noch einen Spaziergang durch den Ort
mit der weitgehend erhaltenen Befestigungsanlagen, mit dem Torturm und der
Pfarrkirche aus dem Jahre 1065.
Camping-Platz:
8833 Dollnstein, Brückenstr. 11a Tel. 08422/ 8 46
MONTAG, den 15.06.1992
Die Sonne lacht. Das Thermometer steht schon auf 20o C wie am Vortag.
Nachdem die Auto-Fahrer aus Eichstätt mit Franz Grunau wieder zurück
sind, können wir um 9.30 Uhr aufs Wasser.
Karl Hahne fährt heute wieder mit Günter Nitzsche und Rudolf Wirth mit
Franz Grunau.
Die Altmühl führt uns in weiteren Schleifen durch die Alb. Vorbei an
Breitenfurt und Obereichstätt erreichen wir zur frühen Mittagszeit
Wasserzell. Hier verläßt uns die Eisenbahn, die uns bisher begleitet hat.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause mit Besuch eines nahen Biergartens
erreichen wir Eichstätt. Von weitem können wir die Willibaldsburg sehen.
Der Heilige Willibald Gründer, Bischof und Schutzpatron von Eichstätt
soll uns später im Dom und am Willibaldsbrunnen am Markt noch begegnen.
Wir fahren durch Eichstätt. Zwei Wehre müssen noch überwunden werden und
wir haben den Großparkplatz in Eichstätt erreicht.. Die Boote werden auf die
hier abgestellten Autos verladen und ab geht es mit dem Pendelbus ins
Centrum von Eichstätt. Unzählige Kirchen prägen das Stadtbild.
Am Marktplatz steigen wir aus und schnurstracks geht es erst einmal in
ein Eiscafe.
Eichstätt im 30 jährigen Krieg in Schutt und Asche gelegt -außer dem
Dom- ist von zwei italienischen Baumeistern im barocken Stil wieder
aufgebaut worden.
So entstanden die prachtvollen Gebäude am Residenz-Platz, die
Domherrenhöfe, die fürstbischöfliche Sommerresidenz, das Coblenzi-Schlößchen
und das Kloster Notre Dame.
Eichstätt ist auch heute noch Bischofsitz und beherbergt die einzige
Katholische Universität Deutschlands.
Nachdem wir noch einige Einkäufe getätigt haben, verlassen wir Eichstätt
und fahren nach Dollnstein zurück. Ausgelaugt von der vielen Sonne und dem
ausgiebigen Stadtgang.
sind heute abend keine großen Aktivitäten vorgesehen.
Camping-Platz:
8833 Dollnstein, Brückenstr. 11a Tel. 08422/ 8 46
DIENSTAG, den 16.06.1992
Die Sonne lacht. Das Thermometer steht schon auf 20o C, wie soll es auch
anders sein.
Unser nächstes Etappenziel ist Kipfenberg . Starten müssen wir in
Eichstätt.
Sämtliche Autos mit Booten und Zelten müssen nach Eichstätt vorgefahren
werden und ein Auto weiter bis Kipfenberg. Es klappt alles ganz prima und so
sind wir um 10.00 UHR wieder auf dem Wasser.
Karl Hahne fährt heute mit Wolf Gutschke.
In Pfünz, dem Porta Prätoria, fahren wir bei leichten Stromschnellen
durch die Bogenöffnungen der Jahrhunderte alten "Römerbrücke".
Wir befinden uns hier im ehemaligen Grenzbezirk zwischen römischen
Weltreich und Germanien. Der Limes und das Römerkastell "Vetonia" befinden
sich in der näheren Umgebung.
Im Zuge der alten Römerstraße muß damals schon eine Brücke gestanden
haben.
In dem Ortsnamen Pfünz ist das lat. Wort für Brücke "Pons" enthalten;
also genügend Beweise.
Vorbei an Walting und Pfalzpaint erreichen wir zur Mittagszeit die
Gungoldinger Heide. Eine mit Wacholderbüschen bewachsene Bergrücken. Das
Altmühltal hatte sich hier etwas geweitet.
Es geht in einigen Schleifen weiter nach Kipfenberg. Auch dieser
Campingplatz befindet sich direkt an der Altmühl.
Die Boote werden klargemacht, während die Autos aus Eichstätt geholt
werden. Bald stehen wieder unsere Zelte im Halbkreis
.
Nachdem wir uns landfein gemacht und unsere Ausgeh-Uniform angezogen
haben, besichtigen wir erst einmal den Ort.
Die oberhalb Kipfenberg gelegene Burg befindet sich in Privatbesitz und
ist leider zur Besichtigung nicht freigegeben. Von dort oben hätten wir
einen fantastischen Blick auf den Ort und das Altmühltal.
Zur Römerzeit führte hier der Limes, die Grenzbefestigung der Römer zum
Schutze gegen die kriegerischen Germanen, direkt über die Altmühl.
Zur Erinnerung an diese Zeit wird alljährlich im August das "Limesfest"
groß gefeiert. Die Kipfenberger schlüpfen dann in die Uniform der römischen
Legionäre, aber auch die Germanen in ihren Bärenfellen sind vertreten .
In den Faschingszeiten sind die Kipfenberger besonders aktiv. Mit
Peitschenknall und Glockengeläut wird der Winter von den "Fasenickl"
vertrieben.
Mitten auf dem Marktplatz bekommen wir im Freien unser Abendessen
serviert.
Nach einem abschließenden Besuch in einer Eisdiele, drängt es uns zu
unseren Zelten zurück um dort noch einen kleien Schlummertrunk einzunehmen.
Camping-Platz:
Azur-Camping"Altmühltal"
8079 Kipfenberg Tel. 08465/5 88
(Ermäßigung für DKV-Mitglieder)
MITTWOCH, den 17.06.1992
Noch kein Sonnenschein! Sollte das Wetter umschlagen.
Während die Autos nach Beilngries vorgefahren werden, fahren Werner
Lambeck, Rudolf Wirth und Thomas Severloh mit Franz Grunau vor. An der
Kratzmühle wollen sie zur Mittagszeit auf die anderen warten. Karl Hahne
fährt heute mit Leo Polakowski.
Die Altmühl führt uns nun genau nach Norden. Von rechts oben werden wir
von der Autobahn begleitet.
Die Altmühl macht in Kinding eine enge Schleife und kämpft sich nach
Osten ihren Weg durch den Jura.
Die Sonne hat sich noch immer nicht blicken lassen. Es fehlt auch der
Wind, der dann alles aufreißen könnte.
Das Tal weitet sich wieder. Die Uferzonen sind mit Schilf bewachsen und
schon sind wir an dem großen Freizeitgelände der Kratzmühle. Auf dem
Campingplatz scheint es ziemlich eng zu sein Die Wohnwagen stehen bis zum
Ufer.
Nun sind wir wieder alle beisammen und machen erst einmal Mittagspause.
Auf dem großen Freizeitgelände können wir es nicht verkneifen,
anschließend ein kleines Fußballspiel auszutragen. Den nötigen Ball
schleppen wir schon seit der Lahn-Fahrt im Boot als Auftriebskörper mit.
Nachdem der Ball zweimal aus der Altmühl gefischt werden mußte, haben
wir das Spiel beendet.
Die Boote werden an der Wehranlage umgetragen. Nachdem wir alle wieder
in den Booten sitzen, kommt ein leichter Wind auf und es beginnt sich
aufzuklaren.
Schon nach 1 Stunde sind wir nach 4,5 km in Beilngries angelangt.
Das oberhalb Beingries gelegene Schloß Hirschberg und Wahrzeichen der
Stadt konnten wir schon frühzeitig ausmachen.
Der Wind hat auch kleine Regenwolken mitgebracht und es fängt leicht an
zu nieseln.
Wir wollen auf eine Stadtbesichtigung verzichten und bis Kottingwörth
weiterfahren. Dazu müssen aber auch die hier abgestellten Fahrzeuge erst
einmal wieder vorgezogen werden.
Hier soll noch geschildert werden was wir in Beilngries versäumt haben:
Die Stadtrechte wurden Beilngries im Jahre 1485 verliehen. Seit dem
Mittelalter wird diese Stadt durch eine Ringmauer umgeben, die bis heute
noch weitgehend erhalten ist. Die neun Türme der alten Stadtbefestigung
wären einen Spaziergang wert gewesen. Auch der Besuch des Schlosses
Hirschberg und des unterhalb in einem Felsenkeller untergebrachte
Brauereimuseum hätte sich gelohnt.
Am Ziel um 15.00 Uhr in Kottingwörth angekommen ist wieder herrlicher
Sonnenschein und es wird heiß.
Kottingwörth ist wegen seiner Wehrkirche St. Vitus, Modestus und
Kreszentia, die von zwei mächtigen Kirchtürmen flankiert wird, ein lohnendes
Ziel.
Es geht wieder zurück nach Kipfenberg.
Wolf Gutschke, Werner Lambeck und Jürgen Hauf fahren erst nach
Riedenburg vor, um dort beim örtlichem Sportverein mit seiner kleinen
Paddelsparte den Schlüssel für das Vereinshaus, unser morgiges Quartier,
abzuholen. Auf dem Rückweg fahren sie über die Alb nach Kipfenberg und
können vom Auto aus die 1000-jährige Bavaria-Buche sehen.
