Wandern Thüringer Wald 2012

 

Wanderfreizeit  des  MSV  im Thüringer  Wald vom 01. – 08. 07. 2012 

 

Viele Wege führen nach Brotterode am Rennsteig.Also gelangten auch wir am Sonntag, den 01.07.2012 auf unterschiedlichen Strecken in den recht idyllischen Ort am Rande des Thüringer Waldes. Marie-Luise Beinhorn hatte hier ein Quartier in idealer Lage unterhalb des Gr. Inselsbergs erkundet. Durch einen dummen Umstand konnte sie leider nicht an dieser Wanderfreizeit teilnehmen und uns in den nächsten Tagen durch den Thüringer Wald führen:  Marlu hatte sich in der Woche zuvor den Fuß gebrochen - die meisten Unfälle sollen ja im Haushalt passieren.  Also waren wir ein Dutzend Wanderfreudige, die zu unterschiedlichen Tageszeiten im Hotel „Berggarten“ eintrafen. Zum gemeinsamen Abendessen versammelten wir uns im gemütlichen Gastraum an langer Tafel und wurden zur Freude aller mit einem Begrüßungsschnaps aus gläsernem Stiefelchen auf die kommende Woche eingestimmt. Die Zeiten für Frühstück (8:30) Abfahrt (9:30) und Abendessen (18:00) wurden festgelegt und sorgten somit für einen geregelten Tagesablauf. Für unsere Wanderungen arbeitete Herr Raßbach, unser Wirt, jeweils am Abend zuvor Tourenbeschreibung und Streckenverlauf aus. So waren wir gut vorbereitet für den Rennsteig, gelegen im Herzen Thüringens und in der Mitte Deutschlands an der Schnittstelle zwischen alten und neuen Bundesländern. Schriftlich erwähnt wurde der Kamm des Thüringer Waldes erstmals 1330 als „Rynnestieg“. Rund 2 Jh. später querte ihn Martin Luther am östlichen Ende auf seinem Weg von Coburg nach Lehesten. Am westlichen Rand wiederum, auf der Wartburg bei Eisenach, übersetzte er 1521 das Neue Testament. In heutiger Zeit steht der „Rennsteig“ bei sportlich orientierten Naturliebhabern als Fernwanderweg hoch im Kurs. Hörschel, nahe Eisenach gilt als beliebter Ausgangspunkt für Etappenwanderungen. Für uns „Tageswanderer“ war Brotterode ein idealer Standort.                                                                                                  Margrit Ehrlich 

 

Montag, den 02.07.2012       Glasbachwiese – Brotterode

Am Morgen des ersten Wandertages versammelten sich alle Wandersleut´ zum Frühstück in dem freundlichen Raum. Bevor wir uns am Büfett bedienten, gratulierten wir Irmtraut mit einem Lied, einem Wiesenstrauß und Schokolade zum Geburtstag.

Um 9.30 Uhr fuhren uns Herr Raßbach, unser Wirt, und Herr Fuchs zur Glasbachwiese. Noch war es trüb, aber nicht unfreundlich. In der Wiese gegenüber dem Parkplatz wurden wir auf einen skurrilen Baumrest aufmerksam: die Schillerbuche. Sie wurde 1905 am Todestag Schillers,  zu diesem Zeitpunkt war sie bereits 100 Jahre alt, auf diesen Namen getauft. Leicht bergauf wanderten wir zum Dreiherrenstein, einer Felsgruppe, von der man normalerweise einen schönen Ausblick hat. Leider hatte es zu regnen begonnen, so dass wir in einer Unterstellhütte Schutz suchten und picknickten.

Am Wegesrand fielen uns Grenzsteine mit Eingravierungen auf. Auf einer Tafel bekamen wir die Erklärung: KH steht für Kurhessen, SG für Sachsen-Gotha und SM für Sachsen-Meiningen. Dies waren Herrschaftsbereiche aus adeliger Zeit. Leider wurde der Regen kräftiger. Bis zum Inselsberg sollten es noch 7,6 km sein. Über Brotteroder Hütte, 720 m, Oberen Beerberg und Venetianerstein, 830 m, kamen wir dem Ziel näher. Da es weiter regnete und immer nebliger wurde, beschlossen wir nach Brotterode zurück zu wandern. Vorbei an der Günther-Lesser-Hütte gelangten wir auf einen schönen Wiesenweg. Doch das nasse Gras stellt die Dichtheit unserer Schuhe auf die Probe. Gegen 14.30 Uhr kamen wir im „Berggarten“ wieder an. In einem Trockenraum im Keller konnten die nassen Schuhe, Schirme und Jacken trocknen. Die erste Wanderung von 11 km Länge war trotzdem schön. Den Abschluss des Tages bildete ein leckeres Abendessen mit Thüringer Klößen.

        Ingrid Neumärker

 

Dienstag, den 03.07.2012     Wartburg – Ascherbrück

Die Wandergruppe wurde mit zwei Kleinbussen zu einem Parkplatz unterhalb der Wartburg bei Eisenach gefahren. Von dort stiegen wir zur Wartburg auf und wurden standesgemäß von der diensthabenden Polizeikompanie empfangen, die auf der Zugbrücke für uns ein Spalier gebildet hatte. (Es wurde gerade für den Empfang des Bundespräsidenten geübt).  Wir hatten Gelegenheit, den Innenhof der Burg zu besichtigen und die Aussicht über den Thüringer Wald zu genießen. Auf der Burg herrschte eine rege Bautätigkeit, die zur Vorbereitung auf das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahre 2017 erfolgt. Das Zimmer, in dem Luther das Neue Testament übersetzt hat, war aus diesem Grunde nicht zugänglich.

Um 11.15 Uhr haben wir unsere Wanderung ab der Wartburg über Gasthaus „Sängerwiese“, durch die Drachenschlucht zur Hohen Sonne, 434 m, begonnen. Die Drachenschlucht ist in Jahrmillionen durch einen Wasserlauf entstanden, der sich durch einen Fels gefressen hat. Sie ist an den engsten Stellen weniger als 1 Meter breit, mit steil aufsteigenden Felswänden an beiden Seiten. Der Wanderweg führt zum Teil neben dem Wasserlauf entlang und zum Teil über dem Wasserlauf auf dort eingebauten Gitterrosten aus Stahl, dicken Holzbohlen oder kleinen Baumstämmen, die in Form  eines Knüppeldamms aufgebaut sind. Es war für uns eine beeindruckende Wanderung durch diese enge Schlucht. Auf der Hohen Sonne angekommen, begaben wir uns auf den Rennsteig, der in diesem Bereich aus einem breiten Fahrweg besteht, mit zum Teil schönen Aussichten über den Thüringer Wald. Unser Ziel war Ascherbrück mit dem Waldgasthof „Hubertushaus“, wo wir eine kleine Erfrischung einnehmen konnten. Von dort wurden wir mit den Bussen abgeholt und zurück zum Hotel gebracht.  Die Wanderstrecke hat rd. 11 kmbetragen.                            Gerda und Helmut Diers 

 

Mittwoch, den 04.07.2012    Neue Ausspanne – Grenzwiese

Das Wetter ist trocken und schön, lasst uns auf den Rennsteig gehen!

Unser Herbergswirt Herr Raßbach brachte uns über Klein Schmalkalden-Seligenthal-Floh am Steinbruch Nesselhof vorbei. Zwischen Kränerod und Nesselberghaus befand sich unser Startpunkt: die Neue Ausspanne!

Es ging leicht bergan. Wir kreuzten wieder mal - den Lutherweg und sahen nun die Ausspanne. Was uns am Wegesrand auffiel, waren die vielen Grenzsteine von Anno dazumal. Gut 800 dieser Markierungen erinnern noch heute an die lange Geschichte der Route. Am Nägelstedter Girn reiften schon die Blaubeeren, von köstlichem Aroma, die lebhaften Zuspruch fanden. Wir erfreuten uns immer wieder an den leuchtenden Fingerhüten (Digitalis purpurea). An der Ebertswiese, 701 m, machten wir Pause. Neben der Hütte wuchs der Knöterich und Wiesenblumen, der blaue Himmel lachte herab - es war einfach ein schöner Tag. An der gefassten Quelle Löwenborn studierten wir die Legende der selbigen. Das Possenröder Kreuz erregte unsere Aufmerksamkeit. Im Jahr 1522 geschah hier ein Totschlag. Als Sühne der Untat wurde das Kreuz errichtet. Der Inselsberg, unser Tagesziel, schaute manchmal durch die Bäume. Den Spießberg, 754 m, ließen wir heute mal links liegen!