Camping-Platz:
Azur-Camping"Altmühltal"
8079 Kipfenberg Tel. 08465/5 88
(Ermäßigung für DKV-Mitglieder)
DONNERSTAG, den 18.06.1992
Fronleichnam. Der höchste katholische Feiertag.
6.00 Uhr aufstehen! Die Zelte müssen abgebrochen werden.
Da wir den Camping-Platz erst um 9.00 Uhr verlassen dürfen, haben wir am
Vortag die Autos schon auf das Gelände gefahren und können so nach dem
Frühstück die Autos packen. Die Sonne lacht! Klarer Himmel! Die Temperatur
steigt. Ein Wetter, wie soll es auch anders sein.
Pünktlich um 9.00 Uhr wird das Tor geöffnet und wir verlassen mit den
vollgepackten Autos, obendrauf unsere Boote, Kipfenberg. In Dietfurt müssen
wir einen Prozessionszug vorbei lassen und endlich in Kottingwörth
angekommen, erleben wir hier in stiller Andacht die örtliche
Fronleichnams-Prozession.
Nachdem der Zug über die Brücke in Richtung Kirche weggezogen ist,
nehmen wir die Boote von den Autos runter und fahren dann sämtlichen Autos
nach Riedenburg.
Franz Grunau, der uns mit seinem Auto wieder nach Kottingwörth
zurücknehmen will, ist nicht auffindbar. Wir entschließen uns nach dem
Ablauf einer Wartezeit mit einem Auto nach Kottingwörth zufahren. Hier
eingetroffen werden wir von Franz Grunau begrüßt. Weil wir uns nicht
pünktlich um 10.00 Uhr wegen der Verzögerung durch die
Fronleichnams-Prozessionen dann eingefunden haben, ist er dann hierher
gefahren.
Rudolf Wirth, Werner Lambeck und Leo Polakowski sind mit ihren Einern
schon einmal vorgefahren.
Um 11.00 Uhr sind wir dann endlich auch auf dem Wasser. Karl Hahne fährt
heute mit Jürgen Hauf. Wir sitzen gerade 20 Minuten im Boot so müssen wir an
dem Wehr Kottingwörther-Mühle wieder aussteigen und umtragen.
Das Tal hat sich seit Kipfenberg geweitet.
Die Städte an der Altmühl werden jetzt auch größer und zahlreicher.
Dieser Bereich des Altmühltales bis zur Donau hin hat sich schon weit früher
als der ober Teil des Altmühltales dem Fremdenverkehr geöffnet.
Nach dem Überwinden des Wehres in Griesstetten befinden wir uns nach 500
m auf der neuen Bundeswasserstraße "Main-Donau-Kanal".
Links von uns ist die Schleuse Dietfurt zu sehen und ein altes
Schleusengebäude des König-Ludwig-Kanals ist noch zu erkennen. Jetzt läuft
das Wasser überhaupt nicht mehr.
In Streckenabschnitt Schleuse Ditfurt bis Kelheim ist die Kanaltrecke
schon voll geflutet. Die Bauarbeiten bis auf die Mutterbodenabdeckung sind
hier bereits abgeschlossen. Aber auch diese Baumaßnahmen sollen bis zum
September beendet sein.
Die Wasserspiegelbreite wird nun konstannt auf 55,00 m gehalten.
Wir fahren wieder in Richtung Süd-Osten und ereichen gegen 13.00 Uhr
Deising. Direkt am Wasser liegt hier ein Gasthaus, das uns zur Mittagsrast
einlädt. Wir nehmen draußen auf der Terrasse mit Blick auf Schloß Eggersberg
unser Mittagsmahl mit einem großen Radlermaß ein.
Da wir die anderen noch nicht eingeholt haben, dehnen wir die
Mittagspause nicht zu lange aus.
Hoch über der Altmühl steht nun vor uns das Schloß Eggersberg, heute ein
Nobelrestaurant.- Daneben sogar ein Ski-Lift -
Je weiter wir nach Süden vorstoßen umso freundlicher wird die Landschaft
wieder. Die Eingriffe in die Natur, die beim Bau des Kanals erforderlich
waren, sind noch zu sehen. Die Altarme der Altmühl sind als
Stillwasserflächen ausgebildet und beheimaten schon jetzt eine Vielzahl von
Kleintieren. Auch der Biber ist hier ausgesetzt. Der Bewuchs an den
Uferzonen ist teilweise noch sehr niedig.
Der "König-Ludwig-Kanal", die erste Kanalisierungsmaßnahme, ist mit
seinen alten Wehr- und Schleusenanlagen teilweise mit in die Uferzonen der
Bundeswasserstraße integriert worden.
Nach einigen Schleifen treffen wir bei Gundlfing unsere Vorfahrer
wieder. Jetzt noch die große Haidhof-Schleife, an dem hier neu angelegten
Badesee vorbei und wir sind am Wehr in Riedenburg. Wir müssen unsere Boote
weit umtragen. Der erforderliche Bootswagen ist nicht auffindbar. 150 m
hinter der Schleuse ist unser heutiges Ziel die Sportanlage in Riedenburg
erreicht.
Am Sportheim können wir gleich, die Zelte aufstellen, duschen und das
eine Auto in Kottingwörth abholen und dann den üblichen Landgang planen.
Der staatlich anerkannte Luftkurort Riedenburg, die "Perle des unteren
Altmühltales", verdankt seinen Ruf -außer seiner wundervollen Lage in einer
herrlichen Landschaft- vor allem auch den drei Burgen, die stolz in das
Altmühltal blicken. Rabenstein und Tachenstein sind leider nur als Ruinen
erhalten. Die aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende Rosenburg beherbergt
heute eine Vielzahl von Greifvögeln. Ein Aufstieg ist auf jedem Fall
lohnend.
Ebenfalls ein lohnender Weg ist der Aufstieg zum Schwammerl auf der
gegenüberliegenden Seite mit herrlichem Blick auf die "Drei-Burgen-Stadt".
Wir schlendern durch die Stadt und finden ein nettes Gasthaus und dort
gibt es wieder Forelle; noch besser als in Dollnstein! An einer
Weißbierprobe von den zwei hier in Riedenburg ansässigen Brauereien kommen
wir nicht vorbei. Im Sportheim können die Fußballbegeisterten von uns noch
mit den dortigen Sportlern das Fußballspiel Deutschland Holland verfolgen.
Dieses Europa-Meisterschaftsspiel ging leider für Deutschland verloren.
Campingplatz:
Riedenburger-Sport-Verein
Spartenleitung: Gabriele Petz Tel 09442/28 82
Boots-und Vereinshaus: Auestraße neben dem Camping-Platz "Talmühle" und
unterhalb der Brauerei Riemhofer in Riedenburg
FREITAG, den 19.06.1992
In der Nacht werden wir durch eine stürmische Geburtstagsfeier im
Vereinshaus doch ganz schön belästigt und am nächsten Morgen ist auch noch
das Haupttor abgeschlossen worden. Wir können nicht dieToiletten und
Duschanlagen benutzen. Als Toilettenanlage muß das dichte Unterholz des
nahen Waldes herhalten und die Stiefelwaschanlage dient uns als Waschanlage.
Es klappt doch dann alles ganz gut.
Unser Günter Nitzsche, als Frühaufsteher, hat wie jeden Tag auch heute
für frische Brötchen und Brezeln gesorgt und nach einem guten Frühstück
sieht die Welt wieder etwas besser aus.
Die Sonne hält sich noch etwas bedeckt, aber das Thermometer steigt
schon an.
Die Autos werden zur Schleuse Kelheim vorgesetzt und um 9.00 Uhr starten
wir ohne Franz Grunau, der leider schon heute nach Hause fahren will.
Zweier-Besatzung: Karl Hahne wieder mit Günter Nitzsche und Rudolf Wirth
mit Leo Polakowski.
Wir fahren an der neuen Uferpromenade vorbei. Fleißig wird hier noch
gearbeitet. Am Kristallmuseum, hier ist die größte Bergkristall-Gruppe der
Welt (Fundort: Nordamerika) zu sehen, verlassen wir Riedenburg.
Das Tal verengt sich wieder. Die weißen Kalkfelsen treten hervor und
nach 3 km ragt über uns auf einem Felsen das Schloß Prunn. In dieser
besterhaltenen Ritterburg Bayerns wurde das Niebelungen-Lied gefunden.
Wir bekommen leichten Ostwind, also Gegenwind und schon wieder eine Burg
vor uns. Es ist die Ruine Schloß Randeck oberhalb Essings.
Wir kommen näher und unterfahren die weitgeschwungende neue hölzerne
Fuß- und Radwegbrücke, ein interessantes Kunstwerk, eine tolle Leistung von
Architekt und Ingenieur; so schön können auch Brücken ausgebidet werden.
Fußgänger und Radfahrer sind nicht zu sehen. Es bleibt dabei ein kleiner
Zweifel, ob hier eine Brücke wirklich nötig ist.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch der brave Soldat Josef Deifl aus
Essing, der wider Willen von 1809 an erst mit dann gegen Napoleon in den
Krieg ziehen mußte. In Essinger-Deutsch hat er auf vielen Handzetteln und
sogar auf dem Gewehrkolben sein Tagebuch dieser Feldzüge verfaßt. Seine
große Sehnsucht nach Frieden und Heimkehr kommt dabei ständig zum Ausdruck.
An der alten Altmühlbrücke steht er heute in Erz gegossen. Das
Stillwasser der Altmühl, leider nicht befahrbar, wird von dieser "alten"
gerade renovierten hölzernen Brücke überquert.
In Altessing öffnet sich wieder das Tal und bietet Platz für drei
nebeneinander verlaufende Wasserwege- Altmühl, König-Ludwig-Kanal und
Main-Donau-Kanal. Während die Zweier auf dem Main-Donau-Kanal bleiben,
befahren die Einer die "Schellnecker Allee" des König-Ludwig-Kanals. An der
Schleuse muß wegen der niedrigen Radwegbrücke umgetragen werden.
Ab Schloß Prunn ist der Main-Donau-Kanal voll in die Landschaft
eingebunden, die in die Natur geschlagenen Wunden sind hier weitgehend
vernarbt. Oben links am Berg ist das Turmhäuschen des "Großen Schulerloches"
zu erkennen. Hier befindet sich eine Tropfsteinhöhle und vor uns ist schon
die Schleuse Kelheim auszumachen. Der gigantische Bau der Befreiungshalle
ragt oben rechts am Berg mit seiner Kuppel über den Wipfeln der Bäume.
In 3 Stunden haben wir die 15 km gefahren. Richtig klar ist das Wetter
heute noch nicht; aber schön warm. Wir machen erst einmal Mittagspause und
beschließen dann heute noch den Donau-Durchbruch zu befahren.
Ein Auto wird in Kelheim am Parkplatz des Donau-Anlegers abgestellt und
mit den anderen beiden Autos, mit je 3 Booten auf dem Dach , erreichen wir
Weltenburg an der Donau und nun regnet es.
So eine ♫♥♪.
Oberhalb Weltenburgs bringen wir an einer Mole unsere Boote zu Wasser.
Hier fließt das Wasser mächtig gewaltig. Karl Hahne fährt jetzt mit Werner
Lambeck und Rudolf Wirth mit Thomas Severloh.
Wegen des Regens wollen wir am Kloster nicht aussteigen. Auf den Besuch
des Biergartens und auf das gute Weltenburger Klosterbier müssen wir
verzichten.
Vor uns ist der Donau-Durchbruch; die bizarren hochaufragenden Felswände
sind ein einmaliges Naturwunder.
Wir müssen auf die Fahrgastschiffahrt aufpassen. Sie wechseln in dieser
Enge das Fahrwasser. Im Bereich der historischen Gaststätte "Klösterl"
verbreitert sich die Donau, aber immer noch links und rechts hohe Felswände
zum Teil bewaldet.
Das eine Fahrgastschiff hat uns überholt, jetzt kommt von unten das
zweite Schiff. Mächtig kämpft es sich mit einer großen Wellen gegen die
starke Strömung. Nach dem Befahren der Altmühl und des Main-Donau-Kanals ist
es jetzt recht sportlich geworden. Es macht uns allen sehr viel Spaß.
Hinter dem Schiffsanleger fahren wir in den alten König-Ludwig-Kanal bis
vor die alte Schleuse. Hier können wir gut anlanden und die Boote aus dem
Wasser nehmen.
Wir stellen uns stolz vor unsere Boote zu einem Gruppenfoto zusammen und
werden auch von einem netten Touristen mit Wolf Gutschkes Fotocamera
geknipst.
Die Kreisstadt Kelheim ist eine moderne Industriestadt mit 16.000
Einwohnern und liegt am Mündungsdreieck der Altmühl(Main-Donau-Kanal) und
der Donau. Die Umgebung von Kelheim ist uraltes Siedlungsgebiet. Schon vor
3000 Jahren war diese Gegend bewohnt.
Die Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert ist mit ihren Toren und
Türmen noch gut erhalten.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Befreiungshalle
gegonnen. Der 45 m hohe Rundtempel im römisch-klassizistischen Stil soll an
die Befreiungskriege gegen Napoleon erinnern und ist den "teutschen
Befreiungskämfern" gewidmet. Der damals kahle Michelsberg zwischen Donau und
Altmühl wurde gleichzeitig mit Eichen und Buchen bepflanzt. Bei der
Einweihung des Tempels zum 50. Jahrestag der "Völkerschlacht von Leipzig" am
18.10.1863 war auch der brave Soldat Josef Deifl als 73-jähriger dabei.
Wegen des schlechten Wetters wollen wir alle nach Riedenburg zurück.
Die einen machen die Boote klar und die anderen holen die Autos.
Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder in Riedenburg.
Auf dem Sportplatz ist inzwischen ein großes Zelt aufgebaut. Am
Wochenende soll ein Jugend -Fußball-Tunier stattfinden.
Im Zelt kommt Riedenburger Bier zum Ausschank und auch Bratwürstchen
werden angeboten. Unser Abendbrot ist gesichert. Unser Kassierer Rudolf
Wirth macht die Abrechnung und freut sich besonders über die großzügige
Spend von Karl Hahne.
Wir verbringen wir noch ein paar nette Stunden hier bis wir um 22.00 Uhr
in unsere Zelte verschwinden.
Campingplatz:
Riedenburger-Sport-Verein
Spartenleitung: Gabriele Petz Tel 09442/28 82
Boots-und Vereinshaus: Auestraße neben dem Camping-Platz "Talmühle" und
unterhalb der Brauerei Riemhofer in Riedenburg
SAMSTAG, den 20.06.1992 (Heimfahrt)
Das Wetter hat sich wieder gebessert und die Sonne scheint wieder.
Toilettenanlagen sind zugänglich.
Nach einem gemeinsamen Frühstück werden die Sachen gepackt, Zelte abgebaut
und in den Autos verstaut.
Boote verladen, Abschied nehmen und Heimfahrt mit den PKWs.
Auf der Rückfahrt nach Hannover überqueren wir in Kinding noch einmal
die Altmühl; diese Brücke haben wir vor wenigen Tagen als Bootsfahrer
passiert.
Es war schön, aber jetzt freuen wir uns auf daheim.
Nachbetrachtung:
Oberstes Gebot einer echten Gemeinschaft ist die gegenseitige Hilfleistung
und die Rücksichtnahme auf körperliche Beweglichkeit, Alter oder die
finaziellen Möglichkeiten des Einzelnen durch die Gruppe. Dabei sollten die
persönlichen Eigenarten mit großer Toleranz begegnet werden.
Aufgestaute Spannungen und Aggressionen innerhalb dieser reinen
Männergesellschaft müssen gemeinsam abgebaut werden. Kritik muß angemessen
geäußert und auch ertragen werden, denn eine offene Aussprache unter
Freunden, und das sind, wir fördert unsere Gemeinschaft.
Wir gehen auseinander in Erinnerung an 8 wunderschöne Tage bei
herrlichem Wetter im Kreise von Gleichgesinnten. Bedauert haben wir, daß
unser Paddelfreund Günther Nolte wegen seiner plötzlichen Krankheit
ausfallen mußte.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten gemeinsamen Touren. Vor
allem auf die zukünftige große Wanderfahrt im nächsten Jahr auf der Oberen
Donau oder Mosel oder Jagst oder .....
Hoffentlich in alter Gesundheit.
Die Belastung der Teilnehmer und die Befahrbarkeit des Wassers und
seiner Qualität wird neben anderen Auswahlkriterien wie reizvolle
Landschaft, Lager- und Zeltmöglichkeiten etc. Vorrang haben.
Den Planern zum Bau der Main-Donau-Wasserstraße wollen wir gern
bescheinigen, daß sie ein erträgliches Konzept bei der Trassierung des
Kanalesim Verlauf ddes natürlichen Flußlaufes der Altmühl ohne große
Eingriffe in die Umwelt dieser lieblichen Landschaft gefunden haben. Die
entstandenen Wunden werden bald vernarbt sein.
Für uns Paddlern bleibt der Main-Donau-Kanal jedoch trotz der reizvollen
Gegend ein Kanal und dort fließt eben das Wasser nicht.
Leider haben wir nicht alle diese lieblichen Orte und Städte aufsuchen
können. Ebenso fehlte uns der Blick von den Burgen und Schlössern hinab in
das so reizvolle Altmühltal.
Deshalb sollte das Altmühltal mit dem Fahrrad, zu Fuß evtl. auch mit dem
Auto nochmal besucht werden.
Zum Schluß noch ein herzliches Dankeschön an die Autofahrer, die uns zum
einen das Fahrzeug zur Verfügung gestellt haben und zum anderen, daß sie uns
so gut und sicher gefahren haben.
Jürgen Hauf
DIE JAHRESWANDERFAHRT 2001
Für unsere Jahreswanderfahrt hat der Spartenleiter, Leo Polakowski, eine
Fahrt auf der Werra und Weser, vom Rande des Thüringer Waldes bis zur Porta
Westfalica ausgeschrieben. Es wurde leider eine reine Herrenfahrt, denn unsere
Damen waren verhindert. Thomas Severloh konnte ebenfalls aus beruflichen
Gründen nicht teilnehmen. Die beiden Günter waren natürlich auch wieder mit
von der Partie.