In das „Heuberghaus“ an der Landesstraße hätten wir einkehren können, aber nein, nicht mit uns! Gegen 14.20 Uhr kamen wir zur Tanzbuche. Die Mittagshitze war sehr intensiv, um nicht zu sagen ….., aber hier schweigt der Chronist. Nun gab es zwei Varianten: Kleiner Jagdberg oder Rennsteig Radweg. Wir entschieden uns für den Radweg, der schöne Ausblicke bescherte, und umgehen den Großen Jagdberg.

Nach einer Wanderstrecke von 14 kmlag nun der Große Inselsberg mit seinen 916 m vor uns. Die Restauration „Grenzwiese“ bot Rostbratwürste, Eisspezialitäten, diverse Kuchen und Kaffee zum Verzehr an. Ein Hobby-Imker gegenüber hielt regionale Honigsorten zum Verkauf vorrätig. Wir konnten die verschiedenen Sorten probieren - das war Honig zum Dahinschmelzen: da musste man einfach zugreifen.  Um 16.34 Uhr kam der Linienbus,  der uns nach Brotterode brachte. Es war ein schöner Wandertag, der uns in Erinnerung bleiben wird.                                                                                                          Hanna und Werner Bartsch

 

Donnerstag, den 05.07.2012            Kulturtag: Erfurt mit Stadtführung

Herr Raßbach hatte für uns an diesem Tag einen Ausflug nach Erfurt geplant. Pünktlich um 9.30 Uhr starteten wir mit 2 Fahrzeugen in Richtung Erfurt. Ein Blick zum Himmel: es ist alles möglich. Nach flotter Fahrt erreichten wir Erfurt bei Sonnenschein. Die Autos wurden in der Tiefgarage unter dem Domplatz geparkt. Oben empfing uns Opernmusik und Gesang, der Platz unterhalb des Doms war in eine große Bühne verwandelt. Es wurde für die Erfurter Domstufen-Festspiele geprobt: „Die Lombarden“ von Verdi. Zügig gingen wir zur Touristik-Info, so dass wir mit der Stadtführung schon um 11.00 Uhr beginnen konnten.

Unser Stadtführer versammelte „seine Schäfchen“ erst einmal auf einer kleinen Brücke über der Gera und machte uns mit der Stadtgeschichte vertraut. Im frühen MA hieß der Fluss Erphe und durch die Furt, die hier hindurch führte, erhielt die Stadt ihren heutigen Namen: Erfurt. Erstmals erwähnt wurde Erfurt 742. Mit der günstigen Lage entwickelte sich bald ein Handelspunkt, der Reichtum für die Bürger brachte. Viele prächtige, liebevoll restauriert  Bauten zeugen noch heute davon. Wir gingen durch enge Gassen, durch die Ochsenfuhrwerke gezogen wurden, deren Räder an den dicken Ecksteinen Schleifspuren hinterließen, die   Wohnhäuser aber vor Beschädigungen schützten.  Besonders schön sind die zum Teil recht schmalen, aber hohen Häuser auf der Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Viele Kirchen entstanden, ebenso Synagogen. Erst vor einigen Jahren hatte man bei Abrissarbeiten eine Synagoge aus dem 11. Jh. entdeckt,  bei anderen Bauarbeiten an der Uferbefestigung nahe der Krämerbrücke eine Mikwe, ein Jüdisches Ritualbad. Auch das heutige Erfurter Rathaus, ein neugotischer Prachtbau (1870-75) steht auf Mauerresten aus dem 11. Jh.  Als 5. Universitätsstadt  im deutschen Sprachraum wurde Erfurt 1392 mit den Fakultäten Theologie, Philosophie, Medizin und Jura gegründet. Bedeutende Bürgerhäuser wurden durch reiche Waidhändler errichtet. Waid ist eine Pflanze, woraus man den blauen Textil-Farbstoff gewonnen hat. Seit dem 13. Jh. wurde im Thüringer Becken Waid angebaut. Ein mühevoller und monatelang andauernder Reifeprozess ergab das begehrte blaue Farbpulver, durch dessen Verkauf diese Region zu einer der reichsten im mittleren Europa wurde. Nach rd. 2 ½ Stunden interessanter Ausführungen mit vielen netten Geschichten und Anekdoten verabschiedeten wir uns von dem netten Stadtführer und gingen in verschiedenen Gruppen auf Entdeckung.