Die Gesamtstrecke (329 km) auf Werra und Weser, von Hörschel bei Eisenach
nach Minden, also vom Rande des Thüringer Waldes bis zur Norddeutschen
Tiefebene, der Porta Westfalica, sollte in 8 Tagen bewältigt werden.
Gleichzeitig soll uns die Fahrt durch vier Bundesländer führen, nämlich
Thüringen, Hessen, Niedersachen und Nordrhein – Westfalen.
1. Paddeltag SA, den 16.06.2001 Hörschel Probstei Zella 31,2 km
2. Paddeltag SO, den 17.06.2001 Probstei Zella Eschwege 27,6 km
3. Paddeltag MO, den 18.06.2001 Eschwege Witzenhausen 37,3 km
4. Paddeltag DI, den 19.06.2001 Witzenhausen Hann.-Münden 28,9 km
5. Paddeltag MI, den 20.06.2001 Hann.-Münden Beverungen 53,0 km
6. Paddeltag DO, den 21.06.2001 Beverungen Bodenwerder 58,0 km
7. Paddeltag FR, den 22.06.2001 Bodenwerder Rinteln 53,0 km
8. Paddeltag SA, den 23.06.2001 Rinteln Minden 40,0 km
Die Fahrt sollte eine reine Gepäckfahrt sein. So mußten wir Paddler Autofahrer
finden, die uns mit Gepäck und Booten nach Eisenach- Hörschel, unserem
Ausgangspunkt, am Freitag den 15.08., bringen. Wolf GUTSCHKE, Werner LAMBECK
und Günter NOLTE werden von Vera LAMBECK, Leo POLAKOWSKI, Robert KOSLOWSKI und
Jürgen HAUF von Michaela ELVERS und Günter NITZSCHE von seiner Ehefrau
gebracht. Während Frau Lambeck und Frau Nitzsche gleich wieder nach Hause
zurückfuhren, bleibt Michaela für eine Nacht. Der Zeltplatz des Kanuclubs in
Hörschel war sehr gepflegt und die Toilettenanlagen zwar noch im Bau, konnten
aber schon benutzt werden. Der Zeltplatz bzw. der Ort Hörschel liegt "sehr
verkehrsgünstig". Über uns rollen die Autos und Lkws auf der BAB, neben uns
rauschen die Güterzüge vorbei, aber unter uns fließt träge die Werra dahin.
Nach dem die Zelte alle aufgestellt sind, treffen wir uns zum Abendessen in
der nahen, neu hergerichteten Gaststätte mit sehr preiswerten Gerichten. Das
Essen hat allen sehr gut geschmeckt.
Hier an der Gaststätte ist der Startort des Rennsteigweges, eines der
berühmtesten und meist benutzen Wanderwege in Deutschland über die Höhen des
Thüringer Waldes. Jedem Wanderer ist das Rennsteiglied bekannt.
SAMSTAG, den 16.06.2001
Nach einem guten Frühstück, Brötchen gibt es nicht, werden unsere Kanus
gepackt und zu Wasser gebracht. Die Sonne hält sich zwar noch etwas bedeckt
Die Werra durchfließt hier eine breite Wiesenlandschaft, die links von einer
Hügelkette und rechts von den Ausläufern des Thüringer Waldes begrenzt ist.
Die Werra fließt hier so träge und so erreichen wir schon nach wenigen
Kilometern die Stauanlage Spichra. Das Umtragen der schwerbepackten Kajaks mit
den Bootswagen ist problemlos. Es geht auch gleich weiter. Nach 5 km erreichen
wir Creuzburg. Aussteigen und die Burg ansehen möchten wir nicht, deshalb ein
kleiner Abriß von diesem Städtchen:
Die Burg entstand im 12. Jahrhundert und weist im Kern eine romanische
Anlage auf, die später mehrmals erweitert wurde. Im 13. Jahrhundert hat
Creuzburg den Rang einer Nebenresidenz der Ludowinger, verlor aber unter den
Wettinern an Bedeutung. Als Herzoghaus diente der ehemalige Palas. Im Laufe
der Zeit waren Heinrich Raspe, Philipp Melanchthon, Martin Luther und Johann
Wolfgang von Goethe Gäste auf der mittelalterlichen Burg. Nach mehrfachem
Herrscherwechsel kam Creuzburg von 1741 - 1920 zum Herzogtum
Sachsen-Weimar-Eisenach. Die strategisch bedeutende Lage brachte der Stadt
immer wieder Krieg und Zerstörung.
Die alte Bausubstanz wurde davon stark in Mitleidenschaft gezogen, z.B.
die Kirche St. Nikolai von 1215, die Klosterapotheke und die
Gottesackerkirche. Eine wirtschaftliche Besonderheit des Ackerbaustädtchens
Creuzburg stellte die von 1758 - 1808 betriebene Seidenraupenzucht dar. Ein
Heimatmuseum in Creuzburg gibt Auskunft zur wechselvollen Geschichte der
einstigen landgräflichen Residenz. Es ist von April bis Oktober geöffnet. Der
parkähnliche Burghof mit Brunnen und Freilichtbühne, Festaal und Marstall
werden für verschiedenartige Veranstaltungen genutzt.1
Beim Durchfahren der alten steinernen Brücke gibt es leicht
Grundberührung. Hier beginnt der landschaftlich schönste Teil unserer Tour. In
diesem engen Tal führt uns nun die Werra in weiten Schleifen von Prallhang zu
Prallhang. Die blanken Felsenwände sind leicht bemoost. Es ist zu vergleichen
mit der Altmühl und seinen 12 Aposteln vor Dollenstein. Die
Fließgeschwindigkeit der Werra läßt nach und langsam kommen wir in den
Staubereich der Wehranlage Mihla. Nachdem die Boote herausgenommen sind,
suchen wir den Schatten um unsere Mittagspause zu machen. Robert hat jetzt
auch Gelegenheit sich die fehlende Zahnbürste zu besorgen. Nach einer guten
Stunde werden die Boote rechts umgetragen und weiter geht es in Richtung
Norden. Die Werra wird an den Ufern von Büschen und kleinen Bäumen umsäumt. An
ihnen kann man durch Restbestände von Treibgut noch den Wasserstand bei
Hochwasser erkennen.
Die Werra schlängelt sich an den Bergrücken an Ebenhausen und Frankenroda
vorbei und wir erreichen den km 0 bei Probstei Zella unser heutiges
Etappenziel. Der idyllisch gelegene Landgasthof mit Hotel liegt zwischen den
Falkener Klippen und der Werra. Der Werra – Radweg führt ebenfalls direkt
vorbei.
Zur Geschichte der Probstei Zella
777 unserer Zeit soll sich ein Eremit, wahrscheinlich ein Mönch namens
Martin und Gefolgsmann des heiligen Bonifatius, hier an dieser Stelle zwischen
Fels und Fluß niedergelassen und eine Zella (kleines Kloster) gegründet haben.
Ludwig der Eiserne, Landgraf von Thüringen, hob 1170 das Benediktinerkloster
auf dem Creuzberg an der Werra auf, um an dieser Stelle des Klosters sich eine
den Ubergang über die Werra sichernde Burg zu erbauen - die heutige Creuzburg.
Er hatte zuvor seinen Besitz des Petersstifts zu Erfurt um einige Ländereien
an der Werra zwischen Falken und Frankenroda vermehrt und zur Verwaltung einen
Probst auf den Klosterhof gesandt, der so seinen Namen „Probstei Zella„
erhielt. Dann ließ er die Mönche des Petersklosters zu Creuzburg in die
Probstei Zella versetzen. Zu dieser Zeit gab es in Frankenroda noch keine
Kirche, so daß die Einwohner in die Probstei Zella eingepfarrt wurden. Später,
wahrscheinlich erst nach dem Bauernkrieg, bekamen die Frankenrodaer durch den
hiesigen Probst eine eigene, von den Mönchen bediente, Kapelle, aus
Dankbarkeit für treue Tagelohndienste. in einer Fehde gegen das Erfurter
Petersstift zerstörten Mühlhäuser 1417 erst das Kloster Zella und danach auch
noch die Stiftskirche des heiligen Martin zu Falke». Diese wurde erst um 1500
wieder aufgebaut. Am 28.4.1525, der Bauernkrieg war bereits in vollem Gange,
flohen Mönche aus der Probstei Zella und anderen Außenstellen des Erfurter
Peterskloster, aus Angst vor Anschlägen der revolutionären Bauern, nach
Erfurt. Nach dem Bauernkrieg war die Probstei Zella durch Bauern völlig
zerstört wurden. Zu dieser Zeit soll auch Thomas Müntzer unweit von hier, an
der legendären Bauernkanzel, gepredigt haben. So soll am 1.5.1525 der
„vereinigte Haufen„ aus der Langensalzaer Gegend durchs Eichsfeld gezogen
sein. Sie kamen auf ihrem Marsch, unter der Führung Thomas Müntzers, bis zur
Bauernkanzel unter den Falk‘ner Klippen. Von diesem Kalkfelsen herab soll
Müntzer die Bauern zum Kampf gerufen haben. Beweise dafür, ob wirklich Müntzer
von der Kanzel predigte, oder ob es sich „nur„ um LIPS König, einen Falkener
Pfarrer, der sich zur Lehre Müntzers bekannte, handelte, gibt es nicht.
Weiterhin ist bekannt das der Landgraf Friedrich der Ernsthafte 1531 die
Zella erneuern ließ. Um 1715 lebten etwa 25 Mönche in der Zella, die
Einwohnerzahl Frankenrodas betrug 240.
Nach der Enteignung durch die Protestantisierung, im Zuge der Reformation,
hat das Klostergut die Herren öfters gewechselt. So gehörte es 1803 zu
Preußen, 1806 fiel es an General Napoleon, 1813 wieder an Preußen und 1815 an
Sachsen - Weimar. Zu dieser Zeit wurde es z.B. als Forsthaus genutzt. Eine
Steintafel über der Eingangstür des früheren Gerichtshauses von Frankenroda
stammt noch aus der Probstei Zella. Diese ist 1873 von Heinrich Möller dort
angebracht wurden. Sie zeigt gemeißelt das Wappen des Erfurter Petersklosters,
welches damals die Gerichtsobrigkeit über Frankenroda inne hatte.
Viel später zu DDR- Zeiten befand sich ein Ferienobjekt von Laborchemie
Apolda im heutigen Landgasthof Probstei Zella. Diese betriebliche
Erholungseinrichtung wurde ganzjährig genutzt. Erst nach der Wende blieb sie
geschlossen.
1996 erwarb Familie Groß das Anwesen. In den folgenden zwei Jahren wurde
das Gebäude von Grund auf renoviert, so daß am 1.5.1998 der Landgasthof „Probstei
Zella„ eröffnet werden konnte.2
Der freundliche Campingplatz nur für Zelte, die großzügigen sauberen
Duschanlagen und das Landgasthaus mit seiner guten Küche und dem "Wernesgrüner
Bier" überzeugen uns hier anzulegen. Die Boote werden aus dem Wasser genommen,
es wird noch ein kleiner Schauer abgewartet, und dann die Zelte aufgebaut.
Um 21.00 Uhr zieht es uns nach einem gemeinsamen Abendessen und einem
Spaziergang nach Frankenroda wieder in unsere Zelte.
SONNTAG, den 17.06.2001
Noch vor einem Schauer können wir die Zelte abbauen und nach einem sehr guten
gemeinsamen Frühstück im Hotel zieht es uns wieder aufs Wasser. Wir können
trocken einsteigen. Die Werra ist ab hier nun eine "Bundeswasserstraße" , auch
wenn sie nicht mehr der allgemeinen Schiffahrt dient. Nach einer großen
Schleife sind wir am Wehr in Falken angelangt. Ein sehr bequemer Ein- und
Ausstieg erleichtert das Umtragen. Es geht auch gleich weiter, denn dunkle
Wolken drohen mit Regen. Leo und Robert haben es nicht mehr geschafft, der
Schauer hat sie doch überrascht. Bei km 5 erinnern wir uns an Rudi Wirts
"Bademeister", der wie Neptun aus den Fluten aufgestanden war, vor einigen
Jahren. Von weitem grüßt uns die Adolfsburg und nach 2 km durchfahren wir die
Stadt Treffurt um bei Heldra kurzfristig "hessisches Land" zu befahren. Links
liegt das thüringische Großburschla und rechts das hessische Altenburschla.
Bei km 20 erreichen wir die Stauanlage Wanfried und wollen erst einmal
ausgiebig Mittagspause machen. Die dunklen Wolken sind verzogen und es ist
wieder angenehm warm. Man sucht schon wieder den Schatten alter Bäume auf.
Nach dem Umtragen werden wir von einem Schwan, der nur seine Familie schützen
will, angegriffen. Nachdem wir ihm unsere friedlichen Absichten klargemacht
haben, läßt er uns in seiner bedrohlichen Angriffsstellung passieren. Die
Staustufe Wanfried hat noch eine Schleuse, früher –vor 100 Jahren - ist bis
hierher die Schiffahrt noch gegangen, hauptsächlich Getreide wurde hier
umgeschlagen.
Die Berge ziehen sich etwas zurück und die Landschaft öffnet sich.
Eschwege ist erreicht. Beim Kanuclub nehmen wir die Boote heraus, hier ist
unser heutiges Quartier. An diesem Wochenende findet in Eschwege das
Johannisfest statt. Es ist eine richtige Kirmes. Die Disko - Musik mit den
tiefen Bässen dringt bis zu uns herüber.
Die schöne saubere Fachwerkstatt Eschwege und der Kanuklub mit seinem
neuen schönen, erweiterten Bootshaus sind uns durch die jährlichen
Wochenendfahrten auf der Werra so richtig ans Herz gewachsen. Nach einem
kleinen Abstecher zum Johannisfest treffen wir uns in der "Krone" zum
Abendessen.
Eine Gruppe Jugendlicher hat sich auf dem Zeltplatz häuslich
niedergelassen.
Während wir langsam nach einem Schlaftrunk in unsere Zelte verschwinden,
beginnt bei denen ein lustiges Treiben.
MONTAG, den 18.06.2001
Nach dem gestrigen lauen Sommerabend ist es heute morgen richtig kühl. Die
Zelte könne gerade noch trocken abgebaut werden, dann beginnt es leicht zu
regnen. Unser lieber "Benno" Leister nimmt uns den anvertrauten Schlüssel ab
und mit einem freundlichen Ahoi werden wir verabschiedet. In ca. 800 m sind
wir an der Umtragestelle am Wehr Eschwege. Mit dem vorhandenen Bootswagen
können immer gleichzeitig 2 Boote transportiert werden. Wegen des leichten
Regens läuft alles sehr zügig ab und es geht mit einem Schuß den rechten
Kraftwerkskanal hinunter. Die Werra hat jetzt wieder flotte Strömung. Bis
Albungen hat sich der Fluß tief eingegraben. Dann führt er wieder an den
Bergrücken in kleinen Schleifen auf Bad Soden – Allendorf zu. Umtragen möchten
wir nicht gern wegen des Regens und so opfert sich Robert steigt aus und
bedient die Schleuse. Es dauert doch sehr lange. Die Schleusenkammer muß erst
gefüllt werden. Doch nach einer ¾ h können wir weiter. Es geht an Wahlhausen
vorbei und wir erreichen die Hufeisenschleife bei Lindewerra. Hier verlief vor
der Wiedervereinigung die Grenze zwischen der BRD und der DDR in Flußmitte.
Nichts ist davon noch zu sehen. Eine neue Brücke verbindet wieder Lindewerra
mit Oberrieden. Die Narben sind verheilt.
Links guckt die Burg Ludwigstein und rechts die Burg Hanstein hervor. Nach
8 km erreichen wir das Bootshaus des Kanuklubs in Witzenhausen. Wir werden
sehr freundlich hier empfangen und können unsere Kleidung an der Heizung, die
extra für uns angeworfen wird, im kleinen Saal trocknen. Zum Essen haben wir
uns in der Stadt nach einem kleinen Rundgang mit Regenschirm dann beim
"Italiener" getroffen. Witzenhausen ist auch eine sehr schöne Fachwerkstadt
mit Wehrtürmen auf den Mauern gesichert und der Liebfrauenkirche aus dem 13.
Jahrhundert. Zum Abschluß des Tages sitzen wir noch fröhlich bei den
Witzenhäusern an der Theke bei Schwarzbier aus Eschwege und dem heimischen
Kirschbrand.
DIENSTAG, den 19.06.2001
Es ist zwar sehr kühl, aber es hat aufgehört zu regnen. Unter dem Grill
Pavillon wird erst einmal gut gefrühstückt. Der Weg zum Bäcker war zu weit
also heute ohne Brötchen. Das heutige Ziel ist Hann. – Münden und das liegt
schon in Niedersachsen. Jeden Morgen der gleiche Rhythmus nach dem Frühstück:
Zelte abbauen, Boote laden und zu Wasser bringen. Wir werden in Witzenhausen
mit Glockengeläut verabschiedet und es geht mit flotter Strömung zum nächsten
Wehr. Die Werra führt uns an Gertenbach und Blickershausen nach Hedemünden.
Dem Gertenbacher Kampfschwan können wir ausweichen und benutzen vor dem Wehr
Hedemünden die Lache, im unteren Teil Wildwasser. Das war bislang die
schnellste Wehrüberquerung und es hat viel Spaß gemacht, wenn es so richtig
strömt. Die Werra drängelt sich am Kaufunger Wald vorbei und nach der
Autobahn- und DB- Brücke kommen wir zum Wehr "Letzter Heller". Inzwischen hat
sich die Sonne auch herausgewagt und es angenehm warm geworden. Mit den
vorhandenen Bootswagen geht auch hier das Umtragen recht flott und weiter geht
es bis wir die ersten Häuser von Hann. – Münden sehen. Das erste Überlaufwehr
lassen wir links liegen und bleiben ganz rechts, unterfahren die alte
steinerne Werrabrücke bis zum Wehr und können dann unter Beobachtung von
Touristen unsere Boote mit dem hier vorgehaltenen Bootswagen zum Unterwasser
fahren. Wieder mit flotter Strömung geht es dann in die Weser und am
Weserstein gleich links in den Schleusenkanal der Fuldaschleuse. Jetzt müssen
wir unsere Boote hochtragen, um zu dem Campingplatz auf der Fuldainsel zu
gelangen. Unser Etappenziel, eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt
(A. von Humboldt), ist erreicht.