Obligatorisch die Besichtigung des Doms und der St. Severi Kirche. Der katholische Marien-dom geht auf eine Kapelle, gegründet um 742 von Bonifatius, zurück. Der Chor ruht auf einem gewaltigen Unterbau, mit dem der Domhügel erweitert wurde. Die Freitreppe, der Chorbau und der dreieckige Portalvorbau sind ein Werk des 14.Jahrhunderts. Es gibt sehens-werte Glasfenster, Chorgestühl, eine romanische Stuckmadonna und einen Bronzeleuchter. Im mittleren Domturm hängt die große Glocke „Gloriosa“, 1497 gegossen, die zu hohen kirchlichen Festen geläutet wird. Die St. Severi Kirche entstand als Klosterkirche um 1280. Aber schon vor 836, als die Gebeine des Heiligen Severus, Bischof von Ravenna,  nach Erfurt überführt wurden, war hier das Benediktiner-Kloster St. Paul. In der fünfschiffigen Hallenkirche findet man neben dem Severi-Sarkophag eine Steinmadonna und einen 15 m hohen Taufstein. Es sind zwei beeindruckende Bauwerke. Vom Domhügel hatten wir einen herrlichen Blick über die Stadt.

Einige wollten noch einmal die Erfurter Altstadt auf eigene Faust erkunden, aber dieses Vorhaben endete abrupt: ein gewaltiges Gewitter entlud sich über der Stadt. Das Wasser floss in Strömen die Straßen hinunter. Blitz und Donner auf den Punkt. Gut für jene, die ein Dach über dem Kopf hatten (z.B. im Eingangsbereich des Rathauses). Man hörte Martinshörner und sah Feuerwehr- u. Krankenwagen. An der Stadtbahnhaltestelle machte eine Durchsage auf Verspätungen und Störungen im Fahrplan aufmerksam. Im Tourismusbüro hatte ein Blitz die elektronische Kasse lahmgelegt, mit Papier und Bleistift klappte der Einkauf  aber doch. Etwa eine Stunde hielt uns das Gewitter im Griff. Glück für uns alle, dass wir an der frühen Stadtführung teilnehmen konnten. Führungen, die heute um 14.00 Uhr begannen, endeten nach einer Stunde im Gewitter! Leider war danach ein Gang u.a. durch die idyllische Gasse der Krämerbrücke mit Galerien und Lädchen zeitlich nicht mehr möglich. Wie abgesprochen traf sich die gesamte Gruppe um 17.00 Uhr auf dem Opernplatz, um mit unserem Wirtsehepaar nach Brotterode zurück zu fahren. Hier sahen wir trockene Straßen und hörten, dass es kaum geregnet hatte.

Nach einem schmackhaften Abendessen saßen wir noch vor unserem Hotel, genossen die letzten Sonnenstrahlen und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Fazit: Erfurt ist wirklich eine schöne Stadt und lohnt einen erneuten Besuch, evtl. zu den nächsten Domfest-spielen.                                                                                               Irmtraut und Eberhard Schröder

 