Durch die Vereinigung der Werra mit der Werra hier in Münden müssen nun
beide Flüsse ihren Namen büßen. Am Weserstein ist dieses für jedermann
schriftlich festgehalten. Bei einem anschließenden Stadtgang haben wir uns
davon überzeugt. Die herrlichen Fachwerkhäuser (700 aus 6 Jahrhunderten) mit
dem Renaissance - Rathaus, dem Welfenschloß und auch das Haus des Dr.
Eisenbart begeistern uns sehr. In der Drei – Flüssestadt - Münden endet unsere
Werrafahrt, die nun morgen auf der Weser fortgesetzt werden soll.
MITTWOCH, den 20.06.2001
Der arme Günter Nitzsche ist gestern von der Hexe angeschossen worden, ein
Weiterfahren ist ausgeschlossen. So muß ihn seine Frau abholen. Bevor wir um
9:00 Uhr aufs Wasser gehen ist sie schon da und wir können Günter noch
verabschieden. Es tut uns allen sehr leid und wir wünschen ihm eine baldige
Genesung. Aber unter der fachkundigen Betreuung durch seine Frau wird er bald
wieder richtig laufen können.
Die Fließgeschwindigkeit der Weser ist gegenüber der Werra doch erheblich
höher, schätzungsweise 1 m/s so zwischen 3 und 4 km/h. Das nächste Wehr
befindet sich nach 135 km erst in Hameln.
Wir fahren an Gimte vorbei und erreichen nach Hilwartshausen die
Ballertasche, die erste Engtalstrecke der Weser. Links der Reinhardswald und
rechts der Brahmwald, die Weser trennt hier Hessen von Niedersachsen - das
hessische Veckerhagen und das niedersächsiche Hemeln sind aber durch eine
Fähre miteinander verbunden. Nach der Veckerhagener Talweite müssen wir die
zweite Engtalstrecke durchfahren.
Die Sonne meint es heute gut mit uns also schönen Aussichten. Die
herrliche Landschaft können wir so richtig genießen.
Im Bramwald haben früher die alten Rittersleut ihr Unwesen getrieben. Die
Ruine des sagenumwobenen Raubritternestes ist leider nicht zu erkennen und von
Dornröschen in der Sababurg links oben im Reinhartswald können wir nur
träumen.
Bei Weser-km 28 erreichen wir Gieselwerder, die Zwischenstation. Am
Grillpatz gehen wir an Land. Die Anlegemöglichkeit ist gut. Der Grillplatz ist
sehr schön und zweckmäßig von der Gemeinde für Wanderer zu Fuß, mit dem Rad
oder mit dem Kanu angelegt worden. Die Gebäude, eine große Hütte incl. Tische
und Bänke, die Grillstation mit großem Grill und das Toilettenhäuschen (leider
verschlossen - Schlüssel bei der Gemeinde) sind architektonisch und
handwerklich sehr gelungen. Bei der großen Hitze ist erst einmal der Schatten
gefragt. Nach einer langen Mittagsrast mit kleinem Schläfchen brechen die
ersten drei auf., die anderen eine halbe Stunde später.
Rechts liegt Lippoldsberg mit der frühromanischen Kirche eines ehemaligen
Schlosses. In diesem Ort lebte einer der Gebrüder Grimm. Weiter nach
Bodenfelde und schon ist der Solling unser Begleiter.
Unterhalb von Wahrmbeck beginnt die dritte Engtalstrecke mit dem
Sollingdurchbruch.
Mit Bad Karlshafen erreichen wir eine der schönsten Städte an der Weser.
Der Landgraf Karl von Hessen nahm die in Frankreich wegen ihres
protestantischen Glaubens verfolgten Hugenotten hier auf und ließ sie diese
Stadt mit ihrer Hafenanlage bauen. Ein ganz anderer Baustil als die uns
bekannten Fachwerkhäusern. Leider ist die Hafenanlage nicht mehr befahrbar -
vielleicht auch ganz gut so. Es würde nur so von Sportbooten wimmeln.
Von hier wurden die Hessen, die von ihrem Landesherren dem Kurfürst von
Hessen - Kassel, an die Engländer für den Kampf gegen die
Unabhängigkeitsbewegung in Amerika verkauft wurden, eingeschifft..
Vor uns ist der Julius-Turm oberhalb der Weser zu erkennen. Die Diemel mündet
von links in die Weser und die „Hannoverschen Klippen" werden überwunden.
Weiter geht es nach Herstelle, dem ersten Ort in Nordrhein-Westfalen. Das Land
Hessen haben wir nun auch hinter uns gelassen.
In Würgassen endet der Sollingdurchbruch und „Am Totenkopf" beginnt der große
Weserbogen. Mit dem Totenkopf könnte auch das Atomkraftwerk gemeint sein. Es
liegt so friedlich und still in der schönen Landschaft. Kein Wasserdampf
steigt aus den Kühltürmen.
Alles so ungefährlich? Ist es schon stillgelegt? Wo bleibt nur der Atommüll?
Gegen 16.00 Uhr ist das Ziel - das Bootshaus des WSV Beverungen - erreicht.
Eine vorbildliche Anlage mit einer guten Küche. Schnell sind die Zelte
aufgestellt und dann unter die Dusche und den Schweiß abgespült. Was für eine
Wohltat!
Die ersten sitzen im Schatten auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen.
Zum Abendbrot werden wir von der Küche mit ein einer reichhaltigen Speisekarte
und gutem Essen verwöhnt. Auch das Bier läuft gut. Faßbrause gibt es leider
nicht mehr.
DONNERSTAG, den 21.06.2001
Am nächsten Morgen geht es bei spärlichem Sonnenschein aufs Wasser.
Oberhalb der Weser in einem engen Bogen sehen wir das Schloß Fürstenberg
mit seiner staatlichen Porzellanmanufaktur.
In der Ferne sind schon die Türme der Kilianskirche von Höxter zu sehen.
Auch hier in Höxter sollte man aussteigen und die reizvolle westfälische
Kreisstadt, welche von einer Stadtmauer - von drei Seiten - umgeben ist,
einmal ansehen. Wir lassen Höxter hinter uns und nach einer Strombiegung liegt
links neben uns die Benedigtiner - Abtei Corvey mit ihrer Kirche. Hier ist
auch die Grabstätte des Hoffmann von Fallersleben, dem Dichter des
Deutschlandliedes. Es ist doch wieder ganz schön warm geworden. Eine kleine
Pause ist angesagt. Zur Besichtigung des Klosters besteht wenig Lust.
Durch die „Südenbucht", eine unübersichtliche Stelle bei Schiffsverkehr,
kommen wir nun nach Holzminden. Den Getreidespeicher haben wir schon von
weitem gesehen.
Die ersten dunklen Wolken kommen auf und der Wind nimmt kräftig zu. Der
Köterberg, der höchste Berg des Weserberglandes, liegt im Regen. Die Weser
wechselt in weiten Windungen von Prallhang zu Prallhang. Um 16.00 Uhr sind wir
in Polle. Oberhalb der Fähre steht trotzig die Burg der Grafen von Everstein.
Hier ist eigentlich die zweite Pause vorgesehen, schlechte
Aufstiegsmöglichkeit und wegen des Regens wollen wir weiterfahren. Mit flottem
Schlag geht es dann Brille, hier müssen wir dann Pause machen. Die Sonne guckt
auch wieder hervor. Die Aufstiegsmöglichkeit ist ganz schlecht. Sie liegt auch
in einer Kurve und die Fließgeschwindigkeit der Weser ist hier sehr stark.
Leos Steuer muß erst wieder gerichtet werden. Dann geht es nach einer halben
Stunde weiter über Steinmühle und der Rühler Schweiz nach Bodenwerder. Hier
sind wir beim Ruderklub angemeldet und werden auch recht freundlich empfangen.
Zelte aufbauen, duschen und der übliche Stadtgang mit Abendessen beginnt. Das
Münchhausen - Museum ist leider schon geschlossen und so schlendern wir durch
die engen Straßen und Gassen der Altstadt von Bodenwerder mit den sauberen
Fachwerkhäusern und der schön angelegten Fußgängerzone.
Heute ist griechisch/deutsche Küche angesagt und so lassen wir uns das
Essen gut schmecken.
Die Fahrstrecke Beverungen Bodenwerder war die längste Strecke unserer
Tour mit 58 km. Um 22.00 Uhr bei untergehender Sonne geht es zurück ins
Quartier.
FREITAG, den 22.06.2001
Geweckt werden wir durch Regen, der auf das Zelt prasselt. Los aufstehen,
waschen und die Sachen packen! Unser Endziel ist Minden. Vielleicht hört es
auch wieder auf zu regnen. Nur Mut und Gottvertrauen! Das Frühstück können wir
geschützt unter einem überdachten Grillplatz einnehmen. Leo hat die Brötchen
geholt und wir lassen es uns gut schmecken.
9:00 Uhr, Es nützt nichts wir müssen bei Regen aufs Wasser. Was soll es,
wir sind doch echte Wassersportler. Alle Paddler sind mit ihrem Regenzeug
bekleidet ein buntes Völkchen auf dem Wasser. Beobachtet werden wir von keinen
Menschen, Selbst die stolzen Schwäne haben sich verzogen. Noch hinauf einen
Blick zur Königszinne, der Aussichtsplattform auf dem Vogler oberhalb
Bodenwerders und schon tragen uns wieder die Fluten der Weser unter die neue
Kemnader-Brücke vorbei in Richtung Nordwest. Der Wind bläst uns voll entgegen.
Auf der Höhe des Schlosses Hehlen, ein Renaissance - Schloß mit
Zwiebeltürmen, hat der Sturm den Regen vertrieben und die ersten
Sonnenstrahlen sind schon zu erkennen; Dafür aber reichlich Gegenwind. Die
Regenkleidung bleibt aber an.
Wir erreichen jetzt die fünfte Engtalstrecke der Weser.
Schon von Weitem sind die Wasserdampfschwaden des Atomkraftwerkes Grohnde
sichtbar. Die Weser ist hier schon sehr breit und durchfließt ein weites Tal.
Wie ein riesiger Klotz in der Landschaft steht vor uns das Atomkraftwerk
Grohnde mit seinen riesigen Kühltürmen. Ein Fahrgastschiff der Oberweser -
Dampfschiffahrt kommt mit einer hohen Bugwelle auf uns zu. Wir halten uns ganz
auf der östlichen Uferseite. Beim Durchfahren des aufgewühlten Wassers spüren
wir, daß die Wassertemperatur durch die Kühlwassereinleitung merklich
angestiegen ist. Von der Kühlwassereinleitung über eine Berieselungsanlage hat
sich ein gelbgrüner Teppich aus den Schwebstoffen des Weserwassers nun
ausgebreitet. Wir stampfen mit unseren Booten durch diese Brühe. Es geht
weiter immer Richtung Nordwesten bei starkem Gegenwind, aber etwas
Sonnenschein. An Kirchohsen vorbei erreichen wir Emmerthal mit dem Zufluß der
Emmer.
Die Fließgeschwindigkeit der Weser läßt erheblich nach und am Ohrberg befinden
wir uns im Staubereich der Wehranlage Hameln. Von rechts mündet die Hamel in
die Weser, links ein Wasserübungsplatz der britischen Pioniere. Wir halten uns
mit unseren Booten auf der linken Weserseite und fahren an der Schleuse vorbei
zum Anleger der ersten Bootsgasse Deutschlands auch nach seinem Erfinder
Butzengeiger - ein Förderer des Wassersportes bei der Wasser- und
Schiffahrtsverwaltung in Hannover und später auch Wasserbaureferent beim DKV -
auch „Butzgasse" genannt..
Es ist 12.30 Uhr; die nahe Münsterkirche schlägt zweimal, das Zwischenziel
Hameln ist erreicht. Eine der schönsten Städte Norddeutschlands mit
zahlreichen Bauten der Weser - Renaissance, dem Rattenfängerhaus, dem
Hochzeitshaus, ist uns von den Weserbergland-Wanderungen unseres MSV schon gut
bekannt; auf einen Stadtbummel verzichten wir daher um nach dem Essen die
Bootsgasse zu benutzen und Richtung Norden weiterzukommen.
Der Böschungs - Bereich der Bootsgasse lädt zur Mittagsrast ein. Es juckt uns
doch schon nach einer kurzen Stärkung die Gasse endlich zu befahren. Die
Anfahrt erfolgt zum schwimmenden Bedienungsschalter mit dem entspr.
Hinweisschild: Bei Niedrigwasser GRUNDBERÜHRUNG möglich. Wann ist
Niedrigwasser? Risiko! Nach dem Knopfdruck senkt sich der Verschlußkörper und
das Wasser schießt die Bootsgasse hinunter. In der Bootsgasse sind Schikanen
in Form von Fischgrätmuster angeordnet, damit das Boot in der Mitte der Gasse
geführt wird. Die Signalleuchte gibt mit grün die Einfahrt frei. Über ein
Leitwerk fährt das erste Boot in die Bootsgasse ein. Paddel nach vorn, leichte
Kammerwandberührung, und schon geht es abwärts. Es wäre zweckmäßig, an den
Aussparungen der Notverschlüsse eine leichte Fenderung anzubringen, um das
Bootsmaterial vor Berührung mit der Betonwand zu schützen. Das Boot bleibt
genau in Gassenmitte und im Unterwasser sammeln wir uns im Schleusenbereich -
vor dem Wehrbereich wird ausdrücklich gewarnt - um gemeinsam weiterzupaddeln.
Der starke Seitenstrom des Kraftwerkes läßt uns auf der linken Weserseite
bleiben. Von rechts mündet der zweite Weserarm ein und die Weser hat wieder
ihre alte Fließgeschwindigkeit.
Nach 4 km ist rechts Fischbeck mit der sehenswürdigen ehemaligen Klosterkirche
zu sehen.
Obwohl die Weser wieder läuft, müssen wir uns wegen des starken Gegenwindes
doch „ins Zeug legen". Ein Regenschauer folgt dem anderen. Das breite Wesertal
wird links von den einsamen Wälder des Rumbecker Berges und rechts vom Süntel
und dem Wesergebirge begrenzt. Die Hohensteiner Klippen und auch das Schloß
Schaumburg sind gut auszumachen. In der Ferne ist schon der Kirchturm von
Rinteln zu sehen; noch eine Schleife, dann haben wir es erreicht. Um 16.00 Uhr
sind wir am Bootshaus des Rintelner Kanu - Klubs bei Weser-km 163. Auch hier
sind wir angemeldet und ein Lager auf dem Boden des Bootshauses für unsere
Luftmatratzen steht uns für eine geringe Gebühr zur Verfügung. Draußen auf dem
Gelände des Kanu-Klubs hat sich eine Gruppe Kanuten aus den Niederlanden in
ihren Zelten niedergelassen.
Der Himmel hat sich bezogen und es fängt leicht an zu regnen. Nachdem wir
unser Lager bereitet und ausgiebig geduscht haben, wollen wir wegen der netten
Räumlichkeiten und Anbetracht der Wetterlage hier im Bootshaus zu Abend essen,
aber es keine Bewirtung möglich und so ziehen wir in die Stadt zum Ratskeller.
SAMSTAG, den 23.06.2001 (letzter Tag)
7.00 Uhr wecken, waschen, aufräumen, Boote klarmachen,
8.00 Uhr reichhaltiges Frühstück und genügend Kaffee.
Um 9.00 Uhr sitzen heute nur noch drei – Jürgen, Leo und Robert, die
anderen drei haben hier Schluß gemacht, - wir bei durchwachsenem Wetter jedoch
kein Regen - aber vorsichtshalber in Regenkleidung - wieder in unseren Booten
und verlassen Rinteln. Wir fahren am Doktorsee einem großen Wassersport- und
Freizeitzentrum vorbei und erreichen nach einigen Fehl - km (mit
alphanumerischen Zeichen versehen), weil die Weser einmal von Bremen am Beginn
der Unterweser und dann wieder von der Entstehung in Münden kilometriert
wurde, bei km 174 die Veltheimer Bucht. Mit km 177 beginnt die sechste
Engtalstrecke der Weser, rechts erscheint das große Kohlekraftwerk Weser. Wir
fahren an Vlotho vorbei. Von Nord - Westen her ziehen dunkle Wolken auf und so
entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Wir befinden uns nun in
Nordrhein-Westfalen im Kreis Minden-Lübbecke und unterfahren die beiden
Autobahn- und Eisenbahnbrücken. Links liegt das berühmte Staatsbad Oeynhausen.
Die Werre mündet bei Rehme von links in die Weser ein.
Die Weser macht nun einen großen Bogen und fließt in Richtung Osten. Vor uns
steht das Wiehengebirge. Wie kommt das Gebirge zu seinem Namen? Weil es wie `n
Gebirge aussieht, behaupten die Mindener. Die Wittekindsburg ist zu sehen. Die
Stammburg des Sachsenherzogs Widukind. Der Sage nach wurde Widukind von den
Franken Karls des Großen verfolgt, nachdem sie in Verden 7 000 heidnische
Sachsen, die nicht den christlichen Glauben annehmen wollten, niedergemetzelt
hatten. Widukind war durch die Verfolgung so durstig geworden, daß er sich
entschloß, wenn er jetzt Wasser finden würde, trete er zum christlichen
Glauben über. Sein Pferd schlug aus und aus dem Fels entsprang eine Quelle. So
soll dieser Herzog mit seinen Sachsen zum neuen Glauben gekommen sein. Aus
dieser Quelle sprudelt noch heute frisches kühles Naß.