Freitag, den 06.07.2012        Schloss Altenstein – Bad Liebenstein

An diesem Tag unserer Wanderfreizeit war Schloss Altenstein - Bad Liebenstein  unser Ziel. Abfahrt war um 9:30 Uhr vom Hotel Berggarten. 10 Personen wurden in 2 Autos verladen und dann ging es los. Startplatz war die Glasbachwiese. Diesmal begleitete uns Herr Raßbach, unser Wirt, als Führer. Trotz des bedeckten Himmels begannen wir mit  guter Laune unsere Tour.  Unser Weg führte uns zunächst über den Messerweg – auch Schleifweg  genannt – durch eine Waldschneise auf dem  Lutherweg  zum  Lutherdenkmal, welches zum Gedenken an die Scheingefangennahme Luthers am 4. Mai 1521 errichtet wurde. Durch das waldreiche Gebiet wanderten wir auf weich federndem Boden, umgeben von einer wohltuenden Ruhe, zum Außenpark des Schlosses Altenstein 

Der Außenpark gehört ebenso wie der Innenpark zu der 160 Hektar großen Parkanlage von Schloss Altenstein.  Der Außenpark führt durch einen großen Parkwaldbereich,  ausgestattet mit einem ausgedehnten Wegenetz. Viele reizvolle Sehenswürdigkeiten konnte man im Außenpark entdecken. Zunächst das Luisental - angelegt mit künstlichem Wasserfall - und einer Sennhütte, die an eine alpine Sennhütte erinnern soll. Mittendrin sprangen Angora-Ziegen umher, für uns ein lustiges Zwischenspiel. Schloss Altenstein ist trotz erheblicher Verluste, etwa durch den Brand 1982 im Inneren des Gebäudes, ein architektonisches Glanzstück. Ende des 19. Jh. wurde das 1736 errichtete Schloss nach dem Vorbild englischer Landhäuser umgebaut.

Der Innenpark mit den 3 Terrassengärten wurde mit Pergolen, Statuen und einem Idolino-brunnen neu gestaltet. Zu bewundern ist auch das große Altensteiner Teppichbeet, dann das kunstvoll angelegte Knotenbeet. Von den Pergolen hat man einen weiten Blick in das Tal der Werra. Ein schöner Aussichtspunkt im Innenpark ist der Bonifatiusfelsen. Hier soll nach Überlieferung Bonifatius gepredigt haben. Man hat von der Aussichtsplattform einen guten Blick auf das Schloss und den Innenpark. Mittagessen war im Waldhotel zum Schlosspark auf dem Parkgelände des Schlosses.

Danach ging es wieder in den Außenpark, vorbei am Blumenkorbfelsen, auf den um 1800 ein bepflanzter steinerner Korb aufgestellt war. Zur Parkarchitektur gehört auch das um 1800 auf dem hohlen Stein entstandene Chinesische Häuschen, dass 1923 abgerissen und 2011 wieder aufgebaut wurde. Anschließend führte uns der Weg durch das Morgentor, eine torartig ge-formte Felsgruppe, durch die man zum Morgentorplateau gelangt.Einen herrlichen Rundblick gab es auf dieBurgruine und die Stadt Bad Liebenau. Im Hintergrund schweift der Blick beigutemWetter bis zum nördlich von Meiningen gelegenen Dolmer sowie zum Press und Bayer in der Rhön.

Dann ging es sachte, mit einer Abkürzung über eine saftig grüne Wiese, nach Bad Liebenstein bergab. Nach kurzer Kaffee- und/oder Trinkpause fuhren wir mit dem Bus nach Brotterode zurück. Ein schöner Wandertag ging bei strahlendem Wetter zu Ende. Insgesamt sind wir ca. 12 kmgewandert.                                                                                                  Anneliese Specht 

 

Samstag, den 07.07.2012      Brotterode – Trusetaler Wasserfall

Entgegen der vorhergehenden Tage starteten wir gegen 9.30 Uhr vom Hotel aus nicht mit dem Auto zu unserer letzten Wanderung, sondern auf Schusters Rappen. Nach einem etwas steilen Anstieg führte der Weg unterhalb der Sprungschanze von Brotterode zum Mommelstein. Ein kurzer Abstecher zum Mommelsteinfelsen (77m hoch) belohnte uns mit schöner Aussicht. Gestärkt mit Schokolade von Irmtraut wanderten wir den Mommelstein-Radweg weiter, überholt von Marathon-Läufern und Radfahrern. Bunte Farbtupfer im Walde, wie Fingerhut und Knabenkraut, erfreuten das Auge. Das nächste Ziel hieß Aufwallenburg, ein ehemaliger Bahnhof an der Bahnlinie Schmalkalden-Brotterode, der bis 1968 in Betrieb war. Hier befand sich einer der vielen Rastplätze, die im Thüringer Wald sehr zahlreich vorhanden sind. Dort war jetzt Mittagspause angesagt und die Rucksäcke wurden geplündert.

Auf dem Bergbaulehrpfad ging es weiter zur Turmbaude, einer kleinen urigen Gaststätte mit daneben stehendem Turm, dessen oberster Teil leider wegen Bauarbeiten gesperrt war. Margrit erklomm als einzige die 85 Stufen bis zur möglichen Aussicht durch Fenster-öffnungen und stellte fest, dass es nicht lohnend war, da die hochgewachsenen Bäume die Sicht in das Tal versperrten. Inzwischen hatte sich der Himmel verdunkelt und erste Donner waren zu hören, als wir unseren Weg fortsetzten. Es dauerte nicht lange, bis der Himmel seine Schleusen öffnete und unsere weitere Wanderung mit Blitz und Donner begleitete, so dass wir flotten Schrittes unserem Ziel Trusetal zustrebten. Eine besondere Sehenswürdigkeit dort ist der gleichnamige, 1865 künstlich angelegte Wasserfall, der 58 m in die Tiefe rauscht - allerdings nur im Sommerhalbjahr. In den Wintermonaten wird der Wasserzulauf umgeleitet, um Frostschäden zu verhindern. In Anbetracht des Regens verweilten wir dort nicht lange. Der Linienbus brachte uns wieder ins Hotel zurück. Man stellte fest, dass diese Wanderung von 12 km Länge mit Regen begonnen und auch geendet hatte, wir zwischenzeitlich allerdings auch von der Sonne verwöhnt wurden.

Einige Teilnehmer ließen den Tag dann noch bei einem Konzert auf der Rühlmann-Orgel in der Kirche von Brotterode ausklingen.                                                                    Ingrid Woithe

 

Sonntag, den 08.07.2012       - Rückblick -

 Mit der Ausarbeitung der speziell für uns zugeschnittenen Touren hat sich Herr Raßbach hervorragend auf unsere Fähigkeiten eingestellt, so dass wir eine relaxte Wanderfreizeit im Thüringer Wald erleben konnten. Auch der Transfer klappte immer bestens. Auf die Wetterlage hatte unser „Herbergsvater“ zwangsläufig keinen Einfluss. Der Himmel gab in dieser Woche alles, was ihm zur Verfügung stand. Am Ende stellten wir fest, dass der erste Tag dieser Wanderfreizeit mit Regen begonnen hatte, der letzte mit Gewitter endete, die Sonne es zwischendurch aber immer wieder gut mit uns meinte. Abends wurden wir im „Berggarten“ durch den Küchenmeister in vielfältiger Weise kulinarisch verwöhnt. Besonders gut kam die Thüringer Spezialität an: Klöße mit leckerem Braten und dazu Rotkohl.

Während entspannter Tagesetappen folgten wir historischen Spuren: lernten die „Rynnesteine“ mit den Hoheitszeichen vergangener Fürstentümer zu deuten, bewunderten geschichtliche Schauplätze und bestaunten bauliche Denkmäler. Wir zwängten uns durch ein beindruckendes geologisches Naturdenkmal: die 3 km lange Drachenschlucht, an engster Stelle nur 68 cm breit, und genossen  die Ruhe des Thüringer Waldes, die bereits Schiller und Goethe zu schätzen wussten. Die Kammroute diente bereits im MA als Kurierweg für Reiter und Läufer. Allerdings hatten wir nicht die Absicht, den traditionsreichen Höhenweg in seiner Länge von 169,3 km zu erwandern. Dazu war die Zeit in Brotterode ja auch viel zu kurz. Unsere gesamte Wanderstrecke während der erlebnisreichen Woche am „Rynnestieg“ betrug ca. 60 km - mit diesem Ergebnis sind wir zufrieden nach Hannover zurückgefahren.                                                                                                                                       Margrit Ehrlich

 

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