Die berühmte Weserscharte, die Porta Westfalica, der Durchbruch zur
Norddeutschen Tiefebene ist erreicht. Links oben begrüßt uns Kaiser Wilhelm I.
mit ausgestreckter Hand und auf der anderen Seite auf dem Jakobsberg im
Wesergebirge streckt der Fernsehturm sich in den Himmel.
Vor uns ist eines der Wahrzeichen von Minden die Marienkirche zu sehen und
nach 4 km durchfahren wir die alte westfälische Kreisstadt, die im
9.Jahrhundert schon als Bischofssitz gegründet worden ist. Das Endziel unserer
Wanderfahrt (Weser km 203) in Minden ist erreicht.
Wir werden hier freundlich von den Kanuten des FuS Minden in ihrer neuen
vorbildlichen Anlagen aufgenommen.
Das Auto, das uns nach Hannover bringen soll ist auch bald da und nach
einem kleinen Schwätzchen mit den Mindener Kanuten geht es zurück nach einer
Woche nach Hannover.
Leo, Wolf und Jürgen haben im Rahmen der 46. TID(ICF – Donaufahrt) die
deutsche und österreichische Strecke befahren.
Tour International Danubien kurz TID — irgendwann hört jeder Paddler
einmal hiervon. „Es soll die längste Kanutour der Welt sein – 2.080 km, zwei
Monate und vier Tage„. Zu lange für einen normalen Urlaub, aber man kann ja
auch Etappen mitfahren. Die deutsche Etappe ist immerhin noch 240 km lang.
Diese müssen in fünf Tagen, mit einem Ruhetag, bewältigt werden. Einige
indem den freien Fluss der Donau und so müssen Tagesetappen mit 57km in
nahezu stehendem Gewässer bewältigt werden. Der Zeitplan der TID muss
eingehalten werden, gepaddelt wird bei jedem Wetter. Die sportliche
Herausforderung, verbunden mit viel Kultur, aber auch die Geschichte der TID
machen diese Welt größte Kanutour interessant.
Donau Dunaj Duna Dunav Danube,
Der zweitlängste europäische Strom und die TID zogen weitere 207 Paddler
an. Aus 13 Nationen von drei verschiedenen Kontinenten kamen sie angereist.
Die Donau, nach der Wolga, der zweitlängste Strom Europas durchfließt
auf ihren 2850 km langen Weg acht europäische Länder. Dieser europäische
Fluss wird künftig hoffentlich Symbol eines freien, vereinten und
friedvollen Europas sein.
Dies hat sich die TID, bereits seit 46 Jahren, auf ihren Fahnen
geschrieben. Förderung der Völkerfreundschaften und Frieden zwischen den
Nationen, sind die Ziele der TID.
Jährlich treffen sich Paddler und Ruderer zur TID, um gemeinsam
wenigstens Teilstrecken der Donau zu befahren. Dies seit 46 Jahren in
ununterbrochener Folge. Ursprünglich entstand diese Idee hinter dem
„Eisernen Vorhang". Nur Spitzensportlern war es damals
vorbehalten in andere Länder zu sportlichen Wettkämpfen zu reisen. 1955
kamen Wassersportler, bei einem Treffen in Budapest, auf die Idee, diese
engen Regelungen mit einer internationalen Kanu/Ruder - Tour zu umgehen. Die
ersten Fahrten führten von Bratislava nach Budapest. 1957 schloss sich
Jugoslawien an, das Ziel war nun Belgrad. Ende der 50er Jahre war ein
internationales Jugendtreffen in Wien, der Schlüssel für eine der schweren
Türen des „Eisernen Vorhangs„. Der Start wurde nach Wien verlegt, 1961 nach
Linz. 1962 begann die TID in Engelhartszell an der österreichisch-deutschen
Grenze und führte über 1.200 km bis nach Kladovo/Jugoslawien. Ihren ersten
Start auf deutschem Gebiet hatte die TID 1965 in Regensburg mit dem
Ziel Russe in Bulgarien. In den Jahren darauf schlossen sich immer mehr
Kanuten und Ruderer aus dem Westen an. Seit 1966 ist Ingolstadt der
Ausgangspunkt der TID. In der heutigen Form führt die TID, in ihren 2080 km
langen Verlauf, durch fünf Länder bis nach Silistra in Bulgarien.
Ohne jegliche staatliche Unterstützung, seit nahezu einem halben
Jahrhundert über sechs verschiedene Donauanrainerstaaten hinweg! Organisiert
wird die TID von den Wassersportverbänden der Länder, durch welche die TID
läuft. Gedanken Ideen, über die Politiker seit ein paar Jahren reden, werden
von den Kanu- und Rudersportlern seit fast 50 Jahren umgesetzt und gelebt.
240 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn,
Jugoslawien, Bulgarien, Tschechien, Polen, Holland, USA, Australien waren
diesmal auf der TID. Eine neuseeländische Lehrerin, welche zur Zeit in China
arbeitet, war in Erlau in die TID eingestiegen. Einige kamen unangemeldet
hinzu. Die meisten Teilnehmer fahren nur Teilstücke mit, aber immerhin 46
Kanuten sind innerhalb neun Wochen, mit 10 Ruhetagen, die Gesamtstrecke
befahren. Darunter die 81 jährige Helma, die gar nicht mehr weiß wie oft sie
an der TID teilgenommen hat. Oder der 79 jährige Egon, der zum 17. mal die
Gesamtstrecke paddeln will. Fast unbemerkt von der Welt paddeln und rudern
diese Wassersportler in kleinen Gruppen oder auch alleine die Donau
herunter. Abends geht man gemeinsam zum Essen oder sitzt vorm Zelt und
bereitet sich sein Abendessen selber zu. Immer aber herrscht ein
babylonisches Sprachengewirr. Freundschaften über Kontinente und Jahre
hinweg entstehen. Weitere gemeinsame Unternehmungen werden geplant und
durchgeführt. Selbst TID - Hochzeiten gab es schon. Ein freundschaftlicher,
liebevoller Umgang über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg herrscht. So
manchen Europa Politiker wäre es gut angeraten hier teilzunehmen um für
seine Arbeit Anregungen zu holen.3
Eröffnung der TID in Ingolstadt durch die Präsidenten des Bayrischen
Kanuverbandes und dem jugoslawischen TID – Präsidenten am 30.06.
a) deutsches Teilstück
1. Paddeltag SO, den 01.07.2001 Ingolstadt Kehlheim 44,0 km
2. Paddeltag MO, den 02.07.2001 Kehlheim Regensburg 29,0 km
3. Paddeltag DI, den 03.07.2001 Regensburg Straubing 55,0 km
1. Ruhetag MI, den 04.07.2001 Besuch der Landshuter Hochzeit
4. Paddeltag DO, den 05.07.2001 Straubing Mühlham 57,0 km
5. Paddeltag FR, den 06.07.2001 Mühlham Erlau 55,0 km
2. Ruhetag SA, den 07.07.2001 Besuch der Dreiflüssestadt Passau
Abschiedsabend bei Gesang mit Gitarren - Begleitung und Volkstänze der
beteiligten Nationen am Lagerfeuer
b) österreichisches Teilstrecke
6. Paddeltag SO, den 08.07.2001 Erlau Inzell 33,0 km
7. Paddeltag MO, den 09.07.2001 Inzell Linz 49,0 km
8. Paddeltag DI, den 10.07.2001 Linz Grein 54,0 km
9. Paddeltag MI, den 11.07.2001 Grein Ybbs 37,3 km
10. Paddeltag DO, den 12.07.2001 Ybbs Aggsbach –Markt 28,9 km
11. Paddeltag FR, den 13.07.2001 Aggsbach - Markt Mautern 53,0 km
12. Paddeltag SA, den 14.07.2001 Mautern Tulln 58,0 km
13. Paddeltag SO, den 15.07.2001 Tulln Wien-Kuchelau 53,0 km
2. Ruhetag MO, den 16.07.2001 Stadtführung Wien
14. Paddeltag DI, den 17.07.2001 Wien-Kuchelau Hainburg 27,6 km
Unser Paddelfreund Wilm Rakers aus Norhorn hatte hier in Hainburg sein
Wohnmobil schon am 29.06. abgestellt. Abends wurden noch die 4 Boote auf das
Wohnmobil verladen und nachdem wir am nächsten Morgen alle unsere neuen
Freunde verabschiedet haben und die ganze Armada sich auf dem Wege nach
Slowakien in Bewegung setzte, erfolgte die Rückreise nach Hannover über
Ingolstadt.
Es war nicht nur die Donau mit ihren vielschichtigen Landschaften, durch
den sich der Strom gegraben hat, was uns zur Teilnahme bewegte, sondern
neugierig waren wir auf die Kameradschaft bei einer solchen großen ICF –Fahrt.
Alte Bekannte haben wir getroffen. So konnten diese Freundschaften wieder
aufgefrischt werden, aber auch neue Freundschaften haben sich gebildet. Trotz
teilweiser großer Hitze, Regen, Wind und Unwetter hat kein Paddler aufgegeben.
Paddler sind eben doch harte Burschen.
- Jürgen Hauf
